Mercedes S600 V12 für 5.900 €: Die versteckten Kosten des Prestiges

Ein Forum-Nutzer erwägt den Kauf eines Mercedes S600 V12 für 5.900 €. Die Diskussion konzentriert sich auf Wartung, Ersatzteile und Importkosten aus Deutschland.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mercedes S600 V12 für 5.900 €: Die versteckten Kosten des Prestiges
Mercedes S600 V12 für 5.900 €: Das Schnäppchen, das ruinieren kann

Ein Auto mit einem Neupreis von 120.000 Euro wird für 5.900 Euro angeboten. Dies ist der Aufhänger der Frage: ein gebrauchter Mercedes-Benz S600 V12, vom Verkäufer als auffällig, praktisch, komfortabel und exklusiv zum Preis eines sieben Jahre alten koreanischen Kleinwagens beschrieben. Als Alternative wird ein Cadillac Seville V8 aus dem Jahr 2000 für 5.700 Euro genannt, ebenfalls auf dem spanischen Markt. Der potenzielle Käufer ist 26 Jahre alt und kommt von einem geerbten BMW 318d E90, den er laut eigener Aussage als 330d ausgibt, weil ihm der tatsächliche Motor peinlich ist. Die Frage ist nicht, ob das Auto schön ist. Die Frage ist, wie viel es wirklich kostet, ihn fahrbereit zu halten.

Was genau bekommt man für 5.900 Euro?

Eine S-Klasse der Generation W220 mit atmosphärischem V12-Motor. Damals war sie, wie verschiedene Analysen übereinstimmend feststellen, die beste Luxuslimousine der Welt. Heute ist sie ein Gebrauchtobjekt mit zwei strukturellen Problemen: Verbrauch und Reparaturen. Das erste wird offen diskutiert. Angesichts der oft zitierten 23 Liter pro 100 km, die eher als Karikatur dienen, lautet die Antwort eindeutig: Das ist gelogen, typisch für jemanden, der so ein Auto nie besessen hat. Der reale Verbrauch hängt vom Gasfuß ab, aber in der Stadt liegt er selten unter zweistelligen Werten.

Das zweite Problem ist schwerwiegender. Die Pannen dieser Autos haben immer noch die Kosten von damals, als sie neu waren. Ein Steuergerät, eine Luftfederung, ein spezifischer Sensor: Die Rechnung wurde nicht mit dem Auto wertgemindert. Und ein Detail wird oft vergessen: Ersatzteile sind knapp. Auf Schrottplätzen gibt es kaum Teile für diese Modelle, und der offizielle Bestand geht zur Neige. Ein Auto günstig zu kaufen, das einmal 120.000 Euro kostete, verbilligt nicht die Wartung; es verbilligt nur den Einstieg.

Die logistischen Probleme beim Import aus Deutschland

Das Angebot stammt aus Deutschland. Den Transport nach Spanien kosten lässt, ist ein Faktor, der selten in die Gleichung einbezogen wird. Die in der Diskussion genannten Zahlen: etwa 4.000 Euro, wenn man eine Firma beauftragt, die alles inklusive Lieferung an die Haustür übernimmt; etwa 2.000 Euro, wenn man es selbst macht, mit Reise, provisorischem Kennzeichen, temporärer Versicherung, Hotel, Kraftstoff, französischen Mautgebühren, endgültiger Zulassung, TÜV (ITV) und Steuern. Bei einem Auto für 6.000 Euro können die Logistikkosten mehr als 60 % des Kaufpreises betragen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Nach Deutschland fahren, um ein Auto dieses Wertes zu holen, lohnt sich nur, wenn das Fahrzeug fast neu ist und noch Garantie hat.

Die Falle der billigen Exklusivität

Hier taucht das unbequemste Argument auf. Wenn ein Modell der Oberklasse nach Jahren so billig verkauft wird, weit günstiger als ein vergleichbarer Kleinwagen im gleichen Alter, liegt das nicht nur am Verbrauch. Es liegt an den Reparaturkosten, wenn etwas kaputtgeht oder bei einem Unfall. Die Gleichung ist einfach: Wenn das Auto 6.000 Euro wert ist und eine typische Reparatur 3.000 Euro kostet, sitzt der Besitzer in der Falle. Verkauf deckt die Rechnung nicht; Reparatur verdoppelt die Investition.

Manche behaupten, diese Autos seien robust und dass ein 7er mit V8 zwei Jahre ohne Probleme durchhalten kann. Es stimmt, dass die Verarbeitungsqualität damals besser war. Es stimmt auch, dass dies eine Stichprobe von eins ist. Statistik baut man nicht auf einem einzigen Fall, der gut ausgegangen ist.

Der S600 im Vergleich zur Zweirad-Alternative

Parallel dazu entsteht der Vergleich mit einer Moto Guzzi V7, einem Motorrad, das weiterhin im selben Werk produziert wird, mit luftgekühltem Motor und Drehmomentabgabe ab Leerlauf. Das Pro-Argument: Es werden sehr wenige Einheiten pro Jahr hergestellt, die Mechanik ist einfach und sichtbar, ohne Plastikverkleidungen, die Kabel und Schläuche verbergen. Das Contra-Argument: Eine S-Klasse bietet Komfort, den kein Motorrad liefern kann. Hochgeschwindigkeitsfahrten mit massierenden Ledersitzen, Geräuschdämmung, Klimaanlage. Es sind zwei Philosophien, keine vergleichbaren Produkte.



Die Zahl, die verwirrt, ist nicht der Preis. Es ist, dass ein Auto, das 120.000 Euro kostete, für weniger verkauft wird, als die Instandsetzung von Fahrwerk und Bremsen kostet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).

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