Banco de España stellt Technologen ein, um Krypto-Assets zu überwachen
Wer davor warnt, dass Krypto-Assets parallele Wege zur Wertübertragung schaffen können, braucht vor allem Menschen, die sie lesen können. Die Banco de España (die spanische Zentralbank) hat neue Abteilungen geschaffen, andere umbenannt und im Rahmen ihres Strategieplans 2024 technische Profile in ihre Belegschaft aufgenommen — Informatik, Infrastrukturdesign, Informations- und Kommunikationstechnologien. Parallel dazu hat Brüssel bereits den Entwurf von MiCA (Markets in Crypto Assets) veröffentlicht, die erste Verordnung, die einen Markt ordnen soll, der heute außerhalb des europäischen Rechts liegt.
Der Widerspruch ist die Nachricht. Derselbe Aufseher, der vor dem Risiko warnt, stellt Techniker ein, um es nicht aus den Augen zu verlieren; derselbe Markt, der für dezentral gehalten wird, hängt davon ab, dass jemand ihn in Regeln übersetzt. Und das ist kein Detail: Krypto-Assets werden weder von einer Zentralbank noch von einer öffentlichen Behörde ausgegeben oder garantiert, sodass niemand für sie haftet, wenn etwas schiefgeht.
Was regelt der MiCA-Entwurf?
MiCA legt fest, welche Krypto-Assets der Regulierung unterliegen, und setzt die Mindestanforderungen an Transparenz und Solvenz, die Anbieter dieser Dienstleistungen erfüllen müssen. Die geplante Aufgabenteilung sieht vor, dass die Aufsicht über assetreferenzierte Token, die sogenannten Stablecoins, bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) liegt, während die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) die E-Geld-Token überwachen würde.
Die Diagnose, die den Text begleitet, ist die altbekannte: Ohne identifizierbaren Emittenten und ohne öffentliche Garantie bleiben diese Instrumente außerhalb des Unionsrechts, was nach Ansicht der europäischen Behörden Risiken für den Verbraucherschutz und die Finanzstabilität eröffnet und zudem Marktmanipulation und Finanzkriminalität erleichtert. Der Katalog ist breit: Kryptowährungen, Investment-Token und NFTs (nicht-fungible Token), die neueste Wendung derselben Erfindung.
Die Warnung des Gouverneurs: „Bitcoinisierung“ und parallele Wege
Der Gouverneur der Banco de España, Pablo Hernández de Cos, hat der Angst einen Namen gegeben: das steigende direkte und indirekte Engagement der Banken in diesen Assets. „Die Bitcoinisierung oder Kryptonisierung droht, parallele Wege zur Wertübertragung zu schaffen, die, da sie nicht der Kontrolle der Zentralbanken unterliegen, die Fähigkeit einschränken, die Entstehung möglicher systemischer Risiken einzudämmen“, warnte er. In dieselbe Richtung argumentiert die Europäische Zentralbank, die dringend eine baldige Regulierung des Marktes fordert wegen der „Unsicherheit“, die diese Instrumente nach den Worten des EZB-Direktoriumsmitglieds Fabio Panetta für die Finanzstabilität bedeuten können.
Der Bericht der Banco de España selbst geht auf den Mechanismus des Risikos ein: Der aktuelle Wert eines Krypto-Assets hängt von den Erwartungen von Käufern und Verkäufern über seinen künftigen Wert ab, was erhebliche Markt- und Liquiditätsrisiken erzeugt. Bei Assets ohne Deckung schlägt sich jede Stimmungsänderung sofort im Preis nieder, weil es keinen Stabilisierungsmechanismus gibt. Und Stablecoins, die über eine physische Deckung verfügen, sind nicht gefeit: Ihr Verflechtungsgrad mit dem traditionellen Finanzmarkt macht sie zu einem Übertragungskanal, wenn das Vertrauen in die Fähigkeit scheitert, diese Instrumente in ihre Referenzassets umzutauschen.
Warum ein Teil des Marktes glaubt, dass die Regel nichts nützt
Das am häufigsten wiederholte Argument ist das der technischen Ohnmacht: Ein Protokoll fragt nicht um Erlaubnis. Es wird behauptet, digitales Geld mache jeden, der etwas angriffssicheres programmieren kann, zu einer potenziellen Bank, und über Dezentralisierung Gesetze zu erlassen, zeuge von einem sehr schlechten Verständnis dessen, was das Wort bedeutet. Der Vergleich, der kursiert, ist hausgemacht: Wenn Filme über dezentrale Netzwerke verbreitet werden und weltweit verfolgt werden, ist es keine historische Ausnahme, Kapital über dieselben Wege zu bewegen.
Es gibt eine säuerlichere Lesart. Regulierung solle niemanden schützen, so diese Strömung, sondern die Stabilität der Steuereinnahmen garantieren; Freiheiten werden eingezäunt, um sie später gegen Gebühr als Privilegien zurückzugeben, und wer außerhalb des Systems konkurriert, stört, weil er keine Maut mehr zahlt. Von der anderen Seite kommt die Antwort, dass die Zäune um die Allmende am Ende immer gebaut werden und wer das ignoriert, zahlt vor Gericht.
Während einige debattieren, ob sich Code einzäunen lässt, stellt der Aufseher weiter Informatiker ein, um ihn zu verstehen.
Worum es für die Banco de España geht
Die Institution hat heute keine regulatorischen Befugnisse bei der Zulassung von Anbietern, übt aber eine Aufsichtsfunktion aus, die sie für unverzichtbar hält, weil sie für die Finanzstabilität verantwortlich ist. Deshalb sind die digitale Transformation, das Aufkommen neuer Akteure wie Fintechs und großer Technologiekonzerne sowie das wachsende Gewicht digitaler Assets zu analytischen Prioritäten geworden: zu verstehen, was sich im System verändert, bevor entschieden wird, wie es reguliert wird.
Die unbequeme Frage bleibt: Wenn der Code keine Grenzen kennt, die Regeln aber schon — was genau wird da reguliert: das Asset, der Anbieter oder der Marktausschnitt, den man draußen lassen will?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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