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Biden begnadigt Sohn Hunter für zehn Jahre
Joe Biden hat seinen Sohn Hunter vollständig begnadigt und deckt alle Bundesdelikte von 2014 bis 2024 ab. Diese rückwirkende Immunität folgt auf Verurteilungen.
Biden begnadigt Hunter und gewährt elf Jahre rückwirkende Immunität
Die von Joe Biden unterzeichnete Präsidentenbegnadigung für seinen Sohn Hunter geht über die bestehenden Verurteilungen hinaus. Das Dokument deckt jedes mögliche Bundesverbrechen ab, das zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 1. Dezember 2024 begangen wurde. Dies gewährt elf Jahre rückwirkende Immunität für einen Mann, der sich bereits schuldig bekannt hatte, beim Kauf einer Schusswaffe gelogen zu haben, und gegen den neun Anklagen wegen Steuerhinterziehung vorlagen. Die Unterschrift kam nur wenige Wochen vor dem Ausscheiden aus dem Amt, nachdem Sprecher des Weißen Hauses eine solche Maßnahme wiederholt dementiert hatten.
Was genau deckt die Begnadigung ab?
Artikel II, Abschnitt 2 der US-Verfassung ermächtigt den Präsidenten, Begnadigungen für Straftaten gegen die Vereinigten Staaten zu erlassen, außer bei Impeachment-Fällen. Der Mechanismus ist nicht neu; englische Monarchen nutzten ihn, und George Washington wandte ihn 1795 erstmals bei zwei Verurteilten an. Was sich geändert hat, ist die Anwendung. Eine traditionelle Begnadigung entschuldigt jemanden, der bereits für ein spezifisches Verbrechen verurteilt wurde, meist aus humanitären oder Gerechtigkeitsgründen. Bidens Begnadigung erweitert den Schutzschild auf alles, was über ein ganzes Jahrzehnt hinweg auftauchen könnte.
Dies ist der Kern des Problems. Hunter Biden wurde im Juni verurteilt, weil er 2018 beim Waffenkauf illegalen Drogenkonsum falsch leugnete und die Waffe elf Tage lang illegal besaß. Im September bekannte er sich kurz vor Beginn der Geschworenenauswahl in Kalifornien in neun Bundessteuersachen schuldig. Mit der unterzeichneten Begnadigung können weder diese Verurteilungen noch künftige Ermittlungen zu diesem Zeitraum ihn belasten.
Einige argumentieren, dass der zeitliche Umfang der Unmöglichkeit Rechnung trägt, vorherzusehen, welche Verbrechen in den kommenden Jahren ans Licht kommen könnten, und dass der Schutz der Vergangenheit selektive Strafverfolgung verhindert. Gegenargumente sind einfacher: Wenn eine Begnadigung unerforschte Angelegenheiten abdeckt, sendet dies die Botschaft, dass die Gerechtigkeit Hintertüren für jene mit dem richtigen Nachnamen hat.
Das Clinton-Präzedenzfall und Trumps Schwiegervater
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Präsident ein Familienmitglied begnadigt. Bill Clinton begnadigte seinen Bruder an seinem letzten Amtstag. Analysten betonen einen Unterschied im Grad: Eine spezifische Begnadigung für ein bekanntes, abgeurteiltes Verbrechen unterscheidet sich von einer verdeckten Amnestie für ein nicht abgeschlossenes Jahrzehnt. Ein republikanischer Präzedenzfall existiert ebenfalls: Jared Kushners Vater, Ehemann von Ivanka Trump, wurde zu zwei Jahren Gefängnis wegen Steuerhinterziehung verurteilt und später am Ende von Trumps erster Amtszeit begnadigt. Die Symmetrie ist für beide Seiten unbequem.
Die demokratische Reaktion war defensiv. Viel der öffentlichen Argumentation konzentriert sich darauf, dass Trump dasselbe oder Schlimmeres tun würde, und dass das US-Rechtssystem bereits faktisch politisiert ist. Es ist dieselbe rhetorische Gymnastik, die kritisiert wird, wenn sie vom Gegner betrieben wird. Das Ergebnis ist ein Land, in dem immer weniger Menschen glauben, dass das Gesetz für den Sohn des Präsidenten genauso gilt wie für einen Nachbarn, der ein Formular falsch ausfüllt.
Der ukrainische Staatsanwalt und die Millionen Dollar
Die Episode, die in Debatten am häufigsten zitiert wird, liegt länger zurück. Als Vizepräsident berichtete Biden öffentlich, wie er eine Kreditlinie von 1 Milliarde Dollar für die Ukraine an die Entlassung des Staatsanwalts innerhalb von sechs Stunden band – der Zeit, die er brauchte, um das Land zu verlassen. Dieser Staatsanwalt untersuchte missbräuchliche Provisionen bei einem ukrainischen Gasunternehmen. Diese Anekdote ist zum zentralen Argument jener geworden, die behaupten, dass der Schutz des Sohnes auch den Vater vor daraus folgenden Ermittlungen schützt.
Die optimistische Kalkulation für das Weiße Haus ist, dass die Begnadigung das Kapitel abschließt und das Medienrauschen verstummen lässt. Das pessimistische Szenario deutet darauf hin, dass es die Frage offenlässt, was während dieser elf Jahre geschah, was nicht dem Ermessen eines Gerichts überlassen werden konnte.
Ein Muster, das sich über den Atlantik hinweg wiederholt
Das Echo in Spanien ist sofortig. Vergleiche mit kürzlich dort genehmigten Begnadigungen und Amnestien tauchen in fast jeder Diskussion über diesen Fall auf. Der Satz, der die Unzufriedenheit zusammenfasst, ist nicht neu: Gesetze sind wie Spinnweben, durch die große Fliegen frei hindurchgehen, während kleine gefangen bleiben, wie Balzac schrieb. Das Zitat ist so oft wiederholt worden, dass es als Diagnose fungiert.
Das zugrunde liegende Problem ist nicht Biden oder Trump. Es ist ein Zweiparteiensystem, in dem jede Gruppe den Staatsapparat nutzt, um ihre eigenen zu schützen und den Gegner zu schwächen, wobei die Unparteilichkeit der Justiz als Fiktion aus dem Lehrbuch betrachtet wird. Die Begnadigung von Hunter Biden bricht nichts. Sie bestätigt einen Trend, der seit Langem im Gange ist.
Mit diesen Elementen bleibt die unbeantwortete Frage: Was hindert den nächsten Präsidenten daran, dasselbe mit seinem eigenen Umfeld zu tun? Praktisch gesehen, nichts.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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