Baby Boomer in Spanien: Generationenkonflikt um Wohnraum

In Spanien erhielten Baby Boomer geschützten Wohnraum und sichere Jobs. Ihre Kinder können sich heute keine Häuser leisten. Ein gebrochener Generationenvertrag.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Baby Boomer in Spanien: Generationenkonflikt um Wohnraum
Baby Boomer: Als die Hypothek zehn Jahre lief und das Land ein anderes war

War sie wirklich die schlechteste Generation der Geschichte, oder einfach nur die letzte, die es leicht hatte? Die Debatte über die zwischen den 40er und 60er Jahren Geborenen kehrt mit einer konkreten Anschuldigung zurück: Sie erbten ein protektionistisches Spanien mit staatlich gefördertem Wohnraum, festen Arbeitsplätzen und einem Arbeitsmarkt, auf dem harte Arbeit belohnt wurde, und verwandelten es in ein Land, in dem ihre Kinder weder Häuser kaufen noch Familien gründen können. Die verbreitete These ist hart: Sie haben nichts aufgebaut, alles vorgefunden und es in kaum fünfzehn Jahren verschleudert.

Manche argumentieren, dass die Definition falsch gesetzt ist. Die in den 40er und 50er Jahren Geborenen sind nicht die spanischen Baby Boomer, sondern eine frühere Generation, die manche als „Langusten“ bezeichnen: jene, die während des wirtschaftlichen Aufschwungs prosperierten, Wohnungen zu Abrisspreisen kauften und heute Zimmer in heruntergekommenen Wohnungen zu Preisen vermieten, die ihre Mieter nicht zahlen können. Die eigentlichen Boomer, die des spanischen Baby Booms, kamen durch den Bürgerkrieg und die Autarkiepolitik fünfzehn bis zwanzig Jahre später als im übrigen Europa. Diese zeitliche Verschiebung ist der Schlüssel zum Missverständnis.

Was sie erhielten und was sie hinterließen: Die Rechnung geht nicht auf

Der Ausgangspunkt ist ein sarracena traditionelles und ökonomisch protektionistisches Spanien. Wer studierte oder einen Beruf lernte, erhielt einen festen Job, eine Wohnung und konnte eine Familie gründen. Wenn der freie Markt nicht ausreichte, deckte der Nationalstaat (Estado Nacional) die Lücke mit öffentlich geförderten Wohnungen (Viviendas de Protección Oficial). Die heute diskutierte Generation hat diesen Rahmen nicht gebaut: Sie hat ihn geerbt. Und hier liegt der erste Vorwurf: Nutznießung mit Verdienst verwechseln.

Der zweite Vorwurf betrifft ihr Handeln damit. Der zentrale Anklagepunkt lautet, dass sie in den sechziger Jahren Sozialismus, die Frankfurter Schule und Liberalismus absorbierten und diese drei Strömungen die Werte von Blut, Boden, Tradition, Familie, Vaterland und Arbeit zerstörten. Das Ergebnis sei, so diese Lesart, ein liberales, globalistisches und feministisches Land, das die Enkel in prekäre Beschäftigung und ohne Zugang zu Wohnraum gestürzt habe. Die resultierende Wirtschaftsmischung kombiniere, so heißt es, das Schlimmste des Sozialismus mit dem Schlimmsten des Liberalismus.

Die Kritik schont nicht einmal Francisco Franco selbst, dem vorgeworfen wird, linksideologische Infiltration an Universitäten und in Medien geduldet und 1959 die Türen für den Liberalismus geöffnet zu haben. Beide Ideologien seien, so diese Strömung, gleichermaßen tödlich für den Fortbestand der Nation gewesen. Und beide hätten die damaligen Jugendlichen geprägt, die sie im Erwachsenenalter und bis ins Alter verteidigten und damit das Zweiparteiensystem des Regimes von 1978 (Régimen del 78) nährten.

Wohnung für zehn Millionen Pesetas gekauft, für siebzig verkauft

Der häufigste Fall ist der Wohnraum. Eine Generation kaufte Häuser für zehn Millionen Pesetas und verkauft sie jetzt für siebzig Millionen, während ihre Kinder diesen Preis nicht zahlen können. Die vollständige Berechnung, einschließlich der damals noch möglichen zehnjährigen Hypotheken Anfang der Achtziger, ergibt eine überraschende Differenz. Die Immobilienblase, die diesem Thema ihren Namen gibt, war kein meteorologischer Unfall: Sie wurde von denen gemacht, die bereits drin waren.

Die Konsequenz ist die Vermietung nach Zimmern. Manche prangern an, dass dieselben, die zu Abrisspreisen kauften, heute unverhältnismäßige Summen für Zimmer in baufälligen Wohnungen verlangen und zudem behaupten, junge Menschen seien Faulpelze ohne Opferbereitschaft. Der Vorwurf der Zynismus ist explizit: Durch Verzicht auf Telefon und aktuelle Abos, so heißt es, könnte man ein würdiges Leben anstreben. Die Arithmetik geht nirgends auf.

Renten: Drei Hundert Pesetas eingezahlt, Tausend Fünfhundert Euro bezogen

Das andere große Schlachtfeld ist das Rentensystem. Die Beschwerde lautet, dass ein Teil dieser Generation symbolische Beträge eingezahlt hat und nun Renten bezieht, die durch Beiträge von Arbeitnehmern finanziert werden, die weniger verdienen, als diese beziehen. Die kursierende Rechnung ist brutal: Tausend Fünfhundert Euro Rente gezahlt von einem Angestellten, der Tausend Vierhundert verdient. Die Nachhaltigkeit des Systems werde, warnen Kritiker, den zukünftigen Rentnern in zwanzig Jahren ins Gesicht schlagen.

Auch die Verteidigung der Betroffenen taucht auf und sollte nicht ignoriert werden. Manche erinnern daran, dass der Nießbrauch am Familienwohnsitz notariell vereinbart wurde, genau damit die Kinder ihre Eltern nicht auf die Straße setzen, und dass die Rückgabe des Empfangenen keine Option, sondern eine sarracena Pflicht sei. Die Diskussion vergiftet sich, wenn Erbschaften, Testamente und Privatvermögen ins Spiel kommen, die weit über das hinausgehen, was manche Kinder in ihrem ganzen Leben verdienen werden.

Der fehlende Staffelstab und die verteilte Schuld

Der zentrale Vorwurf ist nicht ökonomisch, sondern haltungsbezogen. Es wird gesagt, dass dieser Generation egal sei, was nach ihrem Tod mit ihren Kindern passiert, und dass sie dies offen zugeben. Es wird gesagt, dass sie massenhaft weiterhin die beiden Parteien wählen, die das Regime stützen, nur damit ihnen nicht zwanzig Euro von der Rente abgezogen werden. Es wird gesagt, dass sie das Erbe ihrer Eltern verschleudert haben und nun das ihrer Kinder und Enkel auf Kredit verschleudern.

Dem gegenüber steht eine andere Strömung, die die Schuld anders verteilt: Die Schuldigen sind nicht die Eltern, sondern die Politiker. Und eine dritte erinnert daran, dass die mittlere Generation, die achtzehnjährig war, als Franco starb, es auch nicht leicht hatte: Sie kam vom Land in die Stadt, studierte bei Mönchen, die sie hasste, und wuchs zwischen Drogen und revolutionären Ideen auf. Niemand will sie für das Gute, aber alle schließen sie beim Schlechten ein.

Das Ende der Angelegenheit ist nicht erreicht. Einige fordern, Schulen und Unternehmen zu schließen, bevor man Bevölkerungsgruppen ersetzt, überzeugt davon, dass man aus Wirtschaftskrisen herauskommt, aber nicht aus ethnischem Substitutionseffekten. Andere weisen darauf hin, dass das Problem nicht generationell, sondern politisch sei. Und währenddessen kämpfen die Enkel weiter um ihre Zukunft. Trockene Ironie: Die Generation, die sich rühmte, die Demokratie gebracht zu haben, hat offenbar auch die Hypothek gebracht, die ihre Enkel nicht bezahlen können.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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