Großflächiger Stromausfall in Argentinien: 25 Millionen betroffen

Der Ausfall des Kernkraftwerks Atucha I und mehrerer Wärmekraftwerke ließ 25 Millionen Menschen in Argentinien ohne Strom und Wasser.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Stromausfall in Argentinien: 25 Millionen ohne Licht und Wasser

Ein Systemausfall riss das Kernkraftwerk Atucha I mit. Anschließend führte eine Phasenstörung zum Abschalten mehrerer Wärmekraftwerke, was die nationale Stromproduktion halbierte. Der Blackout betraf etwa 25 Millionen Menschen in der Hauptstadt, der Provinz Buenos Aires, Córdoba und Cuyo — Mendoza, San Luis und San Juan—. Mit ausgefallenen Ampeln brach der Verkehr zusammen, und Tausende Pendler warteten an Bahnhöfen auf Busse, die nicht kamen, da auch diese ohne Ampelsteuerung stillstanden.

Was passiert, wenn der Strom weg ist?

Der Ausfall beschränkt sich nicht auf Lampen. Elektrische Pumpen versorgen Hochhäuser nicht mehr, sodass diese binnen Stunden trockengefallen sind. Elektronische Schlösser verlassen sich auf Notstrom; wenn dieser fehlt, stehen Haustüren offen. Mobilfunkmasten nutzen ihre Akkus bis zur Erschöpfung, danach sind Handys nutzlos. Radio und TV senden nur weiter, wenn Generatoren vorhanden sind; sonst herrscht Stille. Während all dies geschieht, bricht die Nacht herein.

„In wenigen Stunden ist die Versorgung wiederhergestellt“

Dies war die Aussage von Santiago Yanotti, dem stellvertretenden Staatssekretär für Elektrizität, in den ersten Stunden. Die Realität sah anders aus. Ein zweiter Blackout unterbrach erneut die Versorgung im Ballungsraum Buenos Aires und betraf mehr als 620.000 Nutzer, nachdem ein vorheriger Ausfall bereits 550.000 Nutzer mitten in der Nacht getroffen hatte. Auch die Region NEA wurde abgekoppelt. Das Muster wiederholte sich: Neue Ausfälle im AMBA während einer Hitzewelle und ein Kälteeinbruch von fast zwei Tagen aufgrund von Gasmangel. Provisorische Lösungen greifen dort, wo sie am sichtbarsten sind.

Ein System, das mehrfach zusammenbricht

Das Muster beunruhigt mehr als der Einzelvorfall. Wenn Erzeugung, Transport und Verteilung gleichzeitig versagen, lässt die schnelle Reparatur im dicht besiedelten Gebiet den Rest des Landes warten. Beobachter vermuten, dass nur das Dringendste behoben wird, während das Binnenland viele Stunden im Dunkeln bleibt. Manche argumentieren, das Netz erhole sich schnell und die Lage sei übertrieben; dagegen sprechen die wiederholten Ausfälle und die Lastspitzen bei Hitze. Szenarien eines langanhaltenden Zusammenbruchs werden von anderen als Alarmismus abgetan.

Gefrierschrank, Pökeln und die alte Welt

Unter dem Blackoff liegt eine andere Debatte: Wie abhängig ist unser Leben vom Strom? Einige meinen, man könne ohne TV, Computer und Internet leben, aber nicht ohne Gefrierschrank, da Fleisch und Fisch nicht mehr wie früher konserviert werden können. Andere entgegnen, das Problem liege nicht beim Haushaltsgerät, sondern in der Lieferkette der Supermärkte; wenn Logistikunternehmen darauf verzichten, ist der heimische Kühlschrank irrelevant. Zwischen diesen Positionen erinnern Menschen aus Regionen mit geringer Stromversorgung daran, dass Pökeln, Einmachen und Säuern früher das Eis ersetzten, und dass bei Hitze eigentlich nur ein Ventilator wirklich vermisst wird.

Die andere Front: Kampfflugzeuge, Bündnisse und Warnungen aus Washington

Während das Netz zusammenbrach, kam ein diplomatisches Kapitel hinzu. Die republikanische Kongressabgeordnete María Elvira Salazar warnte, Argentinien plane den Bau einer Fabrik für Militärflugzeuge mit chinesischer Technologie zum Export in die Region, was sie als „Pakt mit dem Teufel“ bezeichnete. Die NATO blockiert seit dem Konflikt um die Falklandinseln militärische Austausche mit dem Land, was Buenos Aires westliche Lieferanten kostet. Eine Erinnerung daran, dass technologische Abhängigkeit nicht nur eine Frage der Steckdosen ist.



Der entscheidende Vergleich ist nicht elektrisch, sondern wirtschaftlich. Das Pro-Kopf-Einkommen Spaniens übertraf das Argentiniens im Jahr 1964, und die Lücke wächst seither. 1995, beim Start des digitalen Mobilfunks, hatte Spanien bereits 400.000 analoge Anschlüsse mit einer Flächendeckung von 98 %. Jeder Stromausfall zeigt heute dasselbe Bild wie jene Statistik: Infrastruktur, die vor Jahrzehnten gebaut wurde – oder eben nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (163 Antworten).

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