Málaga gehört nicht mehr den Malagueños: Die Stadt verkauft sich an den Tourismus

In Málaga (Spanien) schreitet die Gentrifizierung voran: Ausländer kaufen, Einheimische verkaufen, und die Identität der Stadt geht verloren. Wie lange noch?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Málaga gehört nicht mehr den Malagueños: Die Stadt verkauft sich an den Tourismus
Die Gentrifizierung von Málaga: Die Stadt gehört nicht mehr den Einheimischen

Eine alteingesessene Bar, eine Bäckerei, ein Kurzwarenladen. Alle haben geschlossen. An ihrer Stelle: ein Immobilienbüro, ein irischer Pub, ein Kebab-Laden. Dieses Bild wiederholt sich an jeder Ecke der Altstadt. Ein Jahrhundert lang war Málaga arm, während seine Küste Millionen von Touristen anzog. Jetzt kommt der Reichtum an – aber nicht für die Einheimischen. Die Stadt verwandelt sich in eine Freilufteinkaufsmeile, ein „Kolonialzentrum“, das seine Bewohner verdrängt.

Das Paradox des Tourismus
Das Phänomen hat zwei Seiten. Auf der einen Seite sucht ausländische Investition, vor allem britische, Sonne und Luxus. Die Preise explodieren, und man spricht bereits davon, Ibiza zu überholen. Auf der anderen Seite verkaufen die Anwohner selbst ihre Geschäfte zu Goldpreisen. Juan verkaufte die Bäckerei an einen Engländer, der darin ein Immobilienbüro eröffnete. Paco verkaufte die Bar, damit daraus ein Pub wurde. Mercedes verkaufte den Kurzwarenladen, und jetzt gibt es dort einen Kebab-Laden. Alle haben gut verdient, aber das Ergebnis ist, dass die Stadt ihre Identität verliert. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass eine Wirtschaft, die nur auf dem Tourismus basiert, fragil ist: Ein ELbichito oder eine Krise – und es bleibt nichts übrig.

Das Problem ist nicht nur Málagas
In Madrid und Barcelona geht das seit mindestens 20 Jahren so. Der Unterschied: Dort ist es längst normalisiert. Aber der Malagueño sieht, wie sich sein Viertel über Nacht verändert. Mit den Kommunalwahlen in Sicht hoffen manche, dass die Stadt aufwacht und anders wählt. Bis dahin bleibt die Frage in der Luft: Kann eine Stadt ausschließlich vom Tourismus leben? Die Preisspirale deutet darauf hin, dass sich der Durchschnittseinheimische seine eigene Stadt nicht mehr leisten kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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