Bumble und Meetic: Journalistin über Kosten von Dating-Apps

Eine Journalistin zahlt 17€ für Bumble nach einem Monat bei Meetic und klagt über schlechte Profile und zahlungsunwillige Nutzer. Die Debatte um Premium-Abos...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bumble und Meetic: Journalistin über Kosten von Dating-Apps
Journalistin testet Bumble nach einem Monat bei Meetic mit demselben Ergebnis: Bezahlen ohne Dates

Muss man wirklich 17 Euro pro Woche zahlen, damit eine Dating-App einen jemandem vorstellt? Diese Frage schwingt im Bericht einer Journalistin mit, die nach einem Monat bei Meetic auf Empfehlung einer Freundin zu Bumble wechselte und genau das vorfand, was sie zuvor kritisiert hatte: vernachlässigte Profile, nicht zahlende Nutzer und ein allgemeines Gefühl der Faulheit. Der Text, verfasst von einer Mitarbeiterin und in einem allgemeinen Medium veröffentlicht, löste eine breitere Diskussion über den Markt der Kontaktbörsen aus.

Die Autorin beginnt mit einer Zahl, die sie selbst nennt: Bei Meetic kostet ein „halbwegs anständiges“ Monatskonto etwa 30 Euro. Bei Bumble liegt die wöchentliche Premium-Version bei rund 17 Euro. Damit, sagt sie, erhält man kaum unbegrenzte Likes, Rematches und erweiterte Filter, die sie nicht ganz versteht. Ihre ironisch formulierte Schlussfolgerung lautet, dass Geld auf keiner der beiden Plattformen etwas garantiert.

Das Profil des Nutzers, der nicht zahlt, und desjenigen, der sich keine Mühe gibt

Der erste Vorwurf des Artikels richtet sich gegen Nutzer, die nicht bezahlen. Die Autorin erzählt, dass ihr am ersten Tag bei Meetic ein Mann sein Handy nach fünf Minuten reichte, weil „sein Pass bald abläuft“. Ihre Lesart ist direkt: Wenn er nicht bereit ist, eine Woche zu zahlen, um sie weiter kennenzulernen, interessiert er sich nicht genug. Dieser Stamm der „Ohne-Pass“-Nutzer projiziert ihrer Meinung nach ein armseliges Bild.

Der zweite Vorwurf ist ästhetischer Natur. Unscharfe, schief gehaltene Fotos, Erstkommunion-Bilder, Posen vor dem Spiegel oder mit einem ungemachten Bett im Hintergrund. Die Journalistin behauptet, dass die Wahl des Fotos mehr über eine Person aussagt als das Foto selbst, und dass ein Profil mit nur vier losen Angaben – Religion, Kinder, Rauchen oder Trinken – jemanden offenbart, der sich nicht die Mühe gemacht hat, 15 Minuten für die Vorstellung zu investieren.

Bei Bumble erkennt sie jedoch an, dass die Porträts sorgfältiger gepflegt sind und die Oberfläche „niedlich“ wirkt. Sie hebt auch hervor, dass Frauen den ersten Schritt machen, was die Dynamik verändert. Sie bleibt bei einem Detail stehen, das ihr auffällt: Viele männliche Profile nennen Feminismus als eine ihrer Ursachen. Sie weiß nicht, ob es eine Verführungsstrategie ist, aber es gefällt ihr.

Warum erzeugen Dating-Apps so viele Beschwerden bei Männern und Frauen?

Die durch den Text ausgelöste Diskussion deutet auf ein grundlegendes Ungleichgewicht hin. Ein Teil der Leser argumentiert, dass Frauen vom ersten Moment an Likes und Nachrichten erhalten, sogar ohne Foto, während Männer Zeit in Fotos, Beschreibungen und Nachrichten investieren, ohne Antwort zu bekommen. Daraus entstehe eine Verzerrung der Erwartungen: Sie erhöhen die Latte, er häufen Frustration an.

Ein anderer Strom zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Manche verteidigen, dass das Problem nicht die App sei, sondern deren Nutzung: Profile, die nur stöbern, die Stimmung anheizen und zum nächsten wechseln wollen, ohne Absicht auf ein Treffen. Das Ergebnis ist in jedem Fall dasselbe: Ein erheblicher Teil der Nutzer zahlt und bekommt kein einziges Date.

Die in der Konversation wiederholte Rechnung ist eindeutig. Wenn ein Premium-Konto etwa 30 Euro pro Monat kostet, übersteigt ein Jahr Abonnement 360 Euro. Für diejenigen, die keine Dates bekommen, ist die Rendite null. Und das ist im Kontext von Inflation und Lebenshaltungskosten kein Scherz.

Die Abnutzung der Apps und die Rückkehr zum direkten Kontakt

Der Text enthält auch eine Reflexion über Ermüdung. Die Autorin gibt zu, dass sie selbst auf der angesagten Plattform keine Lust auf Flirten hat. Es ist keine isolierte Beschwerde: In der Diskussion wiederholt sich die Idee, dass Apps aufgehört haben, eine Neuheit zu sein, und zu einer lästigen Pflicht geworden sind. Die App öffnen, Profile durchwischen, schreiben und auf eine Antwort warten wird zunehmend als Arbeit wahrgenommen.

Dagegen fordern einige Leser den direkten Kontakt und das persönliche Umfeld. Andere weisen auf eine Zukunft hin, in der konversationelle Assistenten die menschliche Interaktion ersetzen, eine Idee, die sowohl Neugier als auch Ablehnung erzeugt. Einige wenige erinnern daran, dass früher, wer die Funktionsweise dieser Plattformen gut kannte, davon profitieren konnte. Heute, sagen sie, ist der Markt gesättigt und die Erwartungen sind aufgebläht.

Währenddessen findet die Journalistin immer noch nicht, was sie sucht. Sie zahlte, probierte und schrieb. Die offene Frage ist nicht, ob Bumble besser ist als Meetic, sondern ob es sich lohnt, weiterhin für ein Gespräch zu bezahlen, das in den meisten Fällen nirgendwohin führt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver