Centra: Die Krypto, die das Tausendfache versprach und 75% einbrach

Centra versprach, das eigene Bitcoin in 7 Tagen zu vervielfachen. Der Kurs stieg auf 4 Dollar und fiel auf 0,49. Die Geschichte eines Betrugs, der in einem Anlageforum beworben wurde.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Centra: Die Krypto, die das Tausendfache versprach und 75% einbrach
Centra versprach, das eigene Bitcoin zu vervielfachen – und brach um 75% ein

Eine Nachricht in einem Anlageforum, ein Versprechen, das Geld in sieben Tagen zu vervielfachen, und ein scheinbar unschlagbarer Tipp: „Tauscht euer Bitcoin und kauft sofort.“ Am 18. September 2017 notierte Centra (CTR) an den Börsen Cryptopia und Livecoin über 1,50 Dollar. Der Initiator, der sich als Insider ausgab, behauptete, die Marke von 15 Dollar würde in weniger als einer Woche fallen. Das offizielle ICO startete am nächsten Tag zu 1,50 Dollar pro Token. Die Warnung war deutlich: „Es gibt zu viel FOMO.“

Der Köder griff. Mehrere Leser fragten, wie man kaufe, über welche Börse man Bitcoin schicke und wie lange die Transfers dauerten. Manche investierten Geld. Andere, vorsichtigere, sahen nur zu. Die folgende Geschichte ist die einer Kryptowährung, die zeitweise bei 4 Dollar notierte und anschließend auf 0,49 abstürzte – mit Betrugsvorwürfen, einer angeblich gehackten Website und einem Gründerteam unter Verdacht.

Was Centra war und warum es so viel versprach

Centra präsentierte sich als eine Krypto-Debitkarte, die Gebühren minimierte. Die Token sollten theoretisch innerhalb dieses Ökosystems genutzt werden. Das Konzept passte in die Stimmung Ende 2017, als jedes Projekt mit dem Wort Blockchain vielversprechend schien. Der Initiator selbst räumte ein, dass das offizielle ICO am nächsten Tag zu 1,50 Dollar startete, rief aber dazu auf, nicht zu warten: „Es gibt zu viel FOMO.“

Die Mechanik war einfach: Bitcoin oder Ethereum auf Coinbase oder LocalBitcoins kaufen, zu Cryptopia oder Livecoin schicken und Token erwerben. Für Laien wurde von EtherDelta abgeraten. Die Liquidität war jedoch gering. Eine damalige Analyse wies darauf hin, dass das durchschnittliche Handelsvolumen bei rund 200.000 Dollar täglich lag, was es praktisch unmöglich machte, große Positionen zu verkaufen, ohne den Kurs zu bewegen.

Die Warnung vor der mangelnden Liquidität war einer der ersten Risse. „Wenn jemand das Äquivalent von 1 BTC dieser Kryptos verkaufen wollte, würde der Kurs auf 7.000 fallen“, rechnete ein Beobachter vor. Das heißt, der Preis konnte durch eine relativ bescheidene Order einbrechen. Dieses Detail, von vielen ignoriert, kündigte das Desaster an.

Von der Begeisterung zur Skepsis: die Warnsignale

Mit den Tagen wuchsen die Zweifel. Ein Teilnehmer mit begrenzter Erfahrung, aber viel Neugier wies darauf hin, dass das Netz voller Kritik an den Gründern war: „Schon lange hieß es, das sei ein Scam; heute heißt es, die Website sei gehackt worden und war und ist nicht erreichbar.“ Zudem verwies er auf die geringe Geschäftserfahrung des Teams und auf Facebook-Fotos, die Protz atmeten.

Eine andere Nachricht betonte die Inkonsistenz der Preise: Es wirkte seltsam, dass die Münze an den Börsen billiger war als im ICO. Und das Gründerteam, zwei junge Männer ohne Branchenerfahrung, betrieb eine Firma für Luxuswagenvermietung in Miami. Zu schön, um wahr zu sein.

Die Erfahreneren riefen zur Ruhe. „Es bleiben noch 16 Tage ICO, kein Grund zur Panik“, schrieb jemand. Doch die offizielle Erzählung zerfiel. Die zeitweise unerreichbare Website, die Kritik in den sozialen Medien und der Mangel an Transparenz über die Anzahl der im Umlauf befindlichen Token nährten das Misstrauen.

Der Absturz: von 4 Dollar auf 0,49

Der Kurs hielt sich kurz. Er stieg sogar auf 4 Dollar, was einigen erlaubte, mit Gewinn auszusteigen. „Obwohl ich 75% im Minus war, konnte ich mit etwas Gewinn raus; ich wollte die Münze einfach nur loswerden“, erzählte ein Anleger. Doch die Erholung war von kurzer Dauer. Der Kurs stürzte ab: erst 0,60 Dollar, dann 0,495. Mehr als 50% Verlust seit Eröffnung des Threads.

Der Vergleich schmerzte. Während 90% der Münzen gegenüber dem Dollar stiegen, sackte Centra ab. Die Frage eines Lesers war unausweichlich: „Was ist passiert?“ Der Initiator des Tipps zeigte sich nicht mehr. Die Betrugsvorwürfe häuften sich. „Centra: Betrug bestätigt“, urteilte eine Nachricht.

Die Unmöglichkeit zu verkaufen war ein weiterer Schlag. Auf kleinen Börsen wie Cryptopia gibt es keinen Käufer, wenn niemand kaufen will. „Ich habe ein paar Dimecoins, die gelegentlich stark steigen, und kein Schwein kauft sie mir ab“, erzählte ein Anleger. Die fehlende Liquidität verwandelte jeden Ausstiegsversuch in einen weiteren Kursrückgang.

Lehren aus einem handfesten Pump & Dump

Der Centra-Fall zeigt die Risiken, anonymen Tipps in Foren zu folgen. Das Versprechen, das eigene Bitcoin in sieben Tagen zu vervielfachen, war zumindest fahrlässig. Die Pump-&-Dump-Struktur zeigt sich im Chart: schnelle Anstiege, gefolgt von Abstürzen. Experten empfehlen, bei den Erholungen zu verkaufen und Verluste zu realisieren, bevor es zu spät ist.

Der Fall verdeutlicht auch die Bedeutung der Liquidität. Ein Asset mit einem Tagesvolumen von 200.000 Dollar kann große Orders nicht absorbieren, ohne dass der Kurs einbricht. Die Illusion des schnellen Reichtums zerplatzt, wenn man sie einlösen will.

Die Geschichte von Centra ist kein Einzelfall. Andere Kryptowährungen folgten demselben Muster: großspurige Versprechen, ein intransparentes Team, geringe Liquidität und ein vorhersehbares Ende. Der Unterschied: Hier wurde alles Schritt für Schritt dokumentiert, mit Namen, Zahlen und Daten.

Die verblüffende Zahl

Centra schaffte es sogar, an der Börse Binance gelistet zu werden, was manche als Rückendeckung deuteten. Der Kurs erholte sich kurz. Doch der Schaden war irreversibel. Jahre später gilt die Münze noch immer als Beispiel für Betrug. Die ursprüngliche Nachricht mit ihrem „Ihr habt 24 Stunden“ und ihrem „Das Spiel beginnt“ ist zum Belastungsbeweis für ein gebrochenes Versprechen geworden. Niemand hat es jemals zurückgegeben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (94 Antworten).

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