Benidorm setzt Mindesthöhe von 20 Stockwerken im Ensanche Levante durch

Der Bebauungsplan Ensanche Levante in Benidorm sieht 2.200 Wohnungen, bis zu 20 Hotels und einen Park auf 57 Hektar vor, mit einer Pflicht zur Bauweise ab 20 Etagen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Benidorm setzt Mindesthöhe von 20 Stockwerken im Ensanche Levante durch
Benidorm setzt Mindesthöhe von 20 Stockwerken im Ensanche Levante durch

Kann eine Stadt mit 38 km² Fläche 2.200 Wohnungen, 15 bis 20 Hotels und drei Einkaufszentren aufnehmen, ohne zum Bienenstock zu werden? Der Stadtrat von Benidorm sagt ja, doch sein Rezept widerspricht dem gesunden Menschenverstand vieler Stadtplaner: Statt die Höhe zu begrenzen, schreibt er sie vor. Der Plan „Ensanche Levante“, der 57 Hektar unbebauten Boden erschließen soll – das entspricht etwa 57 Häuserblocks des Barcelonaer Eixample –, wird verlangen, dass Gebäude mindestens 20 Stockwerke hoch sind. Kein Maximum. Ein Minimum.

Die für Stadtplanung zuständige Stadträtin, Lourdes Caselles, verteidigt dies mit dem Handbuch der Nachhaltigkeit: Vertikale Stadtplanung konzentriert Aktivitäten, reduziert den Mobilitätsbedarf und senkt die Infrastrukturkosten im Vergleich zur verstreuten Stadt. In Benidorm, so erklärt sie, würden 70 % der Wege zu Fuß zurückgelegt. Im neuen Viertel wird es nur wenige Straßen für den motorisierten Verkehr geben, dafür Fußgängerzonen, Rad- und Scooterwege, einen Park von 100.000 m² und 9.500 gepflanzte Bäume. Auf dem Papier klingt das nach skandinavischer Stadtplanung mit alicantinischem Akzent.

Was der Plan Ensanche Levante in Benidorm umfasst

Die Zahlen des Projekts lauten wie folgt: 57 Hektar Fläche, 2.200 Wohnungen, davon 30 % als „öffentlich“ gekennzeichnet, zwischen 15 und 20 Hotels und drei Einkaufszentren rund um einen großen Park. Das Gebiet ist über Fußgängerwege und Routen für den Radtourismus erschlossen. Es handelt sich um das wichtigste noch freie Baugrundstück im Levante-Viertel der Stadt.

Das Rathaus präsentiert den Plan als Weiterentwicklung des Modells, das Benidorm berühmt machte: die vertikale Stadtplanung, die bereits vom ersten spanischen Stadtordnungsgesetz nach dem Bodengesetz von 1956 begünstigt wurde. Dieses Modell wurde damals als Symbol des Entwicklungswahns und des Massentourismus angegriffen, später aber von Soziologen wie Mario Gaviria oder José Miguel Iribas als Beispiel für Effizienz rehabilitiert. Nun wird die Erzählung mit grüner Terminologie neu aufgelegt.

Die Stadträtin selbst räumt die Grenzen dieser Idee ein. Sie gibt zu, dass die Dächer der Gebäude nicht genug Fläche bieten, um Solaranlagen zu installieren, die das Gebäude mit Energie versorgen könnten, und schlägt vor, diese stattdessen in die Balkonverglasungen zu integrieren. Eine Verordnung, die dies vorschreibt, hält sie für unnötig: „Die Investoren sind sich des Bedarfs an Energieeinsparungen als Erste bewusst“, argumentiert sie.

Das Nachhaltigkeitsargument gegen die Überlastung

Die Befürworter des Plans betonen, dass die kompakte Stadt Freiräume zwischen den Türmen lässt, den Bedarf an Infrastruktur, Kommunikation und Dienstleistungen reduziert und das angloamerikanische Modell der horizontalen Zersiedelung vermeidet, das die Flächeninanspruchnahme vervielfacht. Aus Sicht des Tourismusmarketings kommt hinzu, dass Benidorm über 9,5 km Fußgängerzonen verfügt, alles nah beieinander liegt und sogar der Müll innerhalb von vier Stunden eingesammelt wird. Mit 38 km² ist die Stadt die dritte in Spanien nach Übernachtungszahlen hinter Barcelona und Madrid, mit 15 Millionen im Jahr 2023, 142 Hotels und 90.000 Betten. Im Sommer steigt die Einwohnerzahl von 75.000 auf mehr als 400.000.

Auf der anderen Seite erinnert Joaquín Farinós, Professor für Geographie an der Universität Valencia, daran, dass die offenen Räume zwischen den Gebäuden, die ursprünglich für Luftzirkulation gedacht waren, im Laufe der Jahre zunehmend verbaut wurden und diese Vorteile verloren gingen. „Jetzt wird der verbleibende Raum erneut dicht bebaut. Es geht darum, immer mehr zu bauen“, kritisiert er und ordnet diese Philosophie in die Tradition des Gesetzes über nationale touristische Zentren und Gebiete von 1963 ein. Fernando Prieto, Leiter des Observatoriums für Nachhaltigkeit, warnt davor, dass das Projekt die Zahl der Einwohner und Hotels auf nicht nachhaltige Weise erhöhen werde.

Wasser, Energie und Emissionen: Die ungelösten Fragen

Laut dem Stadtrat schätzt die Wasserverwaltung Confederación Hidrográfica del Júcar (CHJ) die verfügbaren Wasserressourcen als ausreichend ein. Bei der Energie wird die Lage schwieriger. Farinós fordert eine Prüfung der Einhaltung der EU-Richtlinie, die für neue Gebäude eine Null-Emissions-Bilanz verlangt, und erinnert an das Ziel einiger europäischer Länder, bis 2050 ein urbanistisches Wachstum von null zu erreichen.

Das Gleichgewicht der Nutzungen ist der zweite Pfeiler des Modells. Der neue Teilbebauungsplan dient dazu, ein heute marginalisiertes Viertel, Armanello, wiederzubeleben. Die Bauvorschriften sehen vor, dass die Erdgeschosse für Geschäfte genutzt werden, was eine Bilanz erklärt, in der Stadtalltag und Urlaubswirtschaft nebeneinander bestehen. Die Stadträtin betont, dass die Genehmigung des Plans nicht sofortige Bauarbeiten bedeutet: Die Investoren werden erst bauen, wenn sie Rentabilität erzielen können. Seitens des Tourismusmarketings wird hinzugefügt, dass der Strand Poniente selbst im August nicht voll sei.

Das Modell der 15-Minuten-Stadt, das manche in Benidorm sehen

Manche sehen im Ensanche Levante den Prototyp der kompakten Stadt der Zukunft: Türme mit 35 Stockwerken, bei denen alle Dienstleistungen weniger als 15 Minuten zu Fuß entfernt sind – ein Muster, das, wie behauptet wird, zwischen 2035 und 2050 von anderen großen spanischen Städten kopiert werden wird. Andere entgegnen mit dem Argument des Bodens: In Spanien gebe es genügend Land, daher sei der Bau von 20-stöckigen Bienenstöcken eine politische Entscheidung, keine physische Notwendigkeit. Und eine dritte, unbequemere Strömung weist darauf hin, dass zehn Benidorms für die Küste weniger schädlich wären als hundert verstreute Villensiedlungen mit Pools, tausende Kilometer Rohrleitungen und Wohnungen, die den größten Teil des Jahres leer stehen.

Auch das Zusammenleben von Einwohnern und Touristen taucht im Kleingedruckten auf. Manche beschreiben Benidorm als eine Stadt, die in Module unterteilt ist, mit sehr unterschiedlichen Zonen je nach Tageszeit und Viertel. Andere erinnern daran, dass ein großer Teil des Wohnraums aus Ein-Zimmer-Apartments besteht, die zum Schlafen im Urlaub gedacht sind, nicht zum Leben. Der Preis, sagen sie, spiegle dies bereits wider.

Mit diesen Voraussetzungen bereitet sich die Stadt, die den spanischen Wolkenkratzer-Tourismus erfand, darauf vor, das Spiel mit einem grünen Zertifikat zu wiederholen. Und wenn die Geschichte des spanischen Immobilienbooms eines lehrt, dann dass Teilbebauungspläne mit einer Hand genehmigt und mit der anderen ausgeführt werden. Nachhaltigkeit, heißt es. Man darf gespannt sein, was übrig bleibt, wenn die Kräne kommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (174 Antworten).

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