Benidorm: Spaniens dichteste Stadt und ewiger Streit

Zwei Buchtstrände, Hochhäuser und eine von MVRDV gelobte Dichte spalten Benidorm zwischen urbanem Modell und Massentourismus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Benidorm: Dichte, Tourismus und der endlose Streit um sein Modell

Ein Wochenende in Benidorm hat ausgereicht, um eine der ältesten Debatten an der spanischen Küste neu zu entfachen: Ist die Stadt der Hochhäuser am Meer ein städtebauliches Wunder oder ein touristischer Albtraum? Die Befürworter sind fasziniert von den zwei riesigen Buchtstränden, dem goldenen Sand und einer Skyline ohne Beispiel im Mittelmeerraum. Die Kritiker reagieren mit Verachtung. Zwischen beiden Extremen schleicht sich oft dasselbe Missverständnis ein: persönlichen Geschmack als Argument zu verkaufen.

Warum ist Benidorm ein einzigartiger Fall für die Stadtplanung in Spanien?

Die Struktur der Stadt gleicht nichts anderem an der spanischen Küste. Zwei große gegenüberliegende Buchten, eng aneinandergedrückte Gebäude direkt am Meer und eine Bebauungsdichte, die einst die internationale Architekturavantgarde auf sich zog. In den 90er-Jahren widmete das niederländische Büro MVRDV diesem Phänomen ein Buch, „Costa Ibérica“, in dem genau dies hervorgehoben wurde: die Dichte, die Infrastruktur und die Nachhaltigkeit eines Modells, das wenig Fläche verbraucht und Dienstleistungen konzentriert.

Der häufigste Vergleich ist nicht bescheiden: Benidorm als mediterranes Äquivalent zu Miami Beach, neben Copacabana, Dubai oder der australischen Gold Coast in der Liste ikonischer Plätze weltweit. Ob übertrieben oder nicht, die Parallele beruht auf physischen Gegebenheiten, die kaum jemand bestreitet.

Kompakte Stadt versus verstreute Siedlungsstruktur

Die Debatte lenkt schnell auf das Stadtmodell. Im Gegensatz zu niedrigen Blöcken und Reihenhäusern befürworten manche Türme mit zehn bis fünfzehn Stockwerken in den Erweiterungsgebieten, mit Nahversorgung und baumbestandenen Promenaden. Das Argument ist einfach: Wenn alles verstreut liegt, wird das Leben zu zwei Stunden Autobahnfahrt, nur um Brot zu kaufen.

Nicht alle akzeptieren dieses Rezept. Manche sehen in diesen Türmen eine aufgesetzte Ästhetik, fremd für das Mittelmeer, und behaupten, der Preis der Dichte sei Enge. Die Kritik stützt sich auf einen konkreten Punkt: Ohne Einfamilienhäuser und nur mit Wohnungen wird der verfügbare Wohnraum knapper.

Sommer, Überfüllung und Billigtourismus

Der Hauptvorwurf gilt nicht dem Design, sondern der Hochsaison. Von Juni bis September ist die Stadt überfüllt, und ein großer Teil dieser Masse hat britischen Akzent: Arbeitertourismus, Tattoos und All-inclusive-Bars, der jenseits der Grenzen seinen eigenen Ruf aufgebaut hat. Manche empfehlen Reisen außerhalb von Juli und August; andere berichten von bis zu 200 Besuchen über Jahre hinweg, gerade um diese zwei Monate zu meiden.

Zu diesem Strom kommt der klassische Reisende hinzu, der IMSERSO-Gast (spanisches Sozialtourismusprogramm), der einen Großteil des Winters mit seiner Rente als Budget trägt. Es ist die andere Seite desselben Geschäfts: Ein Ziel, das zwölf Monate lang Betten füllen muss, mit Publikum, das sich kaum kreuzt.

Wenn die Debatte kippt: Vom Geschmack zur Schuldzuweisung

An einem bestimmten Punkt dreht sich das Gespräch nicht mehr um Stadtplanung, sondern um etwas anderes. Ein Teil der Diskussionsteilnehmer führt einen vermeintlichen Verfall der Stadt auf die Ankunft von Migranten zurück, eine Diagnose, die andere Stimmen rundweg ablehnen und die durch keine Daten gedeckt ist: Es ist der übliche Trend, jede Unzufriedenheit auf einen Sündenbock abzuladen. An dieses Argument hängen sich vereinzelte Nachrichten, wie die Festnahme von vier Personen nach einer Auseinandersetzung in einem Bus aus Benidorm, bei der ein 45 Zentimeter langes Machete auftauchte, verwendet als angeblicher Beweis für einen allgemeinen Trend, den niemand belegt.

Der Rest ist Lärm: gegenseitige Vorwürfe, Beleidigungen und der – berechtigte – Verdacht, dass die lautesten Schreier die schwächsten Argumente haben. Die Stadt unterdessen baut weiter Türme und füllt ihre Strände.



Am Ende bleibt die Kernfrage unbeantwortet: Wenn Benidorm als städtisches Modell so gut funktioniert, warum erzeugt es so viel Ablehnung? Und wenn es so verhasst ist, warum hört es nicht auf zu wachsen? Niemand schließt den Kreis. Vielleicht ist das Problem nicht die Stadt selbst, sondern was jeder Einzelne auf sie projiziert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (137 Antworten).

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