Australischer Geologe: Nur 3 % des CO2 sind menschengemacht

Ein australischer Geologe behauptet, nur 3 % des atmosphärischen CO2 stamme vom Menschen; die Ozeane setzten die übrigen 97 % frei.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Australischer Geologe: Nur 3 % des CO2 sind menschengemacht
Geologe behauptet: Nur 3 % des atmosphärischen CO2 ist menschlichen Ursprungs

Die Pflanzen der Erde absorbieren mehr Kohlendioxid, als die Menschheit ausstößt. Wäre das wahr, würde die Rechnung nicht aufgehen: Die Konzentration in der Atmosphäre steigt weiter an. Der australische Geologe Ian Plimer, Professor an der University of Adelaide, erklärt dies damit, dass nicht das Auspuffrohr, sondern der Ozean schuld sei. Er schreibt dem Meer etwa 97 % des freigesetzten CO2 zu. Auf dieser Prämisse baut er eine unbequeme Schlussfolgerung auf: Der anthropogene Klimawandel wäre seiner Meinung nach «der größte wissenschaftliche und finanzielle Betrug der Geschichte».

Was Ian Plimer behauptet und woher seine Zahlen stammen

Plimer stützt seine These auf die heutigen Messmöglichkeiten. Satelliten, so argumentiert er, ermöglichen es, den Ausstoß durch Kohle-, Ölverbrennung und Industrie zu quantifizieren. Sein Ergebnis lautet: Die Vegetation der Erde absorbiert mehr CO2, als der Mensch freisetzt. «Wir befinden uns faktisch bereits in einer neutralen Bilanz», sagt er. Daraus leitet er seine zentrale Frage ab: Wenn Pflanzen mehr aufnehmen, als wir emittieren, woher kommt dann der Überschuss, der in der Atmosphäre gemessen wird?

Seine Antwort verortet den Ursprung in den Ozeanen, denen er rund 97 % des freigesetzten Kohlendioxids zuschreibt. Der Rest stamme, so Plimer, von tierischer Atmung und vulkanischer Aktivität. Das CO2 menschlichen Ursprungs würde in seinem Szenario zu einer minimalen Fraktion des Gesamtkreislaufs schrumpfen.

420 ppm: Ein Wert, der nicht zur geologischen Vergangenheit passt

Das geologische Argument geht in eine andere Richtung: Wenn die CO2-Konzentration in früheren Epochen viel höher war, warum sollte sie heute ein Problem sein? Den zitierten Referenzen zufolge lag die Konzentration im Kambrium bei etwa 4.000 ppm und im Karbon bei rund 700 ppm, verglichen mit den heutigen 420 ppm. In beiden Perioden gab es Leben und keinen klimatischen Kollaps, der auf dieses CO2 zurückzuführen war. «Die Gesetze der Physik und Chemie» waren damals nicht anders, betont der Geologe.

Der Einwand folgt sofort und ist nicht geringfügig. Dass der Planet höhere Konzentrationen überstanden hat, bedeutet nicht, dass der Mensch diese durchlebt hat: Die heutigen 420 ppm gab es nie zuvor mit unserer Spezies auf der Erde, und der Anstieg von etwa 300 ppm erfolgte in nur 80 Jahren. Das Kambrium mit der Gegenwart zu vergleichen, heißt für diese Strömung, zwei Planeten mit zwei verschiedenen Bewohnern gegenüberzustellen.

Warum die Vegetation den Anstieg nicht erklärt

Hier liegt der technische Widerspruch. Ein Teil der Analyse besagt, dass die Vegetation schon vor Jahrtausenden CO2 absorbierte und diese Senke nicht im gleichen Maße wie die Emissionen gewachsen ist: Was sich geändert hat, ist genau das, was aus den Schornsteinen kommt. Wäre die Bilanz neutral, wie der Geologe vorschlägt, dürfte die atmosphärische Kurve nicht steigen.

Ein oft zitierter Beleg ist die Messreihe von Mauna Loa, die keine Emissionsrückgänge während der Lockdowns zeigt. Trotz eines weltweiten Rückgangs des Verkehrs um etwa 30 % setzte die Konzentration ihren Anstieg fort, ohne sichtbare Delle. Für manche beweist dies, dass menschliches CO2 irrelevant ist; für andere zeigt es, dass natürliche Senken punktuelle Reduktionen abfedern und verwischen. Dieselbe Grafik dient beiden Lagern, was bereits viel über den Stand der Diskussion aussagt.

Das Isotopen-Argument und das Vulkan-Argument

Gegen die These, menschliches CO2 sei eine statistische Randerscheinung, wird die isotopische Zusammensetzung des Kohlenstoffs angeführt, die sich in die erwartete Richtung verschoben habe, bedingt durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Auch die Energiebilanz spricht dagegen: Ohne Treibhauseffekt lässt sich kein Planetenmodell erstellen, das einfallendes Licht und austretende Temperatur in Einklang bringt. Der Treibhauseffekt, so wird erinnert, ist im Labor messbar.

Auf der anderen Seite kontert man mit Vulkanen. Die Eruption von Hunga-Tonga im Jahr 2023 wurde mit einem Verlust von 7 % der Ozonschicht in einem einzigen Ereignis in Verbindung gebracht. Allerdings erholt sich diese Schicht trotz all des ausgestoßenen CO2, was einige als Beweis lesen, dass menschliche Aktivität im Vergleich zur natürlichen vernachlässigbar klein ist. Dass ein mittelgroßer Vulkan die Atmosphäre in zwei Monaten stärker verändert als die gesamte Industrie in zwei Jahrzehnten, ist für diese Strömung der Datenpunkt, der das Narrativ widerlegt.

Die wirtschaftliche Rechnung des Klima-Narrativs

Der Abschnitt, der den größten Konsens findet, ist nicht wissenschaftlich, sondern buchhalterisch. Plimer behauptet, «diese ganze Klimamaschinerie kostet uns sehr viel Geld», und nennt Inflation, Energiepreise und Lebenshaltungskosten als Folgen des Kreuzzugs gegen Kohlenstoff. Die Kritik wiederholt sich: Auferlegte Elektroautos, Solaranlagen, Wärmepumpen und ein Paket von Vorschriften, das sich im Einkaufswagen bemerkbar macht, lange bevor es am Thermometer sichtbar wird. Die vollständige Berechnung, Posten für Posten, ergibt eine Differenz, die überrascht, wenn man nur auf die Stromrechnung schaut.

Selbst wer die Diagnose akzeptiert, stimmt darin überein, dass die angewandten Politiken nicht proportional zur Größe des Problems sind und dass ein Großteil der Kosten beim Bürger landet, während Ausnahmen anderweitig verteilt werden. Die Diskussion hat sich vom Thermometer zum Gehaltszettel verlagert.

Während der Anteil des menschlichen CO2 zwischen jenen 3 % und deutlich höheren Werten umstritten bleibt, das Kambrium auf der einen und Mauna Loa auf der anderen Seite steht, bleibt die Frage unbeantwortet, wie viel des atmosphärischen Anstiegs unsere Schuld ist und wie viel auf einen Ozean zurückgeht, der nie aufgehört hat, sich zu bewegen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (210 Antworten).

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