Carbonell für 12 €/Liter: Der Anstieg des Olivenölpreises
Zwölf Euro für einen Liter Carbonell. Dieselbe Flasche kostete vor zwei Jahren nur zwei Euro. Multiplizieren Sie das: sechsmal mehr. Und der Anstieg scheint seinen Höhepunkt noch nicht erreicht zu haben, denn einige gehen davon aus, dass er bei dreizehn landen wird, während andere die unbequeme Frage stellen: Kommen wir bei zwanzig an? Olivenöl, ein Emblem der spanischen Küche, hat aufgehört, sich wie ein Grundnahrungsmittel zu verhalten, und benimmt sich stattdessen wie ein Luxusartikel.
Der Preisanstieg ist keine bloße Etikettenanekdote. Es ist eine Momentaufnahme davon, wie die Wertschöpfungskette verteilt ist, vom Baum bis ins Regal, und wer am Ende die Zeche zahlt: der Kunde, der den Einkaufswagen schiebt.
Warum steigt der Preis, wenn der Abfüller Geld verliert?
Carbonell ist die Flaggschiff-Marke von Deoleo, und manche behaupten, das Unternehmen verkaufe ein Produkt mittlerer Qualität über dem Marktpreis, während es jahrelange Verluste ansammelt. Wenn der Hersteller nicht verdient und auch der Landwirt nicht wohlhabend erscheint, muss die Marge irgendwo anders liegen. Der häufigste Verdacht richtet sich gegen Großhändler, denen vorgeworfen wird, sie würden sich auf Kosten der Preisbewegung bereichern. Diese These fasst das allgemeine Gefühl zusammen: Jemand wird damit reich, und es ist bestimmt nicht derjenige, der das Feld bearbeitet.
Die Börsenentwicklung passt auch nicht ganz zur Erzählung der Knappheit. Wer das Unternehmen verfolgt, erinnert sich daran, dass die Kapitalerhöhung alte Aktionäre in die Enge trieb: Diejenigen, die vor 2020 zu 0,50 Euro pro Aktie kauften, mussten nachschießen oder alles verlieren, während Neueinsteiger zu 0,15-0,18 kamen. Heute liegt der Kurs bei etwa 0,24. Bescheidene Zahlen für ein Unternehmen, dessen Produkt zu Goldpreisen verkauft wird, obwohl die vollständige Berechnung, Position für Position, verwirrender ist als es scheint.
Der Angebotskrieg: Von 4,50 € auf 12 € pro Liter
Der Vergleich, der am meisten beunruhigt, ist der auf den Regalen. Eine Kette französischen Ursprungs stellte einen Zwei-Liter-Kanister natives Olivenöl extra der Marke Mozainos für neun Euro ins Regal, was den Literpreis auf 4,50 € senkt, fast 60 % unter dem aktuellen Preis. Ihr Konkurrent, ebenfalls französisch, hatte am Tag zuvor seine eigene Senkung angekündigt, mit einem Literpreis zwischen fünf und sechs Euro. Beachten Sie die Nuance: Es wurde als Promotion präsentiert, daher bleibt die Frage offen, auf welchen Preis der Artikel zurückkehrt, wenn die Aktion endet.
Dass jemand für 4,50 € verkaufen kann und ein anderer für 12 €, zwingt uns zur Frage, was dazwischenliegt. Die offensichtlichste Antwort ist das Label: Die Marke wiegt schwerer als der Inhalt.
Und dann gibt es die Falle des Angebots. In einem Supermarkt rissen die Leute Küchenpapierrollen für einen Euro weg, die wie 600 Blätter aussahen, aber tatsächlich nur 150 enthielten; das Paket mit vier Rollen à 600 Blätter Eigenmarke kostete 3,44 €. Das große Schild täuscht, der Einzelpreis entscheidet. Mit Öl passiert dasselbe: Man muss auf den Preis pro Liter achten.
Rationierung, Kanister und die internationale Preiskarte
Bei steigenden Preisen wird das Verhalten vorsorglich. Es wird von Rationierung gesprochen; manche haben bereits vier Kanister gekauft, falls die Preise weiter steigen; und nicht wenige erinnern sich an die Zeit, als der Fünf-Liter-Kanister 20-21 € kostete. Zu diesem Preis gekauft, ist er heute ein Relikt.
Außerhalb Spaniens sind die Referenzen kaum tröstlich. In Frankreich sah man den Liter der Eigenmarke bei zehn; in der Schweiz lag eine Eigenmarkenmarke bei 6,89 Franken, etwa sieben Euro; und in Thailand kostet der Liter eines als Luxus beworbenen Produkts 14 Euro. Die Anomalie ist nicht, dass Öl weltweit teuer ist. Es ist, dass es im Produktionsland teuer ist und der Unterschied zu Drittstaaten auf ein paar Euro schrumpft.
Woher kommen die Oliven in der Flasche?
Eine weitere Verdachtslinie betrifft die Herkunft. Manche behaupten, ein Teil des von großen Marken abgefüllten Öls werde mit importierten Oliven aus der Türkei und Algerien hergestellt, wobei die Frage nach den Pestizidrückständen offen bleibt. Es ist eine unbewiesene Anschuldigung, die aber zeigt, wie tief das Misstrauen gegenüber den Kennzeichnungen sitzt.
Demgegenüber steht die am häufigsten wiederholte Empfehlung, das Etikett zu lesen und auf die angegebene Herkunft zu achten. Wer dieses Detail überwacht, gibt zu, dass man ihn immer noch hereinlegen könnte, bevorzugt aber Produkte spanischer Herkunft gegenüber Behältern ohne klare Herkunft.
Sonnenblumen-, Trester- und Mühlenöl: Flucht vom Regal
Die Reaktion der Verbraucher war wie immer: Substitution. Sonnenblumenöl für einen Euro ist zum Joker beim Braten geworden; Tresteröl taucht als Zwischenoption in einigen Regalen für 3,99 € auf; und für Salate halten sich jene, die es können, an natives Olivenöl extra. Die ungeschriebene Regel hat sich durchgesetzt: Olivenöl für das, was zählt, Sonnenblumenöl für den Rest. Manche verteidigen, dass natives Olivenöl Hitze besser verträgt als raffiniertes Sonnenblumenöl, während andere entgegnen, dass bei diesen Preisen die Ernährungsdiskussion ein Luxus ist.
Der andere Ausweg ist, den Zwischenhändler auszuschalten. Direkt bei der Ölmühle zu kaufen spart ein paar Euro und erlaubt vor allem zu wissen, was man kauft. Daher gewinnt die Botschaft, das Geld lokalen Produzenten statt großen Vertriebskanälen zukommen zu lassen, an Boden.
Wenn der Liter in zwei Jahren von zwei auf zwölf Euro gestiegen ist und weder Züchter, Abfüller noch Verkäufer dabei reich geworden zu sein scheinen, welcher Teil dieses Preises ist reale Kosten und welcher Teil ist einfach das, was der Markt entschieden hat, dass der Verbraucher bereit ist zu zahlen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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