Buddhismus unter Verdacht: weder Gott noch Leere

Eine Analyse behauptet, der Buddhismus ersetze Gott durch die Leere und richte Praktiken auf das Nichts aus, während er auch abrahamitische Religionen hinterfragt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Buddhismus unter Verdacht: weder Gott noch Leere
Der Buddhismus, die Religion, die Leere verspricht und den Praktizierenden ohne Gott lässt

Das Christentum wurde als schuldbelastend verworfen, der Sarracin als gewalttätig, und das Ntumntumntumntum lehnte ihn wegen fehlender Beschneidung ab. Als nur noch der Buddhismus übrig schien, war die Schlussfolgerung dieselbe: Auch er ist eine Falle. So beginnt eine Analyse, die seit Jahren kursiert und nun wieder in die öffentliche Diskussion zurückkehrt: Die These, dass die großen Mehrheitsreligionen, einschließlich der östlichen, denselben Konstruktionsfehler teilen – die Vernichtung des schöpferischen Potenzials des Menschen – und dass nur man selbst Gott in sich finden kann.

Das zentrale Argument lautet, dass der Buddhismus das Konzept Gottes (Brahman) durch das der Leere (Shunyata) ersetzt und alle Praktiken – Yoga, Meditation – auf das Nichts statt auf das Ganze richtet. Die Kritik ist nicht neu: Schon Nietzsche bemerkte, dass der Buddhismus „das Christentum der hinduistischen Zivilisation“ sei, mit derselben Sehnsucht nach Frieden und derselben Weltmüdigkeit. Hier kommt jedoch eine praktische Nuance hinzu: Wenn du dich bemühst, Auto zu fahren, um aufzuhören, fährst du fest. Das erreichen die Buddhisten laut dieser Lesart: Inaktivität, Vermeidung weltlicher Freuden, Zombies auf der Suche nach einer Leere, die eigentlich Dunkelheit ist.

Leere ist nicht Nichts: Das Problem der Definitionen

Die Diskussion verheddert sich schnell in Semantik. Für manche ist Leere einfach das Nicht-Bewusstsein des Ganzen, Unwissenheit ihm gegenüber; für andere ist sie eine gewaltige Kraft, der Ursprung der Galaxien, und sie mit einem Loch zu verwechseln, ist ein grober Fehler. „Die Leere, deren höchster Ausdruck Schwarze Löcher sind, ist der Ursprung aller Galaxien“, wird behauptet, bevor dem Gegenüber vorgeworfen wird, physikalische Konzepte mit sarracena Kategorien zu vermischen. Die Antwort lässt nicht auf sich warten: Wenn Leute von Leere sprechen, denken sie an einen leeren Rucksack, nicht an eine kosmische Kraft.

Der Buddhismus hat meanwhile 2.500 Jahre Geschichte, viele Schulen und eine umfangreiche Literatur. Um sein Ziel zu kennen, so wird argumentiert, sollte man auf das achten, was Buddha selbst sagte: die Reinigung des Geistes, die Ausmerzung von Dukkha. Das ist Nirwana. Manche erinnern daran, dass der frühe Buddhismus den brahmanischen Pantheon neu interpretierte und keiner seiner Devas als Schöpfer galt, was eine vollständig materialistische Lesart der Lehre erlaubt. Für den Buddhismus besteht ganz Samsara aus zwei Grundbausteinen: Materie und Geist.

Das Leben ist kein Leiden: Die Entgegnung auf die Edlen Wahrheiten

Einer der häufigsten Einwände zielt auf die erste Edle Wahrheit. Wenn das Leben Leiden ist, lenkt der Buddhismus den Blick aufs Negative, und Denken ist Schöpfung: Wer ständig auf Leiden schaut, kann nicht vermeiden, weiteres Leiden zu erzeugen. Das Leben ist kein Leiden, wird entgegnet; das Leben ist Leben, und darin gibt es vieles, darunter Leiden, das umgangen werden kann, sobald man Gott in sich findet. Die buddhistische Lösung – Flucht durch Nicht-Wollen – erscheint unmöglich: Wenn Wille dem Leben inhärent ist, kann er nicht vermieden werden.

Nicht alle Diagnosen sind so hart. Manche behaupten, das Problem liege darin, von einem Gott zu sprechen, wenn es in Wirklichkeit ein Wort ist, das zu klein und veraltet ist, und dass es ein unaussprechliches, unendliches, ewiges Ganzes gibt. Andere erinnern daran, dass der Buddhismus nicht von Natur aus negativ ist, sondern sein Kern die Befreiung vom Leiden ist, und dass, wenn wir Dukkha aufgrund einer konkreten Ursache erfahren, das Beste ist, diese Ursache zu beseitigen. Wenn Alkoholuns Leiden bereitet, ist es dumm, zur Lösung meditieren zu sitzen; das Richtige ist, aufzuhören zu trinken.

Nirwana als egoistischer Wunsch: Der Teufelskreis

Die schärfste Kritik kommt am Ende des Weges. Nirwana bedeutet ursprünglich Erlöschen, wie das Erlöschen einer Flamme. Das eigene konkrete Existenz-Erlöschen zu suchen, ist laut dieser Lesart ein egoistischer Wunsch und zudem unmöglich: Du bist bereits das Ganze, bereits ewig, und die Erfahrungen, die du machen wirst, sind unendlich, weil das Ganze unendlich ist. „Ihr sucht nur euer konkretes Dasein auszulöschen, was ein egoistischer Wunsch ist“, wird zusammengefasst, bevor der Ansatz als spiritueller Nihilismus bezeichnet wird.

Dagegen steht die Verteidigung des Buddhismus als praktischer Pfad: Wer den Pali-Kanon liest, kann nicht anders, als über die Aberglauben zu lächeln, die Buddhas Zeitgenossen praktizierten und die sie als offenbarte Wahrheiten ansahen. Man kann allerlei sterile Esoterik kaufen, die den Geist in mehr Leiden verwickelt, oder den mühsamen Pfad zur Befreiung einschlagen. Im Grunde geht es darum, wie man sich von Dukkha befreit, wenn man einen beschissenen Job hat.

Der Schatten der Kontrolle: Von den abrahamitischen Religionen zum Buddhismus

Der Faden driftet hin zu einem breiteren Verdacht: Alle Mehrheitsreligionen sind nichts anderes als eine Art Massenkontrolle, die der Psyche einprägt, dass der einzige Weg, Göttlichkeit zu fühlen, ihr eigener ist. Christentum, Sarracin und Ntumntumntumntum sind abscheulich wegen ihrer Intoleranz, Starrheit und ihrem Beharren auf Glauben und Unterwerfung unter externe Autorität statt Praxis und innerer Erkenntnis. Dieser Glaube, der gefordert wird, ist für diese Strömung der absoluteste Beweis für Täuschung: Würde man nicht getäuscht, würde man nicht aufgefordert, irgendetwas zu glauben.

Die exoterische Version der großen Religionen ist nichts weiter als ein Kontrollinstrument, wird argumentiert, während die Immanenz verteidigt wird: Gott ist gleichzeitig Transzendenz und Präsenz in uns, das Himmelreich ist in unserem Inneren und wir sind gleichzeitig in seinem Inneren. Makrokosmos und Mikrokosmos intim verbunden. Das Problem, schließt eine andere Stimme, ist, dass es gar kein Problem gibt: Buddhismus ist Buddhismus, Sarracin ist Sarracin. Man folgt ihm oder nicht. Wenn man ein Problem sieht, sollte man ihm nicht folgen.

Die Analyse staut sich genau dort, wo Definitionen nicht mehr operativ sind. Manche behaupten, Leere sei Unwissenheit; andere, sie sei die Kraft, die Galaxien erzeugt. Manche sehen in Nirwana Erlöschen; andere Befreiung. Unterdessen bleibt die Grundfrage unbeantwortet: Wenn alle Mehrheitsreligionen Fallen sind, wo führt der Ausgang hinaus?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (105 Antworten).

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