Burgos sucht ausländische Arbeitskräfte bei Personalengpässen

Unternehmen in Burgos, Spanien, erklären, sie würden „alles aus dem Ausland“ einstellen wegen Personalmangel. Der Arbeitsmarkt zeigt seine Widersprüche.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Burgos sucht ausländische Arbeitskräfte bei Personalengpässen
Burgos sucht ausländische Arbeitskräfte bei Personalengpässen

Eine Vermittlungsagentur ruft einen 59-jährigen Mann an, der seit zwei Jahrzehnten keine Baustelle betreten hat und sieben Jahre lang nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Dies ist das unbeabsichtigte Porträt des Arbeitsmarktes, das sich aus den Klagen der Unternehmer in Burgos ergibt: Sie finden kein Personal und versichern, sie würden „alles Mögliche aus dem Ausland“ einstellen. Die Paradoxie ist beachtlich. Während der Bausektor sagt, ihm gehen die Hände aus, warten auf den Straßen halb Spaniens Leute am Donnerstag um elf Uhr morgens herum.

Der Bau klopft an Türen, die jahrelang geschlossen waren

Das erste verwirrende Datum ist der Anruf selbst. Eine Recruiting-Firma kontaktierte einen 59-jährigen Arbeitnehmer für eine Stelle im Bauwesen in Alicante. Er war fast 20 Jahre lang nicht auf einer Baustelle gewesen und sieben Jahre ohne Sozialversicherungsbeiträge. Die Anekdote fasst den Zustand des Marktes zusammen: Wenn der Recruiter Profile aufspürt, die längst vom Radar verschwunden waren, herrscht tatsächlich ein Mangel an Angebot.

Die ursprüngliche Beschwerde richtet sich an die Verwaltung. Die Unternehmer aus Burgos beklagen, dass die Ausländerbehörde von ihnen verlangt, nachzuweisen, dass die Stelle besser mit einem spanischen Einwohner besetzt werden kann. Das heißt: Das Verfahren zwingt sie zu beweisen, dass es keinen lokalen Kandidaten gibt, bevor sie Arbeitskräfte von außen holen können. Und hier prallen zwei Erzählungen aufeinander.

Warum sollen gleichzeitig Arbeitskräfte im Überfluss vorhanden sein und fehlen?

Weil beide Dinge im selben Gebiet wahr sein können. Ein Teil der Analyse behauptet, dass Hunderte von Arbeitslosen oder Bezieher von Leistungen bestimmte Jobs nicht annehmen. Eine andere Strömung entgegnet, dass das Problem nicht der Mangel an Händen sei, sondern die Qualität der Bedingungen: Tariflöhne, Schichtpläne, die nicht passen, und Mietpreise, die das Gehalt auffressen.

Das Argument des freien Marktes taucht schnell auf. Wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot übersteigt, sollte der Preis – der Lohn – steigen. Das ist Volkswirtschaftslehre für Anfänger. Die unbequeme Frage lautet, warum er nicht genug steigt, damit die Stelle für jemanden attraktiv wird, der zwanzig Minuten von der Baustelle entfernt lebt.

Die tatsächlichen Kosten der Mobilität für Arbeit

Arbeitsmobilität wird als Lösung angeführt, aber sie hat Kleingedrucktes. Bei den aktuellen Wohnungspreisen kann es teurer sein, für einen befristeten Vertrag in eine andere Provinz umzuziehen, als zu bleiben. Manche beschreiben Zwei-Zimmer-Wohnungen für 800 Euro monatlich in Gemeinden, in denen kaum qualifizierte Arbeitsplätze übrig sind. Die vollständige Berechnung, Posten für Posten, führt zu einer überraschenden Schlussfolgerung.

Hinzu kommt die Unsicherheit. Wenn die Arbeit nur drei Monate dauert, zerlegt niemand sein Leben dafür. Arbeitskräfte sind keine Flüssigkeit, die sich durch Schwerkraft bewegt; sie bewegen sich, wenn die Gleichung für sie sinnvoll ist.

Das Gespenst des Lohndumpings

Misstrauen durchzieht die gesamte Unterhaltung: Arbeitskräfte von außen zu holen, nicht um eine Lücke zu füllen, sondern um den Lohn nach unten zu drücken. Es wird argumentiert, dass die Suche nach Arbeitskräften in Ländern mit niedrigerem Einkommen es erlaubt, unter Tarif zu zahlen. Das schließt nicht aus, dass es Stellen gibt, die wirklich unbesetzt bleiben. Beides passt zusammen.

Der Dienstleistungssektor liefert das häufigste Beispiel. Es gibt Restaurants mit Eigentümern, die hohe Umsätze erzielen und, Berichten zufolge, Kellner zum Mindestlohn beschäftigen, obwohl diese weit mehr Stunden arbeiten als vereinbart. Wenn das stimmt, ist das Problem nicht der Mangel an Menschen: Es ist der Preis, zu dem man kaufen möchte.

Beihilfen, Anreize und die Haushaltsrechnung

Ein weiteres Puzzleteil sind die Sozialleistungen. Es wird behauptet, dass manche Haushalte das Existenzminimum (Ingreso Mínimo Vital, eine spanische Grundsicherung) beziehen und dass die Wahl zwischen X ohne Arbeit oder X plus 20% bei harter körperlicher Arbeit nicht offensichtlich ist. Das Profil, das diese Hilfe erhält, strebt laut diesem Argument keine hohen Gehälter an und die Anstrengung lohnt sich nicht.

Dagegen steht die einfache Antwort: Wer nicht arbeitet, bekommt nichts. Und wer eine angemessene Stelle ablehnt, verliert die Leistung. Die Debatte über Anreize lässt sich nicht mit Slogans schließen, weil jede Familienentscheidung mit konkreten Zahlen auf dem Tisch getroffen wird.

Was passiert, wenn der Unternehmer niemanden findet

Der Kreis schließt sich immer gleich: Wenn es keine bereiten lokalen Arbeitskräfte gibt, werden sie importiert. Und wenn sie importiert werden, um denselben Lohn zu zahlen, den hier niemand akzeptiert, wird das Problem verlagert, nicht gelöst. Unterdessen braucht der Wohnungsbau weiterhin Hände, um Wohnungen zu errichten, die später teuer sein werden.

Und wenn die Diagnose falsch herum wäre? Was, wenn nicht Arbeitskräfte fehlen, sondern Jobs, die sich lohnen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).

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