Sánchez warb 2018 um Hedgefonds, heute fordert er Solidarität

Noch 2018 lud Sánchez die sogenannten Geierfonds zur Investition in Spanien ein, jetzt fordert er Solidarität von den Vermietern, um die Mieten nach dem Fall Maricarmen zu senken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez warb 2018 um Hedgefonds, heute fordert er Solidarität
Von den Geierfonds 2018 zum Camp am Sol wegen Maricarmen

2018 lautete die Botschaft aus La Moncloa an internationale Investoren: Spanien ist ein guter Ort, um Geld in Immobilien zu stecken. Wie The Objective berichtet, ermuterte Pedro Sánchez damals die sogenannten Geierfonds, im Land zu investieren. Jahre später bittet dieselbe Regierung die Eigentümer, mit anzupacken und die Mieten zu bremsen. Dieser Kontrast ist der Kern der gesamten Debatte rund um das Maricarmen-Dekret.

Die Wende von 2018 zu 2020: von der Anwerbung der Fonds bis zur Zahlung von Hilfen an sie

Es blieb nicht bei einem Wechsel der Rhetorik. Im Jahr 2020 enthielt das mitten in der Gesundheitskrise verabschiedete Räumungsnotdekret auch finanzielle Hilfen für Banken und große Wohnungshalter, wie Izquierda Diario berichtete. Unidas Podemos gab dem PSOE nach und akzeptierte, Großvermieter zu entschädigen, um deren Einkünfte zu sichern. Die Rechnung dieses Kapitels bezahlte der Steuerzahler.

Das Paradox lässt sich auf einer Kundgebung kaum vermitteln. Zuerst wird ausländisches Kapital zum Wohnungskauf eingeladen; dann wird es entschädigt, wenn der Mieter nicht zahlen kann; schließlich wird dem kleinen Vermieter abverlangt, auf eine Mieterhöhung zu verzichten. Für sich genommen klingt jeder Schritt vernünftig. Zusammen ergeben sie ein höchst unangenehmes Muster.

Die Partei mit den meisten Abgeordneten als Rentner-Besitzer nach Junts und Bildu

Der PSOE ist laut El Debate die Partei mit den meisten Abgeordneten, die Einkünfte aus Vermietung beziehen, nach Junts und Bildu. Diese Zahl, unangenehm für jene, die die Preiskontrolle zur Fahne erhoben haben, trifft auf eine andere: Die Wohnungsbauministerin, Eigentümerin von sieben Immobilien, fordert von den Vermietern Solidarität, um die Mieten zu senken. Manche tun das als Anekdote über das Privatvermögen ab; dagegen spricht das Argument, dass wer über Mietverhältnisse Gesetzgebung betreibt, nicht auf der Seite des Vermieters sitzen sollte. Der Zufall lädt zumindest zum schiefen Lächeln ein.

Wer zahlt, wenn ein schutzbedürftiger Mieter nicht zahlt?

Das ist die Frage, die den Machtkampf prägt. Nach dem Fall Maricarmen hat die Regierung in einem Entwurf, den The Objective veröffentlichte, vorgeschlagen, dass die Eigentümergemeinschaften die Zahlungsausfälle schutzbedürftiger Mieter übernehmen sollen, zusätzlich zu den offenen Versorgungskosten. Die Maßnahme verlagert die Kosten auf die organisierten Eigentümer, nicht auf den Staat.

Hier beginnt das Anpassungsproblem. Einen Großbesitzer mit leerer oder vermieteter Wohnung trifft der Scherz kaum. Geht es aber um den Vermieter mit einer einzigen Immobilie, der diese Miete zur Begleichung seines Hypothekendarlehens braucht, sieht die Rechnung völlig anders aus. Solidarität wiegt je nachdem, von wem sie verlangt wird, unterschiedlich schwer.

Der Protest am Sol: «Entweder fällt der Rentismus oder die Regierung»

Der Marsch, der das Maricarmen-Dekret fordert, mündete in einem Camp an der Puerta del Sol. Der Slogan, der den Protest zusammenfasst, «Entweder fällt der Rentismus oder die Regierung», zielt eher auf die Eigentümer als auf die Fonds. Und genau dort stockt die Analyse.

Eine kursierende Rechnung schreibt den institutionellen Fonds rund 8 % der Mietwohnungen zu. Die restlichen 92 % entfielen auf private Vermieter. Stimmt dieses Verhältnis, dann sind der «Rentier» auf dem Transparent und der reale Vermieter nicht dieselbe Person. Eine Erhebung, die das bestätigt oder widerlegt, hat bislang niemand veröffentlicht.

Von jemandem mit sieben Wohnungen dieselbe Solidarität zu verlangen wie von jemandem mit einer einzigen Wohnung und einer Hypothek bedeutet, zweien, die nichts gemeinsam haben, dasselbe abzuverlangen. Das Dekret unterscheidet bislang nicht. Das Camp auch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (31 Antworten).

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