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Black Friday in Spanien: Nutzer melden geschönte Preise
Der Black Friday in Spanien fällt aus: Nutzer berichten von künstlich erhöhten Preisen, Finanzierungsangeboten statt Rabatten und konzentrierten Textil-Sales.
Der Black Friday verliert an Glanz: Ganzjahres-Angebote und verdächtige Rabatte
Das letzte große Schaufenster des Massenkonsums ist dieses Jahr leer geblieben. Die Rabatte, die jahrelang lange Schlangen und frühes Aufstehen rechtfertigten, beschränken sich laut den meisten Teilnehmern auf Kleidung und Schuhe, während Elektronik und Technik nahezu zum gleichen Preis bleiben. Die Klage wiederholt sich im gesamten Online-Handel: Was als großes Angebot beworben wird, trägt oft schon seit dem Vormonat denselben Preis.
Ein Teilnehmer berichtet von einer TV-Werbung eines Telefonanbieters, der seine Strategie damit verteidigt, dass der Black Friday eine US-Gewohnheit sei und man ganzjährig gute Preise biete. Das Argument klingt schlüssig. Es ist aber auch die perfekte Ausrede, um nichts zu senken.
Warum gibt es beim Black Friday keine echten Angebote mehr?
Der Mechanismus, über den Käufer klagen, ist immer derselbe und nicht neu: Der Referenzpreis wird einige Wochen vorher erhöht und dann mit einem Rabatt-Etikett gesenkt. Ein genanntes Beispiel ist ein **Tablet, das monatelang für 139 Euro erhältlich war** und während der Kampagne genau bei 139 Euro bleibt, nur mit einem durchgestrichenen höheren Preis, der laut Berichten nie verlangt wurde. Ein weiteres Beispiel: Ein **Laptop, der zeitweise für 299 Euro verkauft wurde**, wurde in der Kampagne für 379 Euro angeboten.
Auch Finanzierung ersetzt den Rabatt. Ein Klassiker: **12 Monate zinsfrei**, eine Formel, die eine große Kaufhauskette ihren Karteninhabern seit Jahren anbietet. Das ist kein niedrigerer Preis, sondern eine bequemere Zahlung. Die Grenze zwischen beidem ist verschwommen und letztlich verschwunden.
Dann gibt es die aktuelle Modeformel, die in Online-Shops und Dienstleistungen wiederkehrt: „Wir sind jeden Tag im Angebot, deshalb haben wir keine Angebote“. Ein **Rabatt von 5 Euro ab 300 Euro Einkaufswert** fasst die Großzügigkeit einiger Plattformen gut zusammen.
Wo gibt es diesen Black Friday tatsächlich Rabatte?
Das Geld ist nicht weg, es hat sich auf Lagerbestände konzentriert, die losgeschlagen werden müssen. Kleidung, Schuhe und Heimtextilien – Decken, Handtücher – dominieren die echten Sales. Ein Lautsprecher für 40 Euro war für 8 Euro zu finden. Ein USB-Kabel, das für 4 Euro verkauft wird, kostet außerhalb der Kampagne das Doppelte. Unter den häufigsten Funden: Marken-Sneaker. Modelle wie New Balance oder Adidas, die vor kurzem noch für 29 Euro oder weniger zu haben waren, sind nun selten.
Bei Konsolen gibt es messbare Rabatte: Die Xbox Series S erscheint in einem großen Kaufhaus für **220 Euro**. Bei Smartphones wurde ein Mittelklasse-Modell für 300 Euro gesehen. Reine Elektronik hingegen bleibt hochpreisig und senkt kaum.
Die Kategorie-Bilanz einer Teilnehmerin zeigt drei Zahlen mit großen Abständen: **40%** Rabatt in Elektronik-Fachmärkten, **50%** auf der großen chinesischen Plattform und bis zu **80%** bei Möbeln. Dieselbe Person gibt an, nur in diesen Wochen zu kaufen, weil sie den Rest des Jahres erhöhte Preise sieht.
Der steuerliche Trick, der die Rechnung ändert: Steuerfreier Einkauf auf den Kanaren
Wo die Ersparnis kein Trugbild ist, liegt laut einer Teilnehmerin auf den Kanarischen Inseln, einem Gebiet mit eigenem Steuersystem. Nach ihrer Berechnung sinkt ein Warenkorb von **135 Euro auf 109 Euro** dank der Mehrwertsteuerbefreiung; kombiniert mit Mini-Game-Rabatten, Gutscheinen und aktuellen Aktionen landet er bei **100 Euro**. Die Strategie erfordert gleichzeitige Einkäufe und Geduld.
Außerhalb dieses Gebiets sieht die Rechnung schlechter aus. Das Fazit einer Teilnehmerin: Für alles, was nicht eilig ist, lohnt sich das Warten auf September, November, Dezember und Januar, die einzigen Monate mit ernsthaften Rabatten. Frühling und Sommer sind Zeiten unveränderlicher Preise, besonders schmerzhaft bei Kleidung und Schuhen.
Gebrauchtware mit neuem Label: Das Geschäft mit Refurbished
Refurbished-Produkte sind nicht mehr die Schnäppchen von einst. Kritiker bemängeln, dass Geräte nach technischer Reparatur nur **20% oder 25%** unter Neupreis verkauft werden, obwohl es sich bestenfalls um gebrauchte, reparierte Artikel handelt. Die Kritik ist scharf bei denen, die sich erinnern, als Gebrauchtware zur Hälfte des Preises verfügbar war. Manche behaupten, in Ankaufsketten würden Geräte ohne Vorprüfung und mit intaktem Schmutz weiterverkauft, wobei das Wort „refurbished“ lediglich den Ursprung kaschiere.
Warum existiert der Black Friday und warum macht er in Spanien keinen Sinn mehr?
Laut einem Forumsbeitrag hat der Ursprung in den USA und machte dort Sinn. Am Tag nach Thanksgiving – dem sogenannten Schwarzen Freitag, weil Geschäfte angeblich nicht einmal ihre Stromrechnungen deckten – wurden Rabatte gestartet, um den Konsum anzukurbeln, mit Feiertagsbrücken und nahender Weihnachten. Für viele Teilnehmer hatte die Kampagne außerhalb dieses Kalenders nie viel Sinn und innerhalb dessen längst aufgehört.
Die spanische Version kam als importierte Mode und bläst jetzt ab. In früheren Jahren gab es Angebote überall und volle Straßen. Dieses Jahr, so heißt es im Thread, betonen Händler, dass permanente Rabatte die Kampagne überflüssig machen, und der Zeitraum wurde auf Wochen ausgedehnt, bis er sich mit dem Cyber Monday überschneidet.
Mit geringeren Margen, bereits ganzjährig erhöhten Preisen und Verbrauchern, die gelernt haben, gestrichene Preise von realen zu unterscheiden, geht die Rechnung nicht auf. Wenn wirklich keine Marge vorhanden ist, erklärt das nicht, warum Rabatte sich auf Kleidung und Möbel konzentrieren, wo Strichpreise tatsächlich fallen. Zahlen fehlen, und niemand liefert sie.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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