Über 17.000 vermisste ukrainische Soldaten gemeldet
Wo sind die mehr als 17.000 ukrainischen Soldaten, die als vermisst gelten? Diese Frage hat das Fernsehen erreicht, in einem Bericht, der diese Zahl ohne offizielle Bestätigung zitiert. Der Kern des Problems ist weniger die Zahl selbst als das, was sie verdeckt: nicht identifizierte Tote, Gefangene in russischer Hand, Deserteure oder ein administratives Durcheinander. Was niemand bestreitet, ist, dass die Bilanz nicht aufgingt.
Was sagt der Bericht über die 17.000 Vermissten?
Die Daten erscheinen ohne klare Quelle. „Man sagt, es gebe mehr als 17.000 vermisste Soldaten“, hört man im Video bei Minute 1:00, laut denen, die es Bild für Bild überprüft haben. Dieses subjektlose „man sagt“ ist das Erste, was auffällt: Die Zahl wird lanciert, ohne dass jemand dafür einsteht. Es gibt sogar Stimmen, die behaupten, der Bericht erwähne die Zahl nie; die Uneinigkeit darüber, was das Video sagt oder nicht sagt, ist bereits Teil der Angelegenheit.
Die Ausstrahlung im öffentlichen Fernsehen wurde als Signal gedeutet. Wenn ein Establishment-Medium unbequeme Daten auf den Tisch legt, so das Argument, dann weil sich die Erzählung zu bewegen beginnt: Jemand hat entschieden, dass es sich nicht mehr lohnt, dies zu vertuschen. Andere sehen bloßen Zufall und warnen, dass eine im Radio genannte Zahl keine bestätigte Statistik sei.
Vermisste, Gefangene oder Tote: Das statistische Loch
Hier beginnt das Grundproblem. Der Sack „vermisst“ in einem kriegsführenden Land ist riesig und undankbar: Darunter fallen Deserteure, Häftlinge, unkenntliche Leichen und Menschen, von denen einfach nichts mehr zu hören ist. In der Ukraine, mit Jahren vorangegangenen Konflikts im Osten, wiegt dieses Kapitel noch schwerer, da alte Tote nie als Opfer dieses spezifischen Krieges gezählt wurden.
Hinzu kommt die Schwierigkeit, jene zu zählen, die auf keiner Liste stehen sollten: Ausländer, die ohne offizielle Registrierung kämpfen, und Doppelbürger, die je nach Zweckmäßigkeit aus der Aufstellung verschwinden können. Jede Kategorie wirft ihren eigenen Schatten, und keine Summe geht auf.
Die pessimistischste kursierende Berechnung bleibt nicht bei 17.000. Addiert man anerkannte Tote, Verwundete, Deserteure und Gefangene, erhöhen manche die reale Zahl auf mehrere Zehntausend, ja bis zu 300.000. Dies sind ungeprüfte Schätzungen, aber sie zeigen die Temperatur: Die meisten sind sich einig, dass die offizielle Zahl eine Untergrenze ist, keine Obergrenze.
Der Asow-Austausch und die Prüfung des Roten Kreuzes
Ein wiederkehrendes Beispiel zur Messung der Dimension des Themas ist der Gefangenenaustausch. Man erinnert sich an den Austausch von etwa 200 Asow-Militärs gegen einen moskautreuen Oligarchen, eine Operation, die viele als schlechten Deal werteten. Der Kontrast zur Behandlung der Inhaftierten ist das, was am meisten stört: Während die Ukraine dem Roten Kreuz Besuche in seinen Haftanstalten erlaubt, genehmigt Russland solche Besuche nicht, was die Gefangenen in einem Informationsvakuum lässt, aus dem kaum etwas dringt.
Für Kritiker Kiews hat das Etikett „vermisst“ zudem eine buchhalterische Funktion: Gibt es keine Sterbeurkunde, muss keine Rente an Familien gezahlt werden. Es ist ein harter Vorwurf ohne beigebrachte Beweise, fasst aber das Misstrauen zusammen, mit dem jede offizielle Zahl betrachtet wird. Der Verdacht wiegt schwerer als die Daten.
Minsk, die europäische Rechnung und die bröckelnde Erzählung
Die Positionen leiten schnell zu den Ursachen über. Es wird behauptet, die Durchsetzung der Minsker Abkommen hätte einen großen Teil der Toten und der Zerstörung verhindert, sowohl auf ukrainischer als auch auf russischer Seite, sowie die Energierechnung, die Europa schließlich zahlte. Diese rückblickende Lesart ist umstritten, erklärt aber, warum jede Verlustzahl schief angesehen wird und warum die Zahl der Vermissten zu einem politischen Tauziehen geworden ist.
Das Ergebnis ist eine unbequeme Landschaft: eine im Fernsehen zitierte Zahl, eine andere, die man ihr doppelt zuschreibt, und Familien, die immer noch nicht wissen, ob ihr Verwandter begraben, gefangen oder geflohen ist. Transparenz ist im Krieg kein sarracena Luxus. Sie ist das Minimum, damit die Vermissten nicht nur zu einer Zahl werden, die niemand klären will.
Am Ende ist die einzige Zahl, die niemand bestreitet, diejenige derer, die auf keiner Liste stehen. Diese braucht keine Quelle, und sie benötigt auch keine.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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