Asow fordert Kapitulation – Kiew kontert mit Heldentod-Narrativ

Asow-Kommandeure verhandeln über die Übergabe, doch durchgesickerte Befehle verbieten die Kapitulation. Das Narrativ des posthumen Helden kollidiert mit der Realität der Verwundeten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Asow fordert Kapitulation – Kiew kontert mit Heldentod-Narrativ
Asow bittet um Erlaubnis zur Kapitulation – Kiew antwortet mit Epik

Die Szene hat etwas vom Theater alter Kriege: eine belagerte Einheit, ein offener Funkkanal und ein Befehl, den niemand unterschreiben will. Im vorliegenden Fall stößt das Ersuchen der Asow-Kommandeure, die Evakuierung der Verwundeten und die Übergabe der im Stahlwerk eingeschlossenen Kämpfer auszuhandeln, auf eine Antwort, die laut kursierenden Versionen die Kapitulation in einen Akt des posthumen Heroismus verwandelt. Das Ergebnis ist eine Paradoxie, die das Material selbst unterstreicht: Ein Bataillon ukrainisch-ultranationalistischen Ursprungs, eingegliedert in die Militärstruktur Kiews, erhält den Befehl nicht zu kapitulieren von einem Präsidenten, der seine Ideologie nicht teilt und der das Ende des Vorfalls nach herrschender Erzählung als Propagandastück inszeniert.

Der Befehl per Funk

Der Kern liegt in den zitierten abgefangenen Mitteilungen: Der Befehl soll gelautet haben, jeden zu töten, der sich ergeben will, sei es reguläre ukrainische Armee oder ausländische Kämpfer in der Anlage. Die Quelle sind prorussische Telegram-Kanäle, was gebietet, die Daten mit Vorsicht zu behandeln. Doch die Erzählung fügt sich in eine Logik, die mehrere Analysen aufzeigen: Eine Massenkaptulation würde die Geschichte des „Helden, der bis zum Ende widersteht“ demontieren, und dies ist das einzige Asset, das Kiew in diesem Kessel bleibt.

Manche behaupten, der Zug sei eher innenpolitisch als militärisch. Das Stahlwerk habe Selenskyj gedient, Asow loszuwerden, eine Truppe, die hinter den Kulissen viel Einfluss hatte und in einer Machtstruktur, in der das reale Kommando anderswo lag, unbequem war. In dieser Lesart wäre die Kapitulation keine Niederlage, sondern eine Säuberung mit patriotischem Deckmantel.

Was geschah mit den Verwundeten und Ausländern in Asowstal?

Das Material erwähnt etwa 400 europäische Kämpfer, die in der Anlage eingeschlossen waren, sowie eigene Verwundete. Diese Zahl wird von unabhängigen Quellen im verfügbaren Inhalt nicht bestätigt, taucht aber in den zitierten Mitteilungen auf. Die schwebende Frage lautet, was ihnen versprochen wurde. Russland hätte denjenigen, die sich ergaben, das Leben garantiert, und genau das macht die Weigerung zu kapitulieren für Familien schwer verteidigbar.

Die Ironie, die Teilnehmer betonen: Dieselben, die Moskau beschuldigen, Gefangene hinzurichten, ordnen nun an, sich nicht zu ergeben. Exekutionen im Hinterland durch eigene Kräfte wären keine Feindlegende, sondern ein Befehl des eigenen Kommandos.

Das Paulus-Bataillon und der wiederkehrende Witz

Der Vergleich mit Feldmarschall Paulus, der in Stalingrad kapitulierte und von Hitler nie ganz verziehen wurde, dient als wiederkehrender Gag: Wenn das Bataillon sich ergibt, benenne man es in Paulus-Bataillon um, denn ein kapitulierender Paulus existiert nicht. Der Witz hat Substanz. Die Kapitulation einer ganzen Einheit ist erst ein politisches, dann ein militärisches Problem, weshalb der Widerstandsbefehl nicht mit Blick auf die Soldaten unterschrieben wird.



An derselben Stelle wie am Anfang hakt die Analyse fest: Es gibt keinen Weg zu wissen, wie viele dieser Kämpfer sich ergeben wollten und wie viele aufgrund eines Befehls starben, den sie nie angefordert hatten. Die Epik des kollektiven Suizids verkauft Zeitungen. Die Namensliste nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (81 Antworten).

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