Boykott gegen Marokko: Warum die Wirtschaft es unmöglich macht

Der Konsumboykott gegen Marokko scheitert an der Wirtschaft: Das Gas ist algerisch, die Phosphate saharauisch, und eine öffentliche Meinung gibt es nicht. Der Handelsweg führt ins Leere.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Boykott gegen Marokko und die Wirtschaft, die nicht aufgeht

Immer wenn die bilateralen Spannungen steigen, macht sich in den sozialen Medien die Versuchung breit, Marokko mit dem Geldbeutel zu bestrafen. Die Formel klingt unschlagbar: keine marokkanischen Tomaten mehr kaufen, damit eine Lehre daraus gezogen wird. Es gibt nur ein Problem: Diese Logik setzt voraus, dass Handel eine Waffe mit nur einer Schneide ist.

Ressourcen, die anders sind, als sie scheinen

Eines der Mantras lautet, Marokko besitze Gas und seltene Erden. Die Wirklichkeit, nach Abgleich der Daten, ist unbequemer: Das Gas aus der Maghreb-Pipeline ist algerisch, nicht marokkanisch. Was Marokko auf dieser Waage tatsächlich hat, sind die Phosphate der Sahara. Wer einen relevanten Sektor treffen will, sollte zuerst wissen, was dort produziert wird und woher es stammt.

Der Boykott erreicht den Palast nicht

Die zweite schwache Prämisse ist, dass ein Rückgang der landwirtschaftlichen Nachfrage die Außenpolitik verändert. Marokko funktioniert nicht wie eine Demokratie mit öffentlicher Meinung: Strategische Entscheidungen konzentrieren sich bei der Monarchie. Selbst bei einem massiven Boykott würden die Folgen in den spanischen Importketten und bei den Preisen spürbar, nicht aber in der Strategie von Rabat.

Der Vorfall, der die Kampagne wiederbelebt hat, birgt ein weiteres Problem: Die Zuschreibung der Vorfälle an eine angebliche Gruppe algerischer Herkunft stützt sich auf unbestätigte Informationen. Einen Boykott auf dieser Grundlage aufzubauen heißt, zuerst zu schießen und danach zu prüfen.

Die Regierung bestrafen oder den eigenen Vorrat? Die Frage bleibt offen. Im Moment hat der Boykott mehr emotionale als wirtschaftliche Wirkung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (55 Antworten).

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