Der Vergleich zwischen der Deponie Zaldívar, die 2020 zwei Arbeiter das Leben kostete, und der politischen Lage in Spanien ist das Bild, mit dem Carlos Martínez Gorriarán in Vozpópuli die Abnutzung der Regierung Sánchez beschreibt. Der Artikel beleuchtet die Invasion von Ceuta, das Enkelgesetz und die Wohnungskrise als Symptome eines Kollapses, der sich nach Ansicht des Autors nicht länger mit neuen Krisen übertünchen lässt.
Es gibt Bilder, die haften bleiben. Das eines Müllbergs, der ohne Vorwarnung in sich zusammenstürzt, gehört dazu. In **2020** geschah auf der Deponie **Zaldívar** in Biskaya genau das. Ein Erdrutsch tötete zwei Beschäftigte. Einer von ihnen verschwand spurlos. Die Umgebung war vergiftet. Sechs Jahre später ist das Gerichtsverfahren weiterhin blockiert. Es ist die Art von Katastrophe, die man nicht vergisst, so sehr man es auch versucht.
## Der Präzedenzfall Zaldívar und die Metapher vom Regime
Carlos Martínez Gorriarán veröffentlicht in **Vozpópuli** einen Artikel, der diesen Unfall als Spiegel benutzt. Die These lautet, dass die Regierung von **Pedro Sánchez** dieser Deponie gleicht: eine Ansammlung von Krisen, die sich nicht mehr gegenseitig überdecken, sondern sich summieren. Der Berg wächst, bebt und droht alles niederzuwalzen, was ihm in den Weg kommt. Das Bild ist nicht neu, aber der Autor macht es sich zu eigen.
Der Text behauptet, dass jede Flucht nach vorn weiteren Müll auf einen ohnehin instabilen Haufen legt. Korruption, Managementfehler und herbeigeführte Krisen stapeln sich, ohne dass eine davon verschwindet. Die Botschaft, die er der Exekutive zuschreibt, lautet: „Ich oder das Chaos“. Und sein Fazit ist, dass es egal ist: Sie selbst sind das Chaos. Es ist trockene Ironie, aber mit einer politischen Diagnose im Hintergrund.
Der Verweis auf Zaldívar ist kein Zufall. Der Autor nutzt ihn, um daran zu erinnern, dass außer Kontrolle geratene Müllberge wirklich gefährlich sind. Ein leichtes Beben bringt sie ins Wanken, und sie stürzen von oben bis unten ein. Ein Erdbeben ist nicht nötig. Es genügt, wenn sich etwas dort bewegt, wo es sich nicht bewegen darf.
## Ceuta: Die Invasion, die niemand aufhielt
Der Artikel widmet dem Geschehen in **Ceuta** einen eigenen Abschnitt. Mehr als **80.000** Menschen erreichten die Stadt in einer Operation, die nach Darstellung des Textes von der marokkanischen Polizei herübergeleitet und gesteuert wurde. Die Marine **Mohamed VI.** drang vier Tage lang in spanische Gewässer ein. Die spanische Reaktion bestand aus der symbolischen Entsendung einiger Schiffe und den Protesten der Armada auf dem Dienstweg. Auch von marokkanischen Drohnen und Satelliten, die die Operation überwachten, ist die Rede.
Während das geschah, so der Autor, genossen Sánchez und seine Auserwählten den Aufenthalt in **La Mareta**. Als einzige rationale Erklärung findet er, dass die Invasion abgesprochen und in einem Plan für Ceuta einkalkuliert war. Er nennt es Landesverrat. Er räumt ein, nicht zu wissen, warum es am Ende schiefging, ohne dass Marokko die Räumung der Stadt erzwingen konnte und ohne dass Ceuta in Gewalt ausbrach. Das bleibt künftigen Untersuchungen vorbehalten.
Hervorhebt er dagegen die Reaktion der Ceutíes. Sie ertrugen das Unerträgliche, ohne auf die Provokation einzugehen. Die Rede **Felipe VI.** bei seinem Besuch, so heißt es, wäre die eines Regierungschefs einer echten parlamentarischen Monarchie gewesen. Sie blieb fast unbemerkt, entlarvte aber ein Machtvakuum am Ende eines Regimes, das den Eingriff des Königs erforderlich machte.
## Wohnen: Geierfonds und Zwangsräumungen durch die Regierung selbst
Die dritte Front, die der Artikel benennt, ist das Wohnen. Die Idee, die Volksempörung mit der Zwangsräumung von **Maricarmen** und dem Camp auf der **Sol** zu entfachen, führte laut Text nur dazu, dass die Metro vorbeifuhr und die Geierfonds prominenten Sozialisten ans Licht kamen. Auch die Räumungen, die die Regierung selbst anordnete, etwa in Mietwohnungen der **Muface**.
Der Autor richtet den Blick auf die Sprecherin **Montse Mínguez**. Er beschreibt sie so, dass sie sich durch ihren Kampf gegen eingebildete rechte Geierfonds selbst überführt, während sie von den Erträgen eines sehr realen profitiert – dem ihres Partners. Einem, so heißt es, dem sie vielleicht mit ein wenig Rechtsbeugung bei Bodenumwidmungen in ihrer Heimat **Lleida** geholfen hat. Spekulation ist legitim, wenn sie Sozialisten, großen Wohnungsinvestoren und Vermietern von Gewerbeflächen nützt. So erschwinglich wie die Wohnung für Studenten von **Begoña Gómez** für **2.200 Euro** im Monat. Das zitierte Zitat stammt von **Adriana Lastra**: „Jetzt sind wir dran“.
## Das Enkelgesetz und der Oberste Gerichtshof
Die vierte Katastrophe in Folge ist das Enkelgesetz (ein spanisches Gesetz, das Nachkommen von Exilierten die spanische Staatsbürgerschaft ermöglicht). Angesichts seiner Ausdehnung auf Urenkel und noch entferntere Vorfahren, so der Autor, könnte man es getrost Methusalems-Gesetz nennen. Der **Supremo** (Oberster Gerichtshof) verhängte einstweilige Maßnahmen, um zu verhindern, dass die Wählerregister mit unrechtmäßigen Wählern kontaminiert werden. Die Reaktion der Regierung war, die Veröffentlichung der Maßnahmen im **BOE** (dem amtlichen Staatsanzeiger) kurzerhand zu vergessen, in der Hoffnung, heimlich rund **160.000** Betroffene durchzuwinken.
Der Text bezeichnet diese Reaktion als dreiste Rechtsbeugung. Er deutet sie als verzweifelte Antwort auf das Abseits des Gerichts von **Conde Pumpido**, das ernste Probleme hat, seine eigenen Fristen einzuhalten und nur Beschwerden von Spaniern zuzulassen, deren Verfassungsrechte betroffen sind. Er stellt ein juristisches Paradox auf: Kann ein Uruguayer oder Kubaner ohne spanische Staatsbürgerschaft als Spanier ohne Wahlrecht gelten, weil der Supremo seine Einbürgerung einstweilig ausgesetzt hat? Er vergleicht es mit Russells Paradoxie für Logikstudenten. Selbst die konstruktivistische Juristenfantasie kann über ihre eigene Robe stolpern.
## Eine Opposition, die den Gegner respektiert
Der Artikel endet mit der Opposition. **Partido Popular** und **Vox** hätten verstanden, dass dies eine Wahl mit einem einzigen Punkt ist: die Demokratie retten, indem man Sánchez und seine Partner aus der Regierung vertreibt. Sie haben beschlossen, sich zu respektieren und zusammenzuarbeiten. Der Feind ist nicht der Gegner, sondern der, der keine Gegner duldet und sie zu Feinden macht. Über Renten, Energie, Bildung und tausend andere Dinge wird man sprechen. Wer aber nicht begreife, dass man sich für diese Debatten zuerst des Sanchismo entledigen muss, begreife nichts oder ziehe den Sanchismo vor, so der Autor. Sie täten besser daran, auf den Müllberg zu blicken, der über ihnen bebt, statt auf den Finger, der darauf zeigt.
Das Gerichtsverfahren im Fall Zaldívar ist sechs Jahre später weiterhin blockiert. Diese Tatsache wiederholt der Artikel als Mahnung. Müllberge stürzen nicht von selbst ein. Jemand lässt sie wachsen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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