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Borja Mateos gescheiterte Prognose zum spanischen Immobilien-Crash
Borja Mateo prophezeite einen Einbruch der spanischen Immobilienpreise bei steigenden Zinsen. Die Zinsen stiegen, die Preise fielen nicht. Was wurde aus dem Guru, der den Kauf als töricht bezeichnete?
Borja Mateo: Der Guru, der den Immobilien-Crash vorhersagte und nun bei einer Bank arbeitet
Im Jahr 2014, während Spanien die größte Immobilienblase seiner Geschichte verließ, wurde ein Ökonom mit einer einfachen Botschaft viral: Der Kauf einer Wohnung war töricht. Borja Mateo, Autor von „Los pisos ni tocar“ (Finger weg von Wohnungen), vertrat jahrelang die Ansicht, dass die Preise weiter fallen würden und ein endgültiger Zusammenbruch erst eintreten würde, wenn die Zinssätze stiegen. Ein Jahrzehnt später sind die Zinsen kräftig gestiegen, doch der Wohnungsmarkt ist nicht eingebrochen. Was wurde aus diesem Propheten?
Der Prophet, der seine Meinung nie änderte
Mateo baute seinen Ruf in den Jahren nach dem Platzen der Blase auf, als der spanische Immobilienmarkt blutete und Millionen Eigentümer sahen, wie ihr wichtigstes Vermögenswert an Wert verlor. Seine These war klar: Die Preise hatten noch Spielraum nach unten, und der Kauf zu diesem Zeitpunkt war ein Fehler. Sein letztes bekanntes YouTube-Video stammt aus dem Jahr 2017, aber seine Figur tauchte 2023 wieder auf, als er in einer Sendung des baskischen Senders ETB auftrat und dieselbe Diagnose beibehielt.
Die Paradoxie ist offensichtlich: Der beste Zeitpunkt zum Kauf war 2014-2015, genau als Mateo davon abriet. Wer auf ihn hörte und wartete, zahlt heute deutlich höhere Preise. Wer ihn ignorierte, besitzt heute eine aufgewertete Immobilie. Einige Analysten ziehen daraus eine klare Lehre: Folge niemals Propheten und handle im Allgemeinen gegen den Strom der Masse.
Vom Immobilien-Guru zum Bankmanager
Der auffälligste Wandel kam, als bekannt wurde, dass Borja Mateo bei RBC BlueBay eingestiegen ist, einem Investmentverwalter, als Regionalleiter für Iberien. Die Nachricht, die in Wirtschaftsforen mit Sarkasmus aufgenommen wurde, hat ihre Tücken: Der Mann, der jahrelang den Kollaps des Betons vorhersagte, landete bei einem Finanzinstitut. Manche sehen darin eine Kapitulation vor dem System, das er kritisierte; andere einfach eine berufliche Entwicklung.
Tatsächlich hat sich seine Hauptprognose – dass die Preise bei steigenden Zinsen fallen würden – nicht erfüllt. Die Zinsen sind massiv gestiegen, wie in Foren kommentiert wurde, und der Wohnungsmarkt hat nicht nur nicht verloren, sondern in vielen Gebieten historische Höchststände erreicht. Die unbequeme Frage lautet: Wo ist der Prophet jetzt, da seine Prophezeiung eintreten sollte?
Die Brigade der zwei Joghurtdeckel
Mateo steht nicht allein unter den Immobilien-Pessimisten. In Wirtschaftsforen hält sich eine Strömung, die behauptet, dass Wohnungen bald für zwei Joghurtdeckel verschenkt werden, eine Idee, die seit Jahren unermüdlich wiederholt wird. Diese Sichtweise stützt sich oft auf Daten wie einen Euribor von 2,6 % oder Zinsen von 1,25 %, wobei sie ignoriert, dass der Markt seinen eigenen Weg gegangen ist.
Der Schaden durch diese Narrative ist schwer zu quantifizieren, aber real: Manche warteten auf einen Crash, der nie kam, und stehen heute vor unerreichbaren Preisen. Die Verantwortung von Gurus, die mit dem Vermögen anderer spielen, wird selten ernsthaft thematisiert.
Was geschah mit Borja Mateos Prognose?
Mateos Prognose basierte auf einer mechanischen Verbindung zwischen Zinssätzen und Immobilienpreisen. Nach seiner These würden steigende Zinsen Hypotheken verteuern, die Nachfrage senken und die Preise kollabieren lassen. Die Zinsen stiegen, aber die Preise fielen nicht. Faktoren wie Angebotsknappheit, Immigration und die Resilienz des Arbeitsmarktes hielten den Markt angespannt.
Mateo hat keine detaillierte öffentliche Erklärung dafür geliefert, warum seine Prognose scheiterte. Sein letztes bekanntes Video stammt aus 2017, und sein Auftritt bei ETB 2023 brachte keine neuen Erkenntnisse. Er bleibt abgehängt, wie einige Kommentare anmerkten, während der Immobilienmarkt seinen eigenen Kurs fortsetzt.
Bei hohen Zinsen und Rekordpreisen stellt sich nicht mehr die Frage, ob Mateo recht oder unrecht hatte, sondern warum wir weiterhin nach Propheten suchen in einem Markt, der von Kräften gesteuert wird, die niemand vollständig kontrolliert. Oder hat etwa jemand tatsächlich die Formel?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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