Bitcoin bei 3.800 Euro: Der totgesagte Markt widerlegt die Prognose

Der Bitcoin handelt um 3.800 Euro, während sich die Zahl der Krypto-Automaten verdoppelt hat. Die Todesanzeigen für das Asset widersprechen den Marktdaten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin bei 3.800 Euro: Der totgesagte Markt widerlegt die Prognose
Bitcoin bei 3.800 Euro: Der angekündigte Tod bleibt aus

Der Bitcoin handelt um 3.800 Euro, und die weltweite Anzahl der Kryptowährungs-Automaten hat sich innerhalb eines Jahres von 2.000 auf über 4.000 verdoppelt. Angesichts dieser Zahlen prallt die x-te Nachruf auf das Asset, ein Bericht, der seinen Untergang besiegelt, erneut auf die Realität des Marktes. Es ist nicht das erste Mal: Seit seiner Erfindung stirbt er jedes Jahr aufs Neue. Und ist immer noch da.

Warum wird der Tod des Bitcoin jedes Jahr prophezeit?

Das zentrale Argument des Nachrufs wiederholt sich wortwörtlich: „Eine Währung, die Preismanipulationen erfahren hat, kann niemals als Tauschmittel oder Zahlungsmittel genutzt werden, geschweige denn als Wertaufbewahrungsmittel.“ Daraus folgt, dass das Asset als Geld unbrauchbar wäre, wenn sein Preis durch interessierte Parteien bewegt wird. Bis zum Zeitpunkt dieser Diskussion ist der endgültige Zusammenbruch ausgeblieben.

Die Gegenargumentation kehrt die Logik um. Genau darum geht es, so diese Strömung: Dass sein Wert vom Markt bestimmt wird und nicht willkürlich von einer Regierung. Dies wäre, nach dieser Analyse, das, was eine gesunde Währung von einer Wirtschaft mit intervenierter Währung unterscheidet. Das Argument hat jedoch eine offensichtliche Schwäche: Auch der Markt manipuliert. Eine Handvoll großer Akteure kann jeden Preis bewegen, und der Bitcoin bildet keine Ausnahme.

Ist Bitcoin ein Wertaufbewahrungsmittel im Vergleich zu Gold?

Gold blickt auf 5.000 Jahre Geschichte als Geld zurück. Zentralbanken bewahren es auf, weil sie glauben, dass es mehr wert ist als das von ihnen selbst gestützte Geld; dieses Detail dient als Beweis für seinen Status als Reserve. Seine mittelfristige Volatilität ist geringer als die der überwiegenden Mehrheit der Fiat-Währungen, mit Ausnahme von Euro, US-Dollar und Schweizer Franken: Die Kauf-Verkauf-Spreads für Anlagegold liegen zwischen 1,8 % und 4 %, im Gegensatz zu denen fast jeder anderen Währung.

Auf der anderen Seite listet die Krypto-Kritik die Mängel des Metalls auf: Es ist langsam und teuer in der Bewegung, besitzt ohne Wertverlust keine unendliche Fungibilität und seine Geldmenge ist nicht perfekt definiert. Der Bitcoin hingegen hat eine unveränderliche Obergrenze von 21 Millionen Einheiten. Ob diese Obergrenze eine Tugend oder ein Fluch ist, genau darüber herrscht Uneinigkeit.

Geld, Münze und Schuld: Die Unterscheidung, die die Debatte verwirrt

Ein Teil der Analyse greift auf die alte Unterscheidung zwischen Geld und Münze zurück. Geld wäre Gold und Silber, in jeder Form, einschließlich eines Beutels Pulver; die Münze hingegen wäre das geprägte Stück. Alles andere, so lautet ein berühmtes Zitat, das in diesen Austausch kursiert, ist Schuld. Nach diesem Kriterium fehlt dem Bitcoin das Wesentliche: universelle Akzeptanz, Hortung durch Zentralbanken und die Unterstützung durch eine staatliche Wirtschaft.

Die Gegenreaktion diskutiert nicht die Definition, sondern ihre Gültigkeit. Es wird daran erinnert, dass der sambische Kwacha seit 60 Jahren existiert und niemand ihn als globalen Standard ansieht. Und es wird ein praktisches Problem hinzugefügt: Niemand prüft die Spitze der Pyramide, niemand garantiert dem Bürger, dass die behauptete Menge tatsächlich existiert.

Was kostet das Mining eines Bitcoin?

Die durchschnittlichen weltweiten Kosten für das Mining einer Einheit liegen laut den aktuell kursierenden Berechnungen über 5.000 Dollar. Daraus ergibt sich die unbequeme Frage: Wie lange hält das System bei diesen Preisen durch? Die technische Antwort kommt schnell: Die Kosten bestimmen nicht den Preis, der Wettbewerb unter den Minern tut es. Wenn der Kurs fällt, sinkt der Wettbewerb und damit auch die Kosten.

Manche fügen einen ärgerlichen Nuance für offizielle Durchschnitte hinzu: Ein Teil des Minings erfolgt mit subventionierter oder sogar kostenloser Energie, was jeden Durchschnitt verzerrt. Die veröffentlichten Kosten, so heißt es, zeichnen eher ein Bild des häuslichen Minings als des industriellen.

Zehn Jahre und keine breite Adoption

Der Zeitplan spricht gegen die Totengräber. Eine neue Technologie wird selten innerhalb eines Jahrzehnts massenhaft adoptiert: Das Internet hat es trotz seines Erfolgs ebenfalls nicht geschafft. Demgegenüber weist die Kritik darauf hin, dass der Vergleich irreführend ist, da für den Bitcoin bisher kein alltäglicher Nutzen jenseits der Spekulation mit seinem Wert in konventioneller Währung gefunden wurde. Jeder neue Automat und jeder Miner, der negative Margen aushält, sind je nach Perspektive entweder der Beweis für den Erfolg oder das Signal der Panik.

Die Besteuerung taucht am Rande der Angelegenheit auf. Die spanische Steuerbehörde (Hacienda) beginnt, Bewegungen von Kryptowährungen zu kontrollieren, und diese Überwachung wird auf zwei gegensätzliche Weisen gelesen: als Normalisierung des Assets oder als Warnung, dass sich der Schraubstock schließt.

Mit diesen Bausteinen bleibt die Analyse genau dort, wo sie begonnen hat: Ist Bitcoin das neue monetäre Paradigma oder nur ein weiteres spekulatives Produkt? 99,9 % der Bevölkerung bevorzugen stabile Reserven für ihren Reichtum, und der Bitcoin überzeugt sie seit einem Jahrzehnt nicht. Niemand hat bisher gezeigt, wie viel ein dezentralisiertes Protokoll zur Programmierung von Verträgen wert ist oder wie viel es in zwanzig Jahren kosten sollte. Und dort, in dieser unbeantworteten Lücke, verheddert sich die Diskussion.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (148 Antworten).

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