Die These, die die Russische Revolution den jüdischen Banken zuschreibt
Im Februar 1916 waren laut einem Bericht, den der US-Geheimdienst angeblich an verbündete Botschaften weitergeleitet hatte, bereits die Namen derer bekannt, die angeblich die Zerstörung des zaristischen Regimes finanzierten: Jacob Schiff, das Haus Kuhn, Loeb & Co. und ein Netzwerk von Bankiers mit Sitz in New York und Stockholm. Das Dokument, 1920 in französischen katholischen Publikationen nachgedruckt und vom Reverend Denis Fahey in seinem Werk über den mystischen Leib Christi zitiert, behauptet, die Revolution, die ein Jahr später ausbrach, sei „von jüdischen Einflüssen begangen und gefördert“ worden. Diese Behauptung ist nicht neu. Was auffällt, ist, dass sie mehr als ein Jahrhundert später weiterhin eine Debatte erzeugt, in der Fakten und Parolen ohne Scheu vermischt werden.
Was genau sagt der Bericht des Geheimdienstes?
Der Text, gegliedert in acht Abschnitte, zählt die vermeintlichen Finanziers der Revolution auf: Jacob Schiff, Max Warburg, Olaf Aschberg von der Nya Banken in Stockholm und das Syndikat Westfalen-Rheinland. Er erwähnt auch Paul Warburg, verbunden mit dem Federal Reserve Board, als aktiven Kontakt für „bestimmte prominente Bolschewiki“ in den Vereinigten Staaten, ein Umstand, der ihm laut dem Dokument die Wiederwahl im Komitee kostete. Abschnitt drei listet die sowjetischen Führer auf, die sich, stets gemäß dem Bericht, nach Oktober 1917 hervortaten: Lenin (Ulianow), Trotzkij (Bronstein), Sinowjew (Apfelbaum), Kamenew (Rosenfeld), Parvus (Helphand) und eine Liste, die das Dokument als Beweis für eine koordinierte Führung darstellt.
Die zentrale These besagt, dass eine Verbindung zwischen „millionenschweren Nnnn“ und „proletarischen Nnnn“ bestand. Der Bericht nennt Judas Magnes, subventioniert von Schiff, als faktischen Leiter der zionistischen Organisation Poale Zion, deren Ziel es gewesen wäre, die internationale Vorherrschaft der Jewish Labour Movement zu etablieren. Das heißt, die Revolution wäre keine russische Arbeiterbewegung gewesen, sondern eine von außen finanzierte Operation zur Unterwerfung der Russen.
Die Antwort im Forum: Vom dokumentarischen Zitat zur Entgleisung
Die Diskussion spaltete sich schnell in zwei Lager. Auf der einen Seite jene, die behaupten, die Revolution sei eine „jüdische Terrorbewegung“ gewesen und es „kein Zufall sein“, dass alle bolschewistischen Führer Nnnn waren, einschließlich Marx. Auf der anderen Seite jene, die daran erinnern, dass Lenin während der gesamten Revolution in Zürich war und dass es die Deutschen waren, die ihn unterstützten, um das zaristische Russland endgültig zu schwächen. Eine Anekdote eines Teilnehmers weist darauf hin, dass Lenin neben deutscher Abstammung auch Kalmücke war, ein mongolisches Volk, das im 18. Jahrhundert an die Wolga kam, und dass niemand Mongolen erwähnt hat, die im Schatten herrschten.
Der Austausch degradiert, wenn jemand mit direkten Beleidigungen antwortet. Die Diskussion verliert jeden analytischen Anspruch und wird zum Streit. Einige erinnern daran, dass die Leibeigenschaft 1861 von Alexander II. abgeschafft wurde und dass sich die Lage der Bauern nach 1917 verschlechterte. Andere weisen darauf hin, dass die Revolution von einer breiten Koalition aus unzufriedenen Arbeitern, Bauern und Soldaten getragen wurde, die gegen das zaristische Regime und die Beteiligung Russlands am Ersten Weltkrieg waren.
Das verwirrende Detail: Trotzkij und das Million-Dollar-Darlehen
Einer der konkretesten Punkte der Debatte platziert Trotzkij vor der Revolution in New York, von wo er angeblich mit einem Darlehen von einer Million Dollar der damaligen Zeit nach Russland aufgebrochen sei, wie ein Teilnehmer behauptet. Die Zahl wäre, falls bestätigt, ein „ordentlicher Batzen“, um eine Reise und eine Revolution zu finanzieren. Dieser Datenpunkt taucht im Bericht des Geheimdienstes nicht auf, passt aber zur These der externen Finanzierung. Niemand in der Diskussion liefert die Primärquelle für dieses Darlehen.
Die Diskussion berührt auch die Verbindung zum Zionismus. Es wird behauptet, die Zionisten hätten ihren Plan für Eretz Israel bereits im Kopf gehabt und in der Revolution eine Chance gesehen. Die Aussage wird ohne Dokumentation lanciert, dient aber dazu, den Kreis zu schließen: Jüdische Banken, Zionismus und Bolschewismus als drei Seiten derselben Medaille.
Was der Bericht nicht sagt und die Diskussion nicht klärt
Das nachgedruckte Dokument liefert keine dokumentarischen Beweise für Überweisungen. Es beschränkt sich darauf, Namen aufzulisten und Verbindungen herzustellen. Die Echtheit des Textes wird laut seinen Herausgebern vom US-Geheimdienst garantiert, doch die Genauigkeit der enthaltenen Informationen liegt in deren Verantwortung. Das heißt, der Bericht ist ein Geheimdienstdokument, kein Gerichtsurteil. Die Diskussion behandelt ihn jedoch als endgültigen Beweis.
Die offene Frage bleibt, warum die Revolution erfolgreich war, obwohl die Finanzierung, wie der Text behauptet, allen Regierungen der Entente bekannt war. Der Bericht legt nahe, dass Nnnn Hindernisse für seine Veröffentlichung errichtet hätten und dass die meisten Menschen nichts von seiner Existenz erfahren hätten. Es ist eine zirkuläre Erklärung: Die Verschwörung beweist sich dadurch, dass sie geheim gehalten wurde, und sie wurde geheim gehalten, weil es eine Verschwörung war. Die Analyse stößt genau dort an ihre Grenzen, wo die Dokumentation endet und die Interpretation beginnt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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