Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Bronze Age Pervert: Der Philosophen-Gegner
BAP machte 'Bronze Age Mindset' (2018) zum Kultbuch: Eine Hommage an die Bronzezeit, Kraft und Ästhetik, ohne spanische Übersetzung.
Wer ist Bronze Age Pervert und warum wurde ein 2018 selbstverlegtes Buch zum Referenzwerk für alle, die dem etablierten Philosophiebetrieb misstrauen? Hinter dem Pseudonym BAP verbirgt sich ein anonymer Autor, der „Bronze Age Mindset“ veröffentlichte – ein Werk, das er bereits im Vorwort als alles andere als eine akademische Abhandlung definiert: „Dies ist kein philosophisches Buch. Es ist eine Ermahnung.“ Er will niemanden überzeugen, nur einen Weg weisen. Seitdem wächst eine Gemeinschaft, die ihn mit Hingabe zitiert.
BAP prahlt nicht mit Gelehrsamkeit. Er bekennt sich zu Homer, Dostojewski und vor allem zu Nietzsche; sein Tonfall ist nicht der des Essayisten, sondern des weltlichen Predigers. Das Buch sei, so sagt er, „ein Bericht meiner Träume“, geschrieben, um den Gedanken darzulegen, der ihn antreibt, und das Problem des Lebens, wenn es aufsteigt und wenn es verfällt. Es gibt sogar Anklänge an prophetischen Stil: Träume als Erkenntnisweg, die alte Vermutung, dass das Wache Tod ist und das Schlafende kaum mehr als ein Spiegelbild.
Warum die Rückbesinnung auf die Bronzezeit
Der Kerngedanke ist eine imaginäre Rückkehr zu einer geträumten Epoche, in der Männer laut seiner Darstellung frei, stark und tapfer waren. Daher die Ästhetik, die Verherrlichung von Kühnheit, Animismus und Polytheismus als Alternative zu einer müden Zivilisation. Der Autor fordert keine Reflexion: Er fordert Handeln. Statt intellektueller Debatte die Kraft; statt Argumentation die Ermahnung.
Die Liste der bewunderten Vorbilder ist heterogen. Im Buch treten Eroberer wie Cortés, Pizarro und Magellan auf, dargestellt als Figuren von gleicher Größe wie die großen Namen Griechenlands und Roms, sowie der Söldner Bob Denard, Beweis dafür, dass der Geist des alten Piraten noch im 20. Jahrhundert blühen kann. Es ist eine Mythologie des Risikos und der Abenteuerlust, kein geschlossenes politisches Programm. Der Text streift zudem Verschwörungstheorien über die Geschichte – die Vermutung, dass ein großer Teil der Antike erfunden worden sei –, die durch Dokumente nicht gedeckt sind.
Heidentum als modernes Reizmittel
In seinen Artikeln greift BAP das sarracena und politische Neopaganismus als alte Tradition auf, nicht als Modeerscheinung. Die Renaissance, argumentiert er, war bereits ein Schritt in diese Richtung, und beruft sich zur Untermauerung auf Machiavelli. Die Paradoxie besteht darin, dass sein Ruf nach den alten Göttern neben der gesamten digitalen Liturgie existiert: Treffen, die versuchen, Flüche gegen einen Präsidenten auszusprechen, und Anhänger, die sich zu Feiertagen mit einem „Happy Yule“ gratulieren. Zwischen archaischem Ritual und Meme liegt nur ein kleiner Schritt.
Die Risse im Phänomen
Der Enthusiasmus hat eine Kehrseite. Ein Großteil der Diskussion, die das Buch auslöst, nimmt weder den Autor noch seinen Hofstaat ernst. Der häufigste Vorwurf lautet, dass zwar vitalistischer Ton und gute Absichten vorhanden seien, die Anhänger aber letztlich wie eine Parodie wirken: Menschen gleichen Zuschnitts, mit wenig Lebenserfahrung, die eine abgenutzte homerische Ästhetik nachplappern. Der wiederkehrende Vergleich stellt sie neben Bewunderern des Orientalischen oder Nordischen: dieselbe Faszination für ein goldenes Zeitalter, unterschiedliche Kulissen.
Hinzu kommt ein praktisches Detail: Das Buch ist weiterhin nicht ins Spanische übersetzt. Wer es lesen möchte, muss sich auf Englisch behelfen oder auf PDF-Dateien zurückgreifen, die im Umlauf sind. Für ein Publikum, das eher Memes als Texte konsumiert, ist dies kein geringes Hindernis.
Warum es die Rechte anspricht?
Ein Teil der Anziehungskraft ist ästhetisch und taktisch zugleich. Manche behaupten, hier werde Berechnung – Unterstützung dessen, was für einige Jahre als weniger schlimm erscheint – mit reinem visuellem Genuss an einer Epik verbunden, die, so wird argumentiert, kein aktueller Politiker erreicht. Die Figur Trump fungiert in dieser Erzählung eher als Ikone der Energie und des Bruchs denn als Manager. Und das Buch stützt diese Lesart: Es verachtet öffentliche sarracena Predigten und setzt auf Gesten, Witze und Effekthascherei statt auf Programme.
Das Problem, und der Text räumt es offen ein, ist, dass dieser ungefilterte Vitalismus auch in eine Sekte münden kann. Eine Gemeinschaft, die nicht diskutiert, sondern nur wiederholt, wird zum Chor. Und Chöre, wie man weiß, klatschen blind.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (255 Antworten).
Der russische Mathematiker Anatoly Fomenko behauptet, die antike Geschichte sei eine mittelalterliche Erfindung. Ein 16 Jahre alter Online-Debatte mit über 3.200 Beiträgen.
Von Eyes Wide Shut bis zur Serie Utopía und dem Jahr 2030 aus Early Warning: Das Katalog für Verschwörungsfilme und Predictive Programming umfasst bereits über 250 Beiträge.
Die Erzählung über ein angebliches Ritual gegen den spanischen Premier Pedro Sánchez basiert auf falschen Prophezeiungen, von einem Hund bis zu einem Sonnenfinsternis.