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Biden nennt Zelensky bei NATO-Gipfel „Putin“
Bei einem NATO-Gipfel bezeichnete US-Präsident Joe Biden den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fälschlicherweise als „Präsident Putin“, woraufhin der Saal applaudierte.
Ein Versprecher auf einem NATO-Gipfel hat das Narrativ verändert: US-Präsident Joe Biden stellte den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj als „Präsident Pilingui“ vor, bevor er sich korrigierte, wie aus den veröffentlichten Videos des Ereignisses hervorgeht. Das Video kursiert mit der Reaktion Selenskyjs, der kaum eine Regung zeigt, während der Saal applaudiert. Die Szene, die von mehreren internationalen Beobachter-Accounts aufgenommen und verbreitet wurde, ist zum meistzitierten Beispiel einer unbequemen These geworden: dass der Mann mit dem Atomknopf nicht mehr in der Lage ist, ein Schild zu lesen.
Dies ist kein Einzelfall. Am selben Tag, so die kursierenden Aufnahmen, verwechselte Biden seine eigene Vizepräsidentin mit seinem Vorgänger und kündigte an, er werde „Japan und Korea wieder vereinen“. Drei Fehler in Folge haben dem Kommunikationsteam des Weißen Hauses kaum noch Spielraum gelassen.
Was genau beim NATO-Gipfel geschah
Der Fehler geschieht bei der Übergabe des Mikrofons. Biden kündigt „Präsident Pilingui“ an, dreht sich zu Selenskyj um und korrigiert nach einer Geste, die in der Kamera nicht zu sehen ist, den Namen. Die Korrektur kommt zu spät: Das Audio ist bereits aufgezeichnet, und die Geste des Ukrainers, die im Profil eingefangen wurde, ist zu einem internationalen Meme geworden.
Bemerkenswert ist nicht der Versprecher, sondern die Reaktion des Saals. Niemand lacht. Niemand hustet. Sie applaudieren. Das ist der Teil, der am häufigsten kursiert: die Vorstellung, dass ein Auditorium aus Staatschefs und Diplomaten einem offensichtlichen Fehler beiwohnt und dem Skript folgt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Die Szene wird als Metapher für das institutionelle Funktionieren interpretiert: Das Protokoll deckt das zu, was das Protokoll eigentlich nicht decken sollte.
Selenskyjs Reaktion und das Schweigen der Medien
Selenskyj reagiert nicht. Keine Miene, keine Geste der Unbehaglichkeit. Diejenigen, die das Standbild analysiert haben, heben genau das hervor: das Gesicht von jemandem, der in Echtzeit entschieden hat, dass es ihm nicht nützt, zu reagieren. Die Ukraine ist auf die militärische und finanzielle Hilfe aus Washington angewiesen, und eine Missachtung des Gastgebers passt nicht in diese Kalkulation.
Es gibt eine andere, zynischere Lesart: dass der Versprecher, ob ungewollt oder nicht, die wahre Hierarchie offenlegt. Biden hat einen Verbündeten nicht zufällig mit einem Feind verwechselt; er tat es, weil die US-Außenpolitik seit zwei Jahren beide Namen im selben Absatz verwaltet. Der verbale Ausrutscher ist die Spitze des Eisbergs einer tiefer liegenden strategischen Verwirrung.
Ist es ein Gesundheitsproblem oder ein politisches Problem?
Die Diskussion hat sich in zwei Lager gespalten. Die eine Seite behauptet, wir seien mit einem offensichtlichen kognitiven Verfall konfrontiert und das mächtigste Amt des Planeten werde von jemandem besetzt, der keinen Satz ohne Hilfe vervollständigen kann. Die andere Seite entgegnet, dass eine Diagnose nicht per Video gestellt werden kann und dass das Verwechseln von Namen jedem passieren kann.
Das Problem der zweiten These ist die Häufung. Ein isolierter Versprecher lässt sich erklären. Drei am selben Tag, mit demselben Muster, beginnen wie ein Symptom zu wirken. Und ein Symptom wird in der Politik zur Staatsangelegenheit: Wenn der Präsident nicht da ist, wer regiert dann? Die Antwort, die am stärksten kursiert, ist die wenig beruhigende: ein Team, das von niemandem gewählt wurde und Entscheidungen in seinem Namen trifft.
Die wahre Wahlkalkulation, die niemand laut auszusprechen wagt
Das Ereignis findet mitten im US-Vorwahlkampf statt, während die Demokratische Partei ihre Kandidatur noch nicht geklärt hat. Die Frage, die im Raum steht, ist, ob diese Art von Bildern einen Wechsel beschleunigt oder im Gegenteil blockiert: Jedes Mal, wenn ein Wechsel in Erwägung gezogen wird, antwortet der Apparat, dass es keine praktikable Alternative gibt und der Amtsinhaber weiterhin der Kandidat bleibt.
Einige behaupten, die Strategie bestehe darin, bis zum Ende durchzuhalten und den Kalender entscheiden zu lassen. Andere deuten an, dass das unmittelbare Umfeld des Präsidenten einen schwachen Gegenkandidaten vorzieht, statt einen internen Krieg zu riskieren. In jedem Fall ist das Ergebnis dasselbe: Bidens Name bleibt auf dem Stimmzettel, während die Videos sich häufen.
Applaus als Symptom: Warum niemand lacht
Die Szene des Applauses ist die aufschlussreichste. In einem normalen Umfeld würde ein solcher Fehler ein Lachen auslösen. Bei einem NATO-Gipfel löst er einen Applaus aus. Die einfachste Erklärung ist diplomatische Höflichkeit. Die unbequemste ist, dass das Auditorium bereits verinnerlicht hat, dass der Gastgeber nicht in der Lage ist, und beschlossen hat, so zu tun, als wäre er es.
Das hat einen Namen: institutionelle Fiktion. Sie wird aufrechterhalten, solange niemand sie öffentlich bricht. Und sie wird genau durch Videos wie dieses gebrochen, die über Kanäle kursieren, die nicht den Presseraum passieren.
Es bleibt die Frage, die niemand beantwortet: Wenn der Fehler eines europäischen Staatschefs unterlaufen wäre, wäre er dann am nächsten Tag noch im Amt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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