Basic Fit macht Verluste trotz Umsatzwachstum: Das Geschäft ist die Nicht-Nutzung

Basic Fit steigert Umsatz und Abonnenten, rutscht aber in die roten Zahlen durch Aktienrückkäufe, schuldenfinanzierte Expansion und Gebühren von Nichtbesuchern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Basic Fit macht Verluste trotz Umsatzwachstum: Das Geschäft ist die Nicht-Nutzung
Basic Fit schreibt Verluste trotz steigender Mitgliedschaftszahlen

Wie kann eine Low-Cost-Fitnesskette immer mehr umsetzen und dennoch Verluste machen? Diese Paradoxie ist im Sektor nicht neu, doch der Fall Basic Fit treibt sie auf die Spitze: Das niederländische Unternehmen gewinnt mehr Mitglieder, Standorte und Einnahmen hinzu, während seine Bilanzen sich röten. Die Erklärung, die unter Branchenbeobachtern kursiert, hat weniger mit dem Fitnessgeschäft als mit Finanzengineering zu tun: Aktienrückkäufe, Anleihegeschäfte und eine Expansion, die über Schulden finanziert wird. Das Fitnessstudio ist in Wirklichkeit längst kein reines Studio mehr.

Das Low-Cost-Modell lebt von denen, die zahlen und nicht kommen

Der Schlüssel zum Geschäft liegt nicht in den Geräten oder Kursen. Er liegt in der Lastschrift jener, die sich im Januar voller Enthusiasmus anmelden und sich im März nicht mehr daran erinnern, wo sie ihre Karte hingelegt haben. Ein lokales Stadtteilstudio fasst es schonungslos zusammen: Es wird nicht von den täglichen Besuchern getragen, sondern von denen, die zahlen und nie auftauchen. Ein weiterer Faktor sind Verträge mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr zu Sonderpreisen, abgeschlossen von Menschen, die in zwölf Monaten nur zehn Mal erscheinen.

Dieser Puffer aus Geisterabonnenten stützt eine Kostenstruktur, die auf dem Papier nicht rentabel sein dürfte. Beiträge zwischen 20 und 40 Euro, große Flächen in Gewerbegebieten und Einkaufszentren, lange Öffnungszeiten. Bei solchen Margen frisst jede Mieterhöhung den Gewinn. Und die Mieten sind in den Gebieten, in denen diese Ketten ansässig sind, kontinuierlich gestiegen.

Die Expansion wird über Schulden und Wettbewerberaufkäufe finanziert. Innerhalb eines einzigen Geschäftsjahres kann ein Betreiber fast ein Dutzend Konkurrenzketten schlucken. Das Ziel ist nicht besserer Service, sondern die Übernahme des Kundenstamms und die Eliminierung des lokalen Wettbewerbs. Wenn die Entfernung zwischen Studios irrelevant wird, weil alle demselben Eigentümer gehören, können die Preise erhöht werden, ohne dass Abonennten ins Studio gegenüber wechseln.

Buchverluste, operative Gewinne und der Trick mit den Aktienrückkäufen

Hier kommt die Nuance, die die alarmierende Schlagzeile entkräftet. Die Verluste in den Bilanzen stammen nicht immer daraus, dass das Geschäft schlecht läuft. Im selben Zeitraum, in dem rote Zahlen gemeldet werden, kann das Unternehmen zweistellige Millionenbeträge für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben. Diese Transaktion verzerrt das Endergebnis: Das operative Geschäft verdient Geld, aber die finanzpolitischen Entscheidungen verwandeln es in einen buchhalterischen Verlust.

Das Problem ist die Marge. Der Betrieb von 1.600 Studios mit relativ lächerlichen Gewinnen lässt das Unternehmen ohne Puffer für die nächste Krise. Jede ernsthafte Rezession, jeder starke Zinsanstieg oder Mietpreisschock, und das Kartenhaus wackelt. Die Frage ist nicht, ob das Modell heute hält, sondern wie lange es morgen noch hält.

Manche behaupten, dies sei im Grunde eine Geldwäscheoperation. Dass viele dieser Ketten nicht nach operativem Gewinn streben, sondern als Vehikel dienen, um Geld unklarer Herkunft zu bewegen. Der Vorwurf ist alt im Sektor und wurde nie pauschal bewiesen, doch der Verdacht bleibt bestehen, wann immer eine neue Kette Standorte in Gebieten eröffnet, in denen das Geschäft nirgends Sinn ergibt.

Was das Mitglied wahrnimmt: Diebstahl, Überfüllung und Rucksäcke als Symbol

Während die Bilanzen verrechnet werden, erlebt der Kunde eine andere Realität. Aufgebrochte Spinde während einer fünfminütigen Dusche, Brieftaschen, die verschwinden und leere Taschen zurücklassen, Handys, die sich verflüchtigen, wenn man sie kurz auf der Bank liegen lässt. Sicherheit fehlt in den günstigsten Studios völlig, und Diebstähle werden von Stammkunden als selbstverständlich hingenommen.

Überfüllung ist das zweite große Argument für den Wechsel. In einigen Städten bedeutet der Eintritt in diese Ketten direkt den Eintritt in einen Zoo; in anderen stehen die Studios halb leer. Das Unternehmen balanciert die Konten zwischen beiden Typen. Das Mitglied, das in Ruhe trainieren möchte, zahlt am Ende das Doppelte in einem Club mit Pool, Parkplatz und Tennisplatz – und tut das gerne. Der hohe Beitrag wird vom Nachteil zum Hauptverkaufsargument: weniger Leute, weniger Lärm, weniger Schrecksekunden.

Und dann ist da noch der Rucksack. Dieser graue und orangefarbene Rucksack, der beim Abschluss geschenkt wird, ist zu einem unfreiwilligen Symbol geworden. Manche tragen ihn stolz, andere sehen ihn in öffentlichen Verkehrsmitteln und wechseln den Wagen. Der wiederkehrende Witz besagt, dass der Rucksack das Einzige ist, was das Studio wirklich gibt, denn alles andere muss man selbst bezahlen.

Die Zukunft: Höhere Beiträge, weniger Wettbewerb, dieselbe Falle

Das Drehbuch steht fest. Die Low-Cost-Ketten werden weiterhin Wettbewerber aufsaugen, die Preise erhöhen, sobald der lokale Wettbewerb verschwindet, und sich an den Märkten finanzieren, solange der Wind günstig steht. Am Tag, an dem der Wind dreht, werden sie verkaufen und rennen. Die Geisterabonnenten werden unterdessen weiterzahlen, ohne es zu merken. Es ist das perfekte Geschäft: Du stellst das Geld bereit, sie stellen den Rucksack bereit.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).

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