Biden droht Saudi-Arabien wegen OPEC-Förderkürzungen

Biden kündigt Konsequenzen für Saudi-Arabien an nach OPEC-Kürzung um zwei Millionen Barrel täglich. Brent steigt auf 93,35 Dollar; Washington prüft die Beziehung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Biden droht Saudi-Arabien wegen OPEC-Förderkürzungen
Biden kündigt Konsequenzen für Saudi-Arabien wegen Rohölförderkürzung an

Der US-Präsident Joe Biden hat „Konsequenzen“ für Saudi-Arabien angekündigt, nachdem sich die OPEC und ihre Verbündeten, angeführt von Russland, auf eine Kürzung der Ölproduktion um zwei Millionen Barrel pro Tag geeinigt hatten. Er äußerte sich in einem CNN-Interview ohne konkrete Maßnahmen zu nennen: „Ich habe es im Kopf.“ Der für Europa richtungsweisende Brent-Rohölpreis stieg auf 93,35 Dollar, ein Plus von 1,69 %, das höchste Niveau seit dem 21. September. Das Weiße Haus spricht offen von einem „Bruch“ und einer „Überprüfung“ der bilateralen Beziehungen und wirft Riad vor, sich mitten im Krieg in der Ukraine mit Moskau zu solidarisieren.

Was geschah und warum die Ölpreise steigen

Die OPEC und ihre Partner kündigten vergangene Woche eine Anpassung nach unten um zwei Millionen Barrel pro Tag an. Die Wirkung war sofort spürbar: Der Rohölpreis zog an, und Washington schlug von Überraschung in Vorwurf um. Der Auslöser ist nicht nur wirtschaftlicher Natur. Die Entscheidung fällt in einer Zeit, in der der Westen versucht, die russischen Energieeinnahmen auszutrocknen, während Saudi-Arabien – formaler Partner Moskaus im Kartell – die Kürzung unterzeichnet. Biden deutete dies als Verrat: „Es wird einige Konsequenzen geben für das, was sie mit Russland getan haben.“

Demokratische Abgeordnete hatten bereits Vergeltungsmaßnahmen gefordert, bevor der Präsident sich äußerte. Das Weiße Haus prüft nun Optionen, bleibt aber vage. Eine unbequeme Frage steht im Raum: Welchen echten Spielraum hat Washington gegenüber einem Land, das fördert, wie es will, und an den Höchstbietenden verkauft?

Der Petrodollar und die Achillesferse des Imperiums

Hier geht es nicht mehr um einen bloßen Handelsstreit. Der Dollar ist vor allem deshalb Weltreservewährung, weil Öl in Dollar gehandelt wird. Wenn große Produzenten beschließen, in anderen Währungen abzurechnen, gerät das System ins Wanken. Dies ist die Lesart hinter der härtesten Analyse: Sollte der Golfstaat eines Tages mit dem Petrodollar brechen, bleiben Washington kaum Trümpfe.

Daher ist die Kürzung nicht nur ein Preisproblem. Sie signalisiert, dass Riad keine Scheu mehr hat, ohne Erlaubnis zu handeln. Und dass Moskau und Peking genau hinschauen.

Souveränität oder Erpressung?

Der Konflikt der Perspektiven ist fundamental. Ein Lager argumentiert, ein Staat sei Herr seiner Ressourcen und bestimme frei die Fördermenge: Wenn der Westen russisches Gas sanktioniert, warum darf Riad dann sein Rohöl nicht kürzen? Das andere Lager entgegnet, dass die bewusste Drosselung des Angebots eines Grundguts im ungünstigsten Moment zur Preistreibung ein feindlicher Akt sei, zumal Oligopole im gesamten Westen rechtlich verfolgt werden.

Der Widerspruch ist schwer zu kaschieren. Wer den freien Markt verteidigt, bejubelt Energiesouveränität, wenn es passt, und nennt es Sabotage, wenn es nicht passt. Und wer Solidarität von Riad verlangt, forderte diese nicht, als billiges Öl halb Europa in die Knie zwang.

Europa zahlt die Rechnung

Während Washington und Riad Kräfte messen, trägt Europa die Kosten. Brent bei 93,35 Dollar bedeutet teureres Benzin, Diesel und höhere Rechnungen. Der Alte Kontinent verfügt weder über die energetische Autarkie der USA noch über die Fähigkeit, Druck auf den Golf auszuüben. Die wiederkehrende Schlussfolgerung: Europäer sind die Einzigen, die auf Washington hören, und am Ende die Zeche zahlen.

Wie geht es weiter?

Biden hat keine konkreten Maßnahmen benannt. Diskutiert werden Überprüfungen von Waffenverkäufen, eine Neuausrichtung der Allianz oder sogar Zölle. Doch Saudi-Arabien besitzt zwei heilige Städte und eine gut ausgestattete Armee. Eine Demokratisierung ist in keinem realistischen Plan enthalten. Am wahrscheinlichsten ist laut nüchternen Analysen die Suche nach einem fügsameren Nachfolger innerhalb der königlichen Familie selbst.

Und wenn die Kürzungen bestehen bleiben und die Preise weiter steigen? Dann gibt es kein Drehbuch mehr. Nur einen Präsidenten, der sagt, er habe es im Kopf, und ein Fass, das auf niemanden wartet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (132 Antworten).

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