BlackRock: Bitcoin-Limit von 21 Mio. nicht garantiert

BlackRock warnt vor möglichen Änderungen am Bitcoin-Versorgungslimit und entfacht die Debatte über Halvings, Miner-Anreize und Netzwerksicherheit neu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

BlackRock: Bitcoin-Limit von 21 Mio. nicht garantiert
BlackRock räumt ein: Das Limit von 21 Millionen Bitcoins könnte geändert werden

Ein von Michael Saylor verbreitetes Video, in dem BlackRock warnt, dass „keine Garantie besteht, dass das Versorgungslimit von 21 Millionen Bitcoins nicht geändert wird“, hat die unbequemste Debatte für Kryptowährungs-Inhaber wieder eröffnet. Der Satz erscheint in einem Kontext, in dem Vertreter des Vermögensverwalters laut der Nachricht, die die Diskussion auslöste, über die Idee lachen, dass Bitcoin-Transaktionsgebühren nahezu inexistent sind. Das Thema ist nicht neu: Peter Todd, einer der Förderer der „digitales Gold“-Erzählung, warnt seit langem davor, dass das Anreizsystem, das Satoshi im Whitepaper beschrieb, bröckelt, da Halvings die Blockbelohnungen reduzieren.

Was genau bedeutet die Warnung von BlackRock?

Die Warnung ist keine Drohung, sondern eine technische Feststellung. Das Limit von 21 Millionen ist kein Naturgesetz, sondern eine Konsensregel im Code. Eine Änderung erfordert einen Hard Fork, also eine Abspaltung, die die ursprüngliche Kette von der neuen trennt. Jeder kann eine Kopie mit höherer Emission erstellen, aber niemand ist gezwungen, ihr zu folgen. Wie ein Teilnehmer zusammenfasst: „Du erstellst eine Kopie, nennst sie blockchain02 und minst weiter neue Coins. Weitere 21 Millionen.“ Das Problem ist nicht technisch, sondern ökonomisch: Wenn diese neue Kette keine Nachfrage hat, sinkt ihr Preis ins Bodenlose.

Das Präzedenzfall Bitcoin Cash und Forks, die niemand nutzt

Es ist bereits passiert. Bitcoin Cash entstand aus einem Hard Fork, der die Blockgröße erhöhte, und sein Kurs blieb ein Bruchteil des Originals. „Es muss etwa 100 Forks geben. Von allen habe ich nur Bcash verkauft; der Rest war den Aufwand nicht wert“, stellt eine Analyse fest. Die Logik ist gnadenlos: Inhaber behalten ihre Coins auf der ursprünglichen Kette und erhalten zusätzlich die der neuen, aber wenn die neue keine wirtschaftliche Unterstützung hat, tendiert ihr Wert gegen Null. Die wirtschaftliche Mehrheit, nicht die Knoten-Mehrheit, entscheidet, welche Kette überlebt.

Das Argument der Miner und die Sicherheit des Netzwerks

Der Kern der BlackRock-Warnung hängt mit einem strukturellen Problem zusammen: Alle vier Jahre wird die Blockbelohnung halbiert. Wenn Gebühren diesen Verlust nicht kompensieren, könnten Miner aufgeben. Und ohne Miner gibt es keine Sicherheit. „Die Netzwerksicherheit ist nach einigen Halvings gefährdet, da Blockstreams Regulierung das Transaktionsvolumen begrenzt“, behauptet die ursprüngliche Nachricht. Einige vorgeschlagene Lösungen sind permanente Inflation, extrem hohe Gebühren oder Merged Mining. Keine davon passt gut zur Erzählung vom digitalen Gold.

Der Geist des Quantencomputings

Eine weitere Besorgnis zieht sich durch die Diskussion: Die Ankunft von Quantencomputern, die Kryptographie brechen können. „Wenn Quantenprozessoren eintreffen, werden sie in etwa 10 bis 20 Jahren ganz Bitcoin täuschen und hacken können“, warnt eine Nachricht. Es gibt keinen Konsens über Zeitrahmen oder das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung, aber der Schatten liegt über jedem digitalen Vermögenswert. Die übliche Antwort – Aktualisierung des Algorithmus – erfordert globale Koordination, was Bitcoin bisher nicht flüssig demonstriert hat.

Wer wirklich entscheidet: Knoten, Miner und Inhaber

Die Diskussion verlagert sich darauf, wer das letzte Wort hat. Einige behaupten, dass beobachtende Knoten nichts bewirken und nur Miner reale Macht haben. Andere entgegnen, dass ohne validierende Knoten das Netzwerk zusammenbricht. „Die Knoten-Mehrheit entscheidet nichts. Entscheidend ist die wirtschaftliche Mehrheit. Inhaber, die die modifizierte Konsenskette verkaufen und auf der Originalkette kaufen, treiben den Preis in den Untergrund“, schließt eine Analyse. In der Praxis spricht der Markt vor dem Code.

Kontext: ETFs, Lightning und stille Inflation

Abseits des Hard Forks gibt es weniger sichtbare Wege, die wahrgenommene Knappheit zu verändern. Hebel-ETFs, Schulden auf Bitcoin oder zusätzliche Dezimalstellen im Lightning Network (12 gegenüber den 8 der Hauptkette) können die umlaufende Menge ändern, ohne das Protokoll anzutasten. „Sie können Dezimalstellen erhöhen und die Versorgung über andere Ketten steigern“, zeigt eine Nachricht auf. Es ist die stille Inflation, die nicht in Schlagzeilen auftaucht, aber das Argument eines unzerbrechlichen Limits untergräbt.



Der Satz von BlackRock offenbart nichts, was Entwickler seit 2009 nicht wussten. Aber er legt schwarz auf weiß dar, was viele ignorieren möchten: Das Limit von 21 Millionen ist eine soziale Konvention, gestützt durch Anreize, kein mathematisches Gesetz. Und Konventionen brechen manchmal, wenn sich die Anreize ändern.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).

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