Carrefour verliert Boden: Weniger Gewinn, mehr Frust
Warum wirkt ein Riese mit 158 gesammelten Beschwerdebeiträgen in einem Thread wie ein apokalyptischer Basar? Die kurze Antwort: Zahlen lügen nicht. Der Gewinn je Aktie von Carrefour lag zwischen 1,35 Euro von 2021 bis 2024, brach aber 2025 laut den Daten des Threads ein. Die Aktie, die an der Börse aufgeblasen wirkte, erholt sich nicht. Finanzkenner sagen oft: Investoren wittern Probleme, bevor es der Kunde merkt.
Der Kunde beschreibt meanwhile Szenen eines nuklearen Apokalypse: Dreck, Chaos, leere Regale und Preise, die mit nichts mehr konkurrieren können. Es ist kein Einzelfall. Mehrere Stimmen sind sich einig, dass das klassische Hypermarkt-Modell — jenes aus den 80er und 90ern mit titanischen Fixkosten — wankt. Die Leute wollen kleine Läden, schnellen Einkauf und dann weg. Elektronik holt sich Amazon. Und der Hypermarkt bleibt bei denselben Aktionen wie vor drei Jahrzehnten.
Der Gewinn je Aktie im freien Fall
Die härteste Zahl kommt nicht von einer Kasse mit zwei Angestellten und achtzig Kunden in der Schlange. Sie kommt vom Gewinn je Aktie. Zwischen 2021 und 2024 bewegte sich Carrefour bei etwa 1,35 Euro pro Titel. 2025 stürzte dieser Indikator ab. Der Rückgang ist kein Quartalsloch: Es ist ein Trend, den Investoren längst eingepreist haben, da der Kurs dem allgemeinen Börsenboom hinterherhinkt.
Manche behaupten, der Markt sieht etwas, das der Gelegenheitskäufer nicht spürt: ein Geschäftsmodell, das Jahr für Jahr Marktanteile verliert. Alcampo, ein direkter Konkurrent, spürt dies bereits. Bei der französischen Kette führt der Attraktivitätsverlust zu weniger Traffic, kleineren Bonbons und höheren Fixkosten pro Quadratmeter. Die Rechnung geht nicht auf.
Der Hypermarkt riecht nach chinesischem 90er-Basar
Die häufigste Beschreibung ist nicht wirtschaftlich, sondern sensorisch. Ein Stammkunde, der nach Jahren zurückkam, fasste es so zusammen: chaotisch, dreckig, verwüstet wie nach einer nuklearen Apokalypse, und sauteuer. Ein anderer ergänzt, man habe den Schuhgang schon am Geruch gefunden, wegen des Gestanks von billigem Plastik und Gummi. Das Einkaufserlebnis sei stärker gefallen als die Margen.
Es ist keine bloße Empfindung. Im Referenz-Hypermarkt eines Wettbewerbsmitarbeiters waren die Feiertage — von Black Friday bis Heilige Drei Könige — täglich ein Menschenauflauf. Nach der Pandemie ging der Zulauf Jahr für Jahr zurück. Das gleiche Muster zeigt sich bei anderen Ketten: weniger Besucher, längere Schlangen wegen Personalmangel und das Gefühl, die Filiale sei in einer anderen Zeit stehen geblieben.
Zwei Kassiererinnen, achtzig Kunden, fünfundzwanzig Minuten Wartezeit
Das Nadelöhr ist nicht nur das Sortiment. Es ist das Personal. Ein konkreter Fall beschreibt einen Dienstag um sieben Uhr abends mit zwei Kassiererinnen für achtzig Kunden in der Schlange. Die Hälfte ging zu den Selbstbedienungskassen, die paradoxerweise alles verlangsamen, weil eine Mitarbeiterin sie aktivieren und dann prüfen muss, ob du nichts ohne Scan mitgenommen hast. Ergebnis: fünfundzwanzig Minuten für drei Artikel. Das Fazit des Betroffenen ist eindeutig: nie wieder.
Solche Szenen nähren das Gefühl der Vernachlässigung. Es fehlt nicht überall die Nachfrage: Die Nahversorger der Konkurrenz sind weiterhin voll. Das Problem ist spezifisch für das Hypermarkt-Format, gefangen zwischen Lagerhallen-Fixkosten und einer Kundschaft, die keinen Grund mehr sieht, das Auto zu nehmen.
Das wackelnde Modell: Weniger Auto, mehr Nahversorgung
Die These lautet, dass der klassische Hypermarkt in einer strukturellen Krise steckt. Die Nahkonkurrenz — Mercadona, Lidl, Aldi, Ahorramas — hat Marktanteile gefressen. Der Verbraucher will seinen Einkauf in fünfzehn Minuten erledigen, nicht in einer Stunde inklusive Parkplatzsuche. Und Elektronik, Basarartikel und Textilien, einst die Alleinstellungsmerkmale des Hypermarkts, sind gegenüber Amazon und Fachgeschäften eingebrochen.
Im Hypermarkt eines Brancheninsiders leeren sich die Abteilungen für Haushalt, Heimtextilien und Kleidung. Die Elektronikabteilung ist fast nur noch ein Roller-Verkaufsstand. Notebooks, Smartphones und Zubehör belegen immer weniger Platz. Was bleibt, ist die Großgeräte-Abteilung, denn ein Kühlschrank ist immer noch Grundbedürfnis. Der Rest des Modells zerfällt.
Die Strategie, alle drei Wochen alles umzuräumen, funktioniert nicht mehr
Eine übergreifende Beschwerde gilt allen Ketten: die Marotte, Produkte alle paar Wochen umzustellen. Die klassische Erklärung ist, dass diese Rotation Impulskäufe erzwingt, während man sucht. Aber die Strategie, sagen Kritiker, ist veraltet. Der Käufer von 2025 prüft Preise am Handy, hat eine Liste und lässt sich nicht von der Milchplatzierung lenken.
Das Ergebnis ist eine ermüdende Erfahrung. Kommt hinzu, dass die Preise nicht mehr wettbewerbsfähig sind — mehrere Berichte setzen Carrefour über Mercadona bei vergleichbaren Produkten —, bleibt als Grund zur Rückkehr nur die spezifische Marke, die man woanders nicht findet. Zu wenig, um eine Hypermarkt-Struktur zu tragen.
Was rettet wird: Fisch, Fleisch und die Rabatt-App
Nicht alles ist Asche. Ein Teil der Kundschaft verteidigt das Format wegen der Vielfalt. Die Fischtheke, die Metzgerei, die Käsetheke und die Bäckerei mit Personal dahinter sind Assets, die der Nahversorger nicht repliziert. Wer lokale Produkte, Coupons und kumulierte Rabatte sucht — inklusive der Familienkarte — findet bei Carrefour den einzigen Ort, an dem er das Gefühl hat, etwas zu sparen.
Das Problem ist, dass diese Nische keinen Hypermarkt füllt. Extreme Vielfalt und Bedienungstheke rechtfertigen die Fahrt für eine Minderheit, nicht für die Masse. Und während die Masse zum Laden unten geht, zahlt der Hypermarkt weiter die Stromrechnung, den Parkplatz und die Hallen, die niemand mehr betritt.
Am Ende stellt sich nicht die Frage, ob Carrefour seine Schlangen oder Sauberkeit fixen kann. Sondern ob jemand in der französischen Zentrale Interesse daran hat. Denn die Gewinnzahlen fallen nicht allein, und die Kassen mit zwei Angestellten bleiben nicht zufällig leer. Vielleicht ist der Plan, den Hypermarkt langsam verlöschen zu lassen, wie die Lichter in Industriegebäuden, die niemand mehr einschaltet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (158 Antworten).