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Chiles NotCo nutzt KI zur Neuentwicklung von Lebensmitteln
NotCo nutzt die KI Giuseppe für pflanzliche Lebensmittel mit tierischem Geschmack. Investoren wie Jeff Bezos trieben den Wert auf über 1 Milliarde Dollar.
NotCo, gegründet in Chile, nutzt eine künstliche Intelligenz namens Giuseppe, um pflanzliche Lebensmittel zu entwickeln, die Geschmack und Textur tierischer Produkte imitieren. Der technologieorientierte Ansatz erschloss US-Wagniskapital und machte das Unternehmen zum Einhorn.
Die Geschichte von NotCo beginnt mit einer ungewöhnlichen Frage der Lebensmittelindustrie: Wie wäre es, wenn man den Geschmack eines Eies ohne Huhn reproduzieren könnte? Das chilenische Unternehmen wollte Alltagskost neu erfinden, nicht nur Nischenprodukte für Veganer, und setzte dafür eine als **Giuseppe** getaufte KI-Software ein. Das Tool bewertet Kombinationen pflanzlicher Zutaten und schlägt Rezepturen vor, die dem Geschmack und der Textur von tierischen Produkten wie Mayonnaise, Milch, Joghurt oder Burgern entsprechen.
## Giuseppe, der selbstlernende Rezeptentwickler
Giuseppe beschränkt sich nicht darauf, Geschmacksrichtungen vorzuschlagen. Es liefert vollständige Rezepturen, manche auffällig wegen ihrer untypischen Mischungen, die anschließend von Verkostern – Köchen und Gourmets – validiert oder verworfen werden. Mit zunehmenden Tests lernt das System dazu und verkürzt die Zeit für die Entwicklung neuer Lebensmittel. Dieser automatisierte Zyklus aus Versuch und Irrtum ermöglicht es dem Unternehmen, Kombinationen zu erkunden, für die menschliche Experten Jahre bräuchten.
## Vom Tech-Startup zum Einhorn
Der entscheidende Schritt gelang bei der Positionierung. NotCo verkaufte sich nicht als Lebensmittelhersteller, sondern als Tech-Startup. Dieses Narrativ öffnete die Türen zum US-Wagniskapital, einem deutlich großzügigeren Kreis als der klassischen Lebensmittelindustrie. **Jeff Bezos** investierte Zehner- oder Hunderte Millionen Dollar, und das Unternehmen erreichte eine Bewertung von über **1 Milliarde Dollar**, der Schwelle, die ein Einhorn definiert.
Um die Funktionsweise seiner Software zu beweisen, wurde NotCo zeitweise selbst Hersteller. Zunächst brachte es seine ei-freie Mayonnaise auf den Markt, später folgten Milche, Joghurts und Burger. Der relativ kleine chilenische Markt diente als Testfeld; der Sprung nach Argentinien, einen größeren Markt, lieferte die Validierung, die Investoren überzeugte.
## Marke verkaufen, Motor behalten
Nachdem das Produkt bestätigt war, änderte NotCo seine Strategie. Es zog sich aus Produktion, Vertrieb und Marketing zurück, um sich auf Partnerschaften mit Branchenakteuren zu konzentrieren. Die Marke und Produkte in **Argentinien** und **Uruguay** wurden an **Molinos Río de la Plata** verkauft, international ging man eine Allianz mit **Kraft** ein. Das Unternehmen hört auf, im Supermarktregal zu konkurrieren, und verkauft stattdessen das Rezept und die Software, die es generiert.
Dieses Modell erinnert an Pharmaunternehmen, die Moleküle lizenzieren: Wer den Wirkstoff erfindet, stellt nicht immer die Tablette her. Der Unterschied hier ist, dass der „Wirkstoff“ eine Kombination aus Pflanzenproteinen ist und das Labor ein Algorithmus.
## Was bleibt vom Lebensmittelgeschäft?
Die offene Frage ist, ob dieses Lizenzmodell die Einhorn-Bewertung langfristig trägt. NotCo behält das schwer kopierbare Asset, Giuseppe und seine Formulierungsdatenbank, während es die kapitalintensiven Fabriken und LKWs an Dritte abgibt. Dies ist eine vernünftige Wette in einer Branche mit engen Margen.
Man sollte bedenken, dass Bewertungen von Startups keine konsolidierten Marktpreise sind, sondern Schätzungen von Investoren in privaten Finanzierungsrunden. Ein Einhorn kann aufhören, eines zu sein. Und kein KI-gestütztes Lebensmittel ersetzt das Urteil eines Ernährungsensernährung, wenn Zweifel an der Diät bestehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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