BlaBlaCar: Die 20%-Provision übersteigt Buspreise

Eine Hin- und Rückfahrt nach Salamanca kostet bei BlaBlaCar 26,4 Euro; der normale Bus nur 25. Die 20%-Provision wird dem Fahrer berechnet und erst bei der Buchung sichtbar.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

BlaBlaCar: Die 20%-Provision übersteigt Buspreise
BlaBlaCar verlangt bereits 20%: Nach Salamanca teurer als der Bus

Das Mitfahrgelegenheitsmodell ist nicht mehr das Schnäppchen, das es versprach. Eine Hin- und Rückfahrt nach Salamanca mit BlaBlaCar kostet 26,4 Euro inklusive Provision; der reguläre Linienbus kostet 25, und nur der Expressbus liegt bei 35. Die Plattform, die gegründet wurde, um Kosten unter Fremden aufzuteilen, hat sich zu einem Vermittler entwickelt, der Preise festlegt, im Voraus kassiert und seine Gebühren erhöht, wenn er eine treue Kundschaft gewonnen hat.

Die Berechnung, die den tatsächlichen Einsparvorteil widerlegt

Die Rechnung ist einfach. Zwölf Euro pro Strecke, 13,2 Euro mit Verwaltungsgebühren, 26,4 Euro für Hin- und Rückfahrt. Daneben der konventionelle Bus: 25 Euro. Und der Expressbus: 35 Euro. Der Vorteil des Mitfahrgelegenheitsmodells beträgt im besten Fall 8,5 Euro, dafür kann man zur gewünschten Zeit fahren und ist nicht an feste Fahrpläne gebunden.

Was ärgert, ist nicht der Betrag, sondern wie er kommuniziert wird. Die Provision erscheint erst am Ende des Buchungsprozesses, wenn der Fahrgast Route und Uhrzeit bereits gewählt hat. Eine obligatorische Gebühr, die erst beim letzten Klick sichtbar wird, ist keine Verwaltungsgebühr mehr, sondern praktisch versteckte Mehrkosten. Legalität macht sie nicht transparent.

Warum die BlaBlaCar-Provision jedes Jahr steigt

Weil sie es kann. Das ist die Zusammenfassung zweier Jahre von Preiserhöhungen. Für eine Fahrt von 20 Euro stieg die Gebühr der Plattform von 3,50 auf 4,50 Euro: 20% des Gesamtpreises der Fahrt. Das Muster ist klassisch: Erst kauft man Marktanteile mit niedrigen Preisen, dann presst man jene aus, die keine Alternative haben. Fahrer beschreiben es offen: Jetzt, da sie alle Kunden haben, haben sie den Markt monopolisiert und missbrauchen ihre Position.

Es gibt ein noch unbequemes Detail. Wenn der Fahrer seinen Preis anpasst, markiert die App ihn rot und stellt ihn dem Fahrgast als gierig dar. Die Plattform entscheidet, was ein fairer Preis ist, bewirbt ihn und kassiert dann ihren Anteil an der Marge des Fahrers. Der Vermittler setzt die Regeln, der Fahrer stellt das Auto, den Sprit und den Verschleiß.

Ist BlaBlaCar günstiger als der Bus?

Es hängt von der Route ab, und immer weniger. Auf stark frequentierten Strecken mit großem Angebot haben sich die Preise denen des Busses angenähert oder sie übertroffen, weil der Fahrer dort die Provision einpreist. Auf schlecht angebundenen Routen, wo es keine direkte Verbindung gibt, gewinnt das Mitfahrgelegenheitsmodell deutlich: Es gibt Ziele, zu denen nur zwei Busse täglich fahren — einer um 11:15 Uhr und einer um 22:55 Uhr — gegenüber mehreren Autos am Nachmittag.

Die Paradoxie ist, dass der Bus reagiert hat. Wo das Mitfahrgelegenheitsmodell Druck ausübt, senkt das Busunternehmen die Tarife, um Passagiere nicht zu verlieren. Die Einsparungen, die manche der App zuschreiben, sind in Wirklichkeit durch Wettbewerb erzwungene Preissenkungen. Der Nutzer gewinnt, aber nicht wegen der App: wegen des Wettbewerbs.

Versicherung, Berufsfahrer und verlässliche Fahrzeiten

Die andere Seite der Debatte dreht sich nicht um Euro. Es geht um Verlässlichkeit. Der Bus bietet feste Fahrpläne, professionelle Fahrer und regelmäßige Inspektionen; das Mitfahrgelegenheitsmodell bietet Flexibilität, aber man ist von einem Fremden abhängig, der absagen, zu spät kommen oder seine Pläne ändern kann. Die Sicherheit, dass die Reise wie geplant stattfindet, hat auch ihren Preis.

Demgegenüber hat Flexibilität einen echten Wert, besonders bei Gepäck oder Reisen mit Umstiegen. Und manche reisen als Beifahrer aus Gründen, die sich nicht in einer Tabelle erfassen lassen: nicht am Steuer einzuschlafen auf langen Strecken oder einfach nicht allein fahren müssen. In Nachbarländern ist diese Gewohnheit viel verbreiteter und der Prozentsatz der ihr zugeschriebenen Vorfälle minimal.

Der menschliche Filter: Profile, Bewertungen und stornierte Buchungen

Hier zeigt sich die unschöne Seite des Systems. Ein Teil der Fahrer gibt zu, diskretionäre Auswahlkriterien für die Mitfahrer anzuwenden, basierend auf Profil und Bewertungen vor der Annahme. Manche rechtfertigen dies mit Vorsicht; andere direkt mit Vorurteilen. All dies geschieht außerhalb jeglicher Kontrolle der Plattform, die die endgültige Entscheidung dem Fahrer und die einzige Prüfung den Sternen überlässt.

Das Ergebnis ist ein System, das sich einer Community rühmt, aber mit gegenseitigem Misstrauen funktioniert. Der Fahrgast fürchtet den Fremden am Steuer; der Fahrer fürchtet den Fremden auf dem Rücksitz und storniert die Buchung mit jeder Ausrede. Man teilt Kosten, nicht Vertrauen.

Wohin führt das?

Die 20%-Provision scheint kein Limit zu haben, solange kein Konkurrent mit genug Nutzern auftaucht. Es gibt Alternativen ohne Provision, aber mit weniger angebotenen Fahrten, und das ist in der Netzwerkökonomie ein Todesurteil. Alles deutet darauf hin, dass der Preis weiter steigen wird, bis der Bus wieder deutlich gewinnt, obwohl niemand ausschließt, dass ein Modellwechsel mit minimalen Gebühren und stärkerer Fahrerkontrolle den Riesen aufholen könnte. Hoffentlich. Aber solange der Fahrgast nur den Endpreis betrachtet, wird die App weiterhin das rote «unfairer Preis» anzeigen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (177 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver