BYD verspricht Laden in 5 Minuten: Das Stromnetz hält nicht mit
Eine 88-kWh-Batterie in fünf Minuten zu füllen, erfordert laut Berechnungen eine Momentanleistung von 1.000 kW. Dies entspricht ungefähr dem Spitzenverbrauch eines Wohnblocks mit 155 Einheiten. BYDs Versprechen – 400 Kilometer Reichweite bei einer Tasse Kaffee – ist physikalisch möglich, aber logistisch problematisch. Die Frage lautet nicht mehr, was das Auto kann, sondern wer den Strom liefert.
Was für ein Laden in fünf Minuten nötig ist
Die Mathematik ist unerbittlich. Ein Fahrzeug, das 22 kWh pro 100 Kilometer verbraucht und 400 Kilometer Reichweite bietet, muss 88 kWh in fünf Minuten aufnehmen: 1.000 kWh pro Stunde, also etwas mehr als ein Megawatt Leistung. In gerundeten Zahlen berechnet ein Teilnehmer, dass 1 MVA etwa 2.500 Ampere entsprechen, die durch ein Kabel fließen, obwohl andere daran erinnern, dass Ladegeräte dieser Klasse mit 1.000 Volt und 1.000 Ampere arbeiten und über Flüssigkeitskühlung verfügen, die den Querschnitt des Schlauchs reduziert, ohne das Kupfer zu schädigen. Es gibt sogar jene, die den Scherz in häusliche Einheiten übersetzen: Ein Elektroauto, das 15 kWh pro 100 Kilometer verbraucht, „wiegt“ 540 Newton, die Kraft, die eine Masse von 55 Kilogramm ausübt. Ein durchschnittliches Verbrennerfahrzeug wiegt etwa 200 Kilogramm. Energie bewegt sich schnell oder gar nicht.
Die Tiefgarage mit 155 Plätzen, die die Umspannstation sprengt
Hier taucht das Konzept auf, das alles entscheidet und nicht in Broschüren steht: der Gleichzeitigkeitsfaktor. Nach der im Thread angeführten Berechnung hat ein Gebäude mit 155 Wohnungen und ebenso vielen Stellplätzen keine 775 kW (155 mal 5 kW) vertraglich vereinbart. Der Netzbetreiber wendet eine Formel an – 13,5 kW für die ersten Einheiten, ein halbes kW für jede weitere – und das Ergebnis liegt bei rund 81 kW. Das heißt, zehnmal weniger als das, was die Theorie ergäbe.
Stellen wir uns nun vor, alle 155 Autos sind elektrisch und fahren täglich 60 Kilometer: 1.860 kWh pro Tag, etwa 77,5 kW mittlere Leistung. Die Rechnung geht nur auf, wenn niemand gleichzeitig lädt. Kein Netz wird für den theoretischen Maximalwert dimensioniert, und hier liegt der Knackpunkt: Wer behauptet, die Infrastruktur halte stand, stützt sich auf gestaffeltes Nachtladen; und es gibt ironische Stimmen, die einen Notstromgenerator von 247 Litern pro Stunde erwähnen, der in fünf Minuten Ladezeit 20,5 Liter verbrauchen würde, um ein Auto anzutreiben, das vorgibt, nichts zu verbrennen.
Schnellladen ist teuer und die Straße hat keine Steckdose
Der am häufigsten genannte Punkt ist nicht technologischer, sondern häuslicher Natur. Manche behaupten, dass fast die Hälfte der Autos auf der Straße parkt und etwa 70 % der Bevölkerung in Wohnungen lebt, sodass günstiges Nachtladen nicht für jeden zugänglich ist. Bei Tarifen für Schnellladen schrumpft der Kostenvorteil gegenüber Benzin; mit einer Steckdose in der Garage ist das Elektroauto unschlagbar. Alles andere, so die Argumentation, sind Schaufenster-Spielereien.
Shenzhen als Labor: 1,2 Millionen Elektroautos
Laut einem Teilnehmer übersteigt die chinesische Stadt mit 12 Millionen Einwohnern bereits 1,2 Millionen Elektroautos, mehr als 70 % des Bestands, darunter elektrifizierte Taxis, Busse und Motorräder. Dort hat sich die Abfolge der Leistungsstufen beschleunigt, stets nach seinem Bericht: Im September wurden Ladegeräte mit 480 kW eröffnet, dann folgten solche mit 640 kW, und BYDs Ankündigung setzt die Messlatte auf 1.000 kW, wobei 1,2 MW bereits in Sichtweite rücken. Das Unternehmen spricht von 500 operativen Einheiten Anfang April und insgesamt 4.000. Der angekündigte Ausbau ist chinesisch; ob er hierzulande landet, ist eine andere Diskussion.
Zölle, Misstrauen und die Markenstory
Nach den Aussagen im Thread beschränkt sich das Schnellladenetz in Spanien auf Supercharger mit 250 kW und eine Mehrheit von Punkten mit 50 oder 100 kW, wobei die neueren Ionity-Stationen eine Ausnahme bilden. Auf diesem Boden liest sich das Fünf-Minuten-Versprechen als Werbung: Manche sprechen von chinesischer Propaganda, andere daran, dass der Hersteller die Türen finanziert, die er öffnet. Dasselbe Misstrauen trifft auch auf Testkanäle, denen eine kommerzielle Begeisterung zugeschrieben wird, die auf einem Markt mit kaum kritischen Stimmen schwer zu erklären ist. Währenddessen gilt im Diskurs als sicher, dass die Europäische Union Zölle im Namen des Klimaschutzes und fairer Wettbewerbsbedingungen vorbereitet, und auf dem Tisch liegt weiterhin ein unbequemer Fakt: Es ist die Rede von 60.000 MW, die aufgrund fehlender Netzkapazität abgelehnt wurden, in einem Land, das über die Abschaltung von Kraftwerken diskutiert.
Technisch ist es möglich, ein Auto mit einem Megawatt zu laden. Kommerziell ist es ein Versprechen mit Datum. Und elektrisch hängt es von einer Infrastruktur ab, die noch niemand gezeigt hat.
Wenn das Auto in fünf Minuten lädt und das Netz nicht weiß, wie man einen Megawatt pro Steckdose liefert, was nützt dann das Rennen? Wie viele dieser Ladegeräte müssen funktionsfähig gesehen werden, bevor man den Zahlen glaubt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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