Boomer hatten Arbeit und Wohnraum quasi geschenkt
Ist es wahr, dass die Generation der 60- bis 75-Jährigen eine leichtere persönliche und wirtschaftliche Entwicklung hatte als die der 30- bis 45-Jährigen? Die Antwort, die die Debatte dominiert, lässt kaum Zweifel offen: Laut mehreren Teilnehmern erlebte die spanische Babyboomer-Generation die beste Ära der Landesgeschichte in Bezug auf Wachstum, Beschäftigung und Zugang zu Wohnraum. Wer heute zwischen 30 und 45 Jahre alt ist, sieht sich laut denselben Nutzern einem prekären Arbeitsmarkt, stagnierenden Löhnen und Immobilienpreisen gegenüber, die das Fünffache der Kosten vor vier Jahrzehnten betragen. Der Generationenkonflikt hat sich zu einem Thema entwickelt, das über das Wirtschaftliche hinausgeht.
Jobs, die es nicht mehr gibt: von der Fabrik zum Auswahlfilter
Im Spanien der Entwicklungsjahre war es laut einigen Forenteilnehmern eine Frage des Erscheinens, um Arbeit zu finden. Ein Arbeiter ohne Ausbildung konnte in eine Fabrik eintreten und sein ganzes Leben dort bleiben, mit Acht-Stunden-Schichten, bezahlten Überstunden und internen Aufstiegsmöglichkeiten. Die Bedingungen in Sektoren wie dem Maschinenbau oder der Stahlindustrie beinhalteten laut einem Nutzer, der dort gearbeitet hat, eine Zwischenmahlzeit am Vormittag und Werkswohnungen. Heute erfordert dieselbe Stelle einen höheren Abschluss, Fremdsprachen und fünf Jahre Erfahrung, und wird laut einem anderen Teilnehmer mit befristeten Verträgen für Produktionsspitzen besetzt. Der Wettbewerb ist erbittert geworden: Hunderte von Bewerbern für einen Job, den man früher noch am selben Tag bekam.
Wohnen: Die Mauer zwischen zwei Generationen
Ein Arbeitnehmer mit Durchschnittsgehalt konnte in den siebziger Jahren eine Wohnung mit einer Hypothek kaufen, die sich quasi von selbst bezahlte, so mehrere Beiträge. Heute könne sich derselbe Arbeitnehmer laut den Aussagen nicht einmal mehr die Miete in Großstädten leisten. Die Berechnung, die unter denjenigen kursiert, die das Phänomen analysieren, ist vernichtend: Immobilien, die damals das Äquivalent von 50.000 Euro kosteten, werden heute mit 300.000 bewertet, während die Löhne kaum gestiegen sind. Die Generation der 60- bis 75-Jährigen besitzt drei Immobilien — eine Wohnung, ein Haus am Strand und ein Haus im Dorf —, während die der 30- bis 45-Jährigen zur Miete lebt oder WGs teilt, wie aus einigen Zeugnissen hervorgeht. Wohnraum sei zum wichtigsten Mechanismus des generationenübergreifenden Vermögenstransfers geworden, und dieser funktioniere nur in eine Richtung, behaupten sie.
Das Rentensystem: Eine schrumpfende Pyramide
Das öffentliche Rentensystem stütze sich auf eine demografische Basis, die zerfällt, so mehrere Forenmitglieder. Die heutigen Rentner beziehen Leistungen, die durch die Beiträge der Erwerbstätigen finanziert werden, aber das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern sinkt Jahr für Jahr. Einige beschreiben dies als Schneeballsystem: Die Oberen kassieren dank der Unteren, und die Unteren werden nichts sehen. Die Anschuldigung ist nicht neu, gewinnt aber an Kraft, wenn man die durchschnittliche Rente von 1.700 Euro eines Rentners mit dem Gehalt von 1.300 Euro seines Enkels vergleicht, so eine im Umlauf befindliche Rechnung. Der Generationenpakt zerbricht.
Es war nicht alles einfach: Krisen, die auch Boomer trafen
Nostalgie darf nicht verschleiern, dass auch die Generation der 60- bis 75-Jährigen Schwierigkeiten durchlebte, sagen einige Teilnehmer. Wer Anfang der neunziger Jahre seinen ersten Job suchte, stieß laut einem Zeugnis auf eine Arbeitslosigkeit von 24 %, und über 50 % unter den Jugendlichen. Der Kauf einer Immobilie während der Blase von 2004–2008 bedeutete für viele astronomische Hypotheken, fügt ein Nutzer hinzu. Die Krise von 2008–2014 traf sie in der Mitte ihrer Erwerbsphase. Und die Emigration war das Ventil für drei Millionen Spanier, die ihr Glück in Frankreich, Deutschland oder Lateinamerika suchen mussten, so ein anderer Forenteilnehmer. Der Unterschied sei, dass es damals ein Polster gab: Industriearbeit, erschwinglicher Wohnraum und ein Staat, der gerade erst begann, den Wohlstand aufzubauen.
Freizeit, Technologie und die Falle des Vergleichs
Generationen anhand ihres Konsumniveaus zu vergleichen, sei irreführend, so mehrere Beiträge. Die Jugendlichen von heute haben teure Handys, Videospiele und Low-Cost-Flüge, aber auch prekäre Verträge, Mieten, die 50 % des Gehalts verschlingen, und eine Erwerbsbiografie, die sich bis zu den 70 Jahren erstreckt. Die Älteren hatten Schwarz-Weiß-Fernseher und Urlaub im Dorf, aber auch einen festen Job und Wohneigentum mit 30, erinnern sie sich. Die Frage sei nicht, wer besser lebte, sondern wer eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, Vermögen aufzubauen. Und dabei seien die Daten eindeutig, schließen sie.
Die Schlussfolgerung, sofern es eine gibt, ist, dass die Babyboomer-Generation den Zug auf dem richtigen Bahnsteig erwischt hat, so die Mehrheitsmeinung in der Debatte. Diejenigen, die danach kamen, trafen ein, als die Gleise bereits verlegt waren. Ob sie nun Jammerer sind oder nicht, sie haben Gründe, sich zu beschweren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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