Auswandern aus Spanien: Der Mythos des Erfolgs

Spanien hat die niedrigste Auswanderungsquote Europas. Die Realität hinter den oft zitierten Gehältern von 700 bis 1.200 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Auswandern aus Spanien: Der Mythos des Erfolgs
Auswandern aus Spanien: Der Erfolg, der dem Kleingedruckten nicht standhält

Laut einem in der Diskussion erwähnten Artikel ist Spanien das europäische Land mit der geringsten Auswanderungsrate. Dennoch gibt es kaum Gespräche über Gehälter und berufliche Zukunft, in denen nicht jemand erwähnt wird, der nach der Schweiz, Deutschland oder London ging und im Sommer mit neuem Auto und Geld zurückkehrte. Diese Diskrepanz – wenig tatsächliche Abwanderung, viele Erzählungen davon – stützt eine Debatte, die mehr darüber aussagt, was man unter Erfolg versteht, als darüber, was jenseits der Grenze verdient wird. Die Frage ist nicht, ob man aus Spanien auswandern kann. Sie lautet, ob es sich lohnt.

Gehälter zwischen 700 und 1.200 Euro und vier Monate Arbeit im Jahr

Der Ausgangspunkt ist eine unbequeme nationale Zahl: Manche arbeiten für zwischen 700 und 1.200 Euro monatlich während vier Monaten im Jahr und verbringen die restliche Zeit mit mehr Unsicherheit als Lohnabrechnung. In diesem Rahmen ändert sich die Rechnung. Es wird argumentiert, dass Auswandern für die meisten keine realistische Option ist, es sei denn, man verfügt über sehr spezifische Qualifikationen. Die Erzählung vom Rückkehrer mit viel Geld verberge niedrige Löhne, mittelmäßige Wohnungen und fehlende Freizeit. Der Vergleich im Text ist unangenehm: Spanier, die in London Geschirr spülten oder in Dublin Büros reinigten, wirken bei ihrer Rückkehr wie Spartaner, ähnlich wie Einwanderer aus ärmeren Ländern, die in Spanien ankommen und so tun, als hätten sie Amerika erobert, obwohl sie ein Zimmer teilen. Der verzerrte Spiegel funktioniert in beide Richtungen.

Warum die Schwelle von 1.300 Euro zwei Welten trennt

Die Diskussion teilt sich, wenn der Mindestlohn ins Spiel kommt. Angesichts niedriger und saisonaler Jobs vertreten einige die Ansicht, dass man keinen Job unter 1.300 Euro annehmen sollte, da die verlorene Zeit teurer sei als das Gehalt. Das Gegenargument bezieht sich auf Vermögenswerte: Es wird daran erinnert, dass Spanien zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an Eigenheimbesitzern gehört, während Deutschland am anderen Ende steht und viele osteuropäische Länder diese Quote deutlich übertreffen, mit Zahlen um die 90 %. Wohneigentum oder das Haus der Eltern fungieren als unsichtbarer Vermögenswert, den der Auswanderer zurücklässt und der in Bruttogehaltsvergleichen fast nie berücksichtigt wird. Dieses Detail verändert das Ergebnis jeder privaten Kalkulation.

Gibt es bezahlten Urlaub in den USA?

Die kurze Antwort ist nein, es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, auch wenn viele Unternehmen ihn gewähren. Diese Nuance korrigiert ein verbreitetes Missverständnis: In den USA ist kein Unternehmen verpflichtet, bezahlten Urlaub zu geben, aber das bedeutet nicht, dass sie es nicht tun. Ein Teilnehmer berichtet, dass er drei Wochen bezahlten Urlaub, zehn Feiertage, drei Tage persönliche Angelegenheiten und zehn Krankheitstage ohne Nachweis hatte. Die Abfindung erscheint in vielen Verträgen unter dem Begriff „Severance“. Auf der anderen Seite der Waage wird angemerkt, dass das Problem in Spanien weniger das Recht selbst als vielmehr die Unmöglichkeit seiner Ausübung ist: Jobwechsel ohne schlechtere Konditionen oder Ausschluss vom Markt aufgrund des Alters. Ein geschriebenes Recht entspricht nicht immer einem realen Recht.

Dubai, Niederlande und die Illusion guter Bedingungen

Der nächste Fokus liegt auf importierten Arbeitsparadiesen. Dubai taucht in den Berichten eines dort lebenden Teilnehmers auf: Es gibt keine Arbeitslosenversicherung, keine Sozialhilfe und keine Renten. Wer seinen Job verliert, hat 30 Tage Zeit, einen neuen zu finden oder das Land zu verlassen. Einige verteidigen dies als Modell, das Leistung belohnt und jeden für seinen eigenen Lebensunterhalt verantwortlich macht; andere betonen, dass der emiratische Wohlfahrtsstaat nur Staatsbürgern vorbehalten ist. In den Niederlanden und Dänemark werden die Bedingungen bezüglich Arbeitszeit, Urlaub und Gehalt als besser beschrieben, jedoch mit zwei Einschränkungen: Die Mobilität ist horizontal – ein Jobwechsel ermöglicht den Wechsel zu einer ähnlichen Position, nicht den sozialen Aufstieg – und die Gesundheitsüberwachung der Arbeitnehmer lässt zu wünschen übrig, sodass manche Firmen nicht einmal jährliche Untersuchungen durchführen.

Spanien ist das europäische Land mit der geringsten Auswanderung

Hier kommt die Zahl, die der Intuition widerspricht. Laut demselben Artikel ist die spanische Rate, gemessen an Staatsbürgern im Ausland pro 1.000 Einwohner, die niedrigste des Kontinents, während Moldawien (381), Albanien (423) und Bosnien (501) die Rangliste anführen. Wenn das Leben so unerträglich wäre, wie die Tischgespräche suggerieren, müsste die demografische Aderlass massiv sein. Ist es aber nicht. Die vollständige Berechnung, einschließlich fester Kosten, Miete und Kaufkraft, ergibt einen Unterschied, der weit weniger episch ist als der, der im August zur Schau gestellt wird.

Niemand ist sich einig. Einige behaupten, man arbeite im Ausland, um zu sparen und zurückzukehren, wobei die Freizeit minimal sei und die Gesundheit leide. Andere entgegnen, dass Warten auf einen Posten im öffentlichen Dienst auch kein Plan ist. Zwischen diesen Extremen schwebt die alte Zweifelfrage: Wenn Spanien so schlecht und das Ausland so gut ist, warum wandern dann so wenige aus?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (161 Antworten).

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