Boykottaufruf gegen Netflix: Kündigung wegen angeblicher politischer Propaganda gefordert

Netflix erzielte 2023 einen Umsatz von 33,7 Milliarden US-Dollar und hat 260 Millionen Abonnenten. Der Boykott gegen die Plattform vermischt Politik und Konsum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Aufruf fordert dazu auf, Netflix zu kündigen, weil die Plattform als politische Propaganda und eine Bedrohung für Spanien, Europa und die Menschheit angesehen wird. Netflix ist jedoch in mehr als 190 Ländern aktiv und seine wirtschaftliche Wirkung geht weit über die Unterhaltung hinaus.

## Was genau gefordert wird

Ein in Foren verbreiteter Aufruf fordert dazu auf, Netflix sofort zu kündigen. Der Text wirft der Plattform vor, Inhalte zu fördern, die Weiße beleidigen, und bezeichnet sie als terroristische Organisation, die Spanien, Europa und der Menschheit schade. Belege oder Daten für diese Anschuldigungen werden nicht geliefert.

Die Forderung geht mit Herabwürdigungen derer einher, die die Plattform nutzen. Ihnen wird mangelnde Urteilsfähigkeit unterstellt, und sie werden dafür verantwortlich gemacht, diese Inhalte mit ihrem Abo zu finanzieren. Das ist eine Meinung, kein überprüftes Fakt.

## Die Zahlen von Netflix

Netflix schloss 2023 mit **260 Millionen Abonnenten** weltweit und einem Jahresumsatz von rund **33,7 Milliarden US-Dollar** ab, wie aus den veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht. Das Unternehmen ist in mehr als **190 Ländern** vertreten und beschäftigt direkt Tausende Menschen.

In Spanien unterhält Netflix Büros und produziert eigene Inhalte. Ein relevanter Teil des Katalogs wird im Land mit lokalen Teams gedreht. Das schafft Arbeitsplätze und Umsatz für spanische Produktionsfirmen.

## Der Boykott als wirtschaftliches Mittel

Verbraucherboykotte gibt es seit Jahrzehnten. Ihre tatsächliche Wirkung hängt davon ab, wie viele Menschen mitmachen und ob es klare Alternativen gibt. Im Fall von Netflix zählen dazu **Disney+**, **Amazon Prime Video**, **HBO Max** und lokale Plattformen.

Ein Boykott ohne Zahlen zur Entwicklung lässt sich nicht messen. Auch gibt es keine öffentlichen Daten, die einen Rückgang der Abonnements im Zusammenhang mit solchen Aufrufen bestätigen. Die Entscheidung zu kündigen ist eine individuelle und entbindet nicht davon, Informationen in Ruhe zu prüfen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (12 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver