Bitcoin kämpft um die Unterstützung bei 18.000 Dollar
Eine Kauforder bei 20.000 Dollar. Eine andere, ehrgeizigere, bei 5.000. Und eine dritte, fast schon ein Scherz, bei 100. Das ist die Landkarte, mit der ein Großteil des Marktes versucht zu erraten, wo der Bitcoin-Einbruch endet. Vor denselben Charts stimmen die Antworten keineswegs überein: Beim Bitcoin-Preis gibt es Wetten für jeden Geschmack, von 1.000 bis 250.000 Dollar.
Zum Zeitpunkt dieser Diskussion ordnet eine der im Thread kursierenden Berechnungen die kumulierte Korrektur bei etwa 50 % vom Höchststand ein, und die große Debatte dreht sich nicht mehr darum, ob der Preis fällt, sondern wie viel noch bleibt. Denn Bitcoin hat keine Gewinne, keine Dividenden und keinen Vermögenswert dahinter, der eine buchhalterische Untergrenze setzt. Es gibt nur Käufer. Und wenn sich die Käufer verstecken, entscheidet die letzte Order, die hält, den Boden.
Wo liegt der Bitcoin-Boden?
Die erste Antwort ist technisch und recht irdisch: runde Zahlen. Das Argument besagt, dass große Orders bei glatten Ziffern platziert werden – 20.000, 30.000, 40.000 – und dort konzentrieren sich die stärksten Unterstützungen, zusammen mit Fibonacci-Retracements. Der Hinweis darauf: Das Tief einer der letzten Sitzungen lag bei genau 30.000 Dollar. Zu rund, um Zufall zu sein.
Das nächste Level ist 20.000. Manche behaupten, dass es bis dahin keinen echten Puffer gibt, und andere sehen 18.000 als die Linie, die die Korrektur vom Regimewechsel trennt. Wenn Bitcoin 18.000 verliert, zeichnet sich ein Bärenmarkt ab, mit Zielen, die auf 1.000 Dollar abstürzen und sogar, in der aggressivsten Version, bis auf 100.
Und über allem schwebt ein Verdacht, der ohne Beweis wiederholt wird: dass eine Position von 1 Milliarde Dollar in Bitcoin in den Händen eines Dritten liegt und der Markt sie liquidieren will. Niemand beweist es.
Vom 50%-Einbruch zum historischen 72%
Hier wird die Debatte für jene interessant, die nicht an Prophezeiungen glauben. Das Argument derer, die den aktuellen Einbruch mit früheren vergleichen, besagt, dass wir bei 50 % sind und der größte historische Absturz 72 % betrug. Wenn sich diese Zahl wiederholt, liegt der Boden deutlich tiefer. Wenn der Rekord bricht, stellt sich die Frage, wie viel tiefer noch.
Bärische Szenarien haben konkrete Zahlen: zwischen 1.000 und 5.000 Dollar im häufigsten Fall, eine Rückkehr zu Niveaus von 2013 im literarischsten Fall und 8.000 oder 5.000 Euro bei den mittleren Wetten. Eine besonders unbequeme Prognose setzt die Zahl nicht ans Ende, sondern an den Anfang: erst eine Bandbreite von 5.000 bis 9.000 Dollar, dann ein langes Tauziehen und schließlich eine langsame Auflösung, wie der Schaum einer Blase, die sich von selbst entleert.
Hodl wird nirgends gehandelt. Aber es wird im Austausch wiederholt.
Das bullische Szenario: 120.000 Dollar und "sehr vorhersagbare" Zyklen
Nicht alle rudern ins Abseits. Die Gegenposition stützt sich auf historische Zyklen: Nach der Kapitulation folgt die Konsolidierung und dann die Rallye. In dieser Lesart erreicht Bitcoin zuerst 20.000, Ethereum fällt auf etwa 1.000, und von dort aus startet ein neuer Zyklus mit Bitcoin über 120.000 und Ethereum bei 15.000–16.000. Der Horizont: zwei Jahre.
Kurzfristige Versionen gehen noch weiter. Manche fixieren den Preis auf 55.000 Dollar in weniger als einem Monat, manche sagen, er werde in weniger als sechs Monaten auf 100.000 fallen – das Verb ist dasselbe, die Richtung ist die gegenteilige – und manche trauen sich 200.000–250.000 bis Ende 2022 zu, "ohne Fallschirm", aber nach oben.
Der Rat, der unter Bullen wiederholt wird, ist nicht jetzt zu kaufen. Er lautet, sich nicht zu bewegen. Das Argument: Trading ohne Erfahrung ist der schnelle Weg, das Hemd zu verlieren, und das Messer fällt noch immer. Die meisten Leute, so heißt es, haben nicht den Mut, die Volatilität auszuhalten.
Bitcoin minen: das bärische Argument, das nicht über Geld spricht
Ein Teil des Pessimismus kommt nicht von den Charts, sondern von der Stromrechnung. Das Proof-of-Work-Mining verbraucht Energie in einem Tempo, das als nicht nachhaltig gilt, wenn billige Energie verschwindet, und daraus entsteht die Vorhersage, dass Kryptowährungen sich einfach auflösen werden, weil es keinen Sinn mehr macht, das Netzwerk am Laufen zu halten.
Die Gegenreaktion hat zwei Beine. Das erste, technisch: Das Mining-System ist an sich nicht ineffizient, es funktioniert mit bescheidener Hardware; was den Verbrauch in die Höhe trieb, war die Rentabilität, die zu viele Miner anzog. Das zweite, vergleichend: Das Goldminenwesen, mit seiner ökologischen Verwüstung, erhält weniger öffentliche Kritik als Bitcoin.
Und ein dritter Weg, spekulativer: dass Energie auch eine Variable ist, keine Konstante, und dass eine neue Generation erneuerbarer Energien die gesamte Gleichung ändern würde, ohne dass Kernreaktoren nötig wären.
Die Tulpen-Geschichte und die These des freien Geldes
Der älteste Vergleich der Branche bleibt aktuell: Bitcoin als die Tulpe des 21. Jahrhunderts, der größte Schwindel seit der holländischen Blase. Es ist die Haltung jener, die mit Sarkasmus fragen, wie tief etwas fallen kann, das nie einen Wert hatte. Für diese Strömung ist der Vermögenswert nichts anderes als eine Zeichenkette, die auf einen Käufer wartet.
Das Gegenargument leugnet die Blase nicht: Es rahmt sie neu. Kryptowährungen wurden geboren, um freies Geld außerhalb staatlicher Kontrolle zu sein, kein Spekulationsprodukt, und dieser Missbrauch wäre das eigentliche Problem, nicht die Technologie. Hinzu kommt die radikalste monetäre These: Bitcoin strebt gegen Unendlich, weil Fiat gegen Null strebt.
Inzwischen läuft der Doomsday-Detektor seit Jahren in beide Richtungen: Wenn der Preis sinkt, tauchen die Ankündiger des Endes auf, und wenn er steigt, die Verkünder eines neuen Paradigmas. Es fällt seit zehn Jahren nach oben, fasst die meistgeäußerte Ironie zusammen.
Mit einer Berechnung, die den größten historischen Einbruch bei 72 % ansetzt und die aktuelle Korrektur auf halbem Weg, muss jeder heute festgelegte Boden mit einer unbequemen Tatsache leben: Das letzte relevante Tief lag bei genau 30.000 Dollar. Vielleicht war es der Boden. Vielleicht war es nur ein Zwischenstopp.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (138 Antworten).