Bitcoin bricht ein: Fonds und ETFs verändern die Spielregeln

Bitcoin stürzt um 50 % vom Höchststand ab. ETFs, Derivate und Fonds haben die Kryptowährung zu einem Casino für große Vermögensverwalter gemacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vom dezentralen Traum zum Wall-Street-Casino: Was mit Bitcoin passiert ist

Ein Investor kaufte Bitcoin im Wert von 5.000 Euro bei 61.000 Dollar. Kurz darauf war sein Portfolio 5.700 Euro wert, dann nur noch 4.300 Euro. Jetzt wartet er geduldig darauf, dass der Preis das Allzeithoch übersteigt, um einen Mustang oder Land mit Hühnern zu kaufen. Dies ist kein Einzelfall: In den letzten Monaten ist Bitcoin um fast 50 % von seinen Höchstständen gefallen, und in Foren stellt sich die Frage, ob es eine Bodenbildung gibt oder ob das Kartenhaus endgültig zusammenbricht.

Die Erklärung ist nicht einfache Volatilität. Hinter dem Absturz liegt ein grundlegender Wandel: Der massive Einstieg von Fonds, ETFs und Derivaten hat Bitcoin verändert. Es ist nicht mehr diese alternative Währung, begrenzt auf 21 Millionen Einheiten und immun gegen Zentralbanken. Nun ist es nur ein weiteres spekulatives Anlagegut, dessen Preis von den Entscheidungen großer Vermögensverwalter abhängt. „Sie haben tausend gehebelte Finanzprodukte auf einen Bitcoin geschaffen“, fasst eine Analyse zusammen. Das lässt ihn in die Stratosphäre schießen oder Positionen bis zur Hölle liquidieren. Die Knappheit, seine wichtigste Festung, hat sich verwässert: Derivate ermöglichen Wetten auf Bestände, die physisch nicht existieren.

Das Vertrauensproblem: Ein Markt ohne Audits

Im Gegensatz zu Gold oder Silber, wo physische Läden den echten Preis überprüfen, fehlen im Kryptomarkt unabhängige Prüfungen. „Es gibt keine Prüfung, die bestätigt, dass der Preis bei Binance oder anderen Börsen echt ist“, bemerkt ein Beobachter. Der berühmte 10. Oktober, als massenhaft Positionen liquidiert wurden, erfolgte unter einem angeblichen technischen Fehler, den niemand prüfte. Intransparenz schürt Misstrauen, selbst bei denen, die langfristig Wert im Asset sehen. Solange Wall Street und Figuren wie die Trumps den Preis nach Belieben bewegen können, spielen Kleinanleger benachteiligt.

Schneeballsystem oder zyklische Korrektur?

Die Meinungen sind geteilt zwischen denen, die ein Schneeballsystem sehen, und denen, die es für eine weitere Korrektur im Zyklus halten. Ersterer weisen darauf hin, dass Wale und große Institutionen verkaufen, um in KI-Startups zu investieren, was eine Blase erzeugt, die später platzt. Letztere, die „Diamond Hands“, bestehen auf der Strategie, beim Rückgang zu kaufen und auf das nächste Halving zu warten. Mit Diagrammen, die den aktuellen Zyklus mit früheren vergleichen, prognostizieren einige Tiefstände um 50.000 Dollar vor Jahresende, gefolgt von zwei Jahren Anstieg. Das Problem ist, dass historische Muster aufgrund institutioneller Manipulation möglicherweise nicht wiederkehren.

Die ungewisse Zukunft des Wertaufbewahrungsmittels

„Die Farce der finanziellen Erlösung und des vermeintlichen Wertaufbewahrungsmittels bricht zusammen, während das Make-up von Saylor und Eric Trump schmilzt“, schreibt ein kritischer Analyst. Für ihn predigen Bitcoin-Befürworter keine Idee mehr, sondern liquidieren Bestände auf der Suche nach den letzten nützlichen Idioten. Am anderen Ende sehen Optimisten in Bitcoin weiterhin eine Absicherung gegen das Fiat-System, ein Asset, das langfristig immer Terrain zurückgewonnen hat. Die Realität ist, dass Bitcoin trotz des Absturzes deutlich über den Niveaus von vor drei Jahren handelt. Aber Vertrauen, dieses fragile Immaterielle, hat gelitten.

Der verwirrende Fakt: Während manche wegen 50%-Korrekturen den Schlaf verlieren, erinnern andere daran, dass Bitcoin seit den Tiefstständen vor einigen Tagen bereits um 20 % gestiegen ist. Die Achterbahn funktioniert weiter. Was sich geändert hat, ist, wer die Steuerung hält.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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