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Save Europe Act bringt Remigration nach Barcelona
Die Kampagne Save Europe Act mobilisiert in Barcelona für 'Remigration'. Radikale Schätzungen nennen bis zu 18 Millionen Überflüssige, während Vorwürfe der Doppelmoral laut werden.
Save Europe Act rückt die «Remigration» ins Zentrum von Barcelona
Am kommenden Samstag findet in Barcelona die erste große Versammlung der paneuropäischen Bewegung Save Europe Act statt, die den Begriff «Remigration» zu ihrem zentralen Schlachtruf gemacht hat. Was vor kurzem noch ein fast akademischer Ausdruck war, beschränkt auf enge Kreise, wird nun öffentlich skandiert: Die Idee, dass ein Teil der Migrationsbevölkerung in ihre Herkunftsländer zurückkehren sollte.
Die Zahlen der Organisatoren sind beachtenswert. In den kursierenden Analysen ist von sieben bis achtzehn Millionen Menschen die Rede, die in Spanien «überflüssig» seien – eine demografische Spanne, die mit offiziellen Statistiken kollidiert. Die Berechnungen basieren auf der spanischen Bevölkerung der Achtzigerjahre (etwa 35 Millionen) im Vergleich zu den heutigen 50 Millionen und führen die Differenz nahezu ausschließlich auf Migration und deren Nachkommen zurück. Selbst unter den Befürwortern der Remigration herrscht keine Einigkeit; die Zahlen variieren je nachdem, wie hier geborene Personen gezählt werden.
Eine europäische Basisbewegung
Save Europe Act entstand aus einer kontinentalen Petitionsplattform und fand in Spanien aufgrund der Ermüdung des Migrationsdiskurses fruchtbaren Boden. Die Organisation präsentiert sich als bürgernahe Antwort auf den Europäischen Pakt für Migration und Asyl, geht aber über dessen Vorschläge hinaus: Es geht nicht nur um Grenzkontrolle, sondern um die Umkehrung des Migrationsprozesses. Diese Radikalität hat sowohl Unterstützung als auch Ablehnung gebracht, einschließlich von Seiten, die Remigration als Verletzung grundlegender Rechte betrachten.
Das «Lager der Heiligen» als kulturelle Referenz
Die Bewegung stützt sich nicht nur auf demografische Daten. Unter ihren literarischen Bezügen ragt «Das Lager der Heiligen» hervor, der dystopische Roman von Jean Raspail, der eine Migrationsinvasion in Europa beschreibt. Veröffentlicht 1973, wurde das Werk von Teilen der europäischen Extreme Rechten als quasi prophetisch wiederentdeckt und wird oft neben Deportationsforderungen zitiert. Die Frage ist, ob dieser kulturelle Hintergrund der Bewegung Kohärenz verleiht oder sie zu einer Minderheitsnische macht.
Verdacht auf eine Strohmanöver-Operation
Nicht jeder, der Migration ablehnt, fühlt sich vertreten. Eine Minderheitenströmung innerhalb der Debatte sieht in Save Europe Act eine «Kanalisierung» des Unmuts, eine Art psychologische Operation zur Entschärfung sozialer Wut. Der Vergleich mit Bewegungen wie Democracia Real Ya (Echte Demokratie Jetzt!) ist häufig: Sie entstanden stark, besetzten Plätze und lösten sich schließlich auf, ohne etwas zu ändern. Das Bild einer Freimaurer-Maske in der Propaganda des Events hat diese Theorien genährt, die die Veranstaltung als Werkzeug des Systems zur Kontrolle des Protests betrachten.
Doppelmoral und Widersprüche
Die schärfste Kritik richtet sich jedoch gegen persönliche Widersprüche einiger Aktivisten: Man sieht sie gegen Migration protestieren, während sie Partnerschaften oder Zusammenleben mit Migranten pflegen. Der Vorwurf der Doppelmoral entkräftet die Rhetorik nicht, fügt ihr aber einen unbequemen Aspekt hinzu. Auch wird argumentiert, dass das Migrationsphänomen einer wirtschaftlichen Logik folgt, die schwer umzukehren ist, und dass die erwartete Verbesserung der Wirtschaftslagen in den Herkunftsländern der beste Faktor zur Reduzierung der Ströme sein wird, wie das Beispiel der rumänischen Auswanderung zeigt.
Die Versammlung in Barcelona wird wahrscheinlich nicht die letzte sein. Das Wort «Remigration» hat sein Tabu verloren und ist Teil des europäischen politischen Diskurses geworden. Die Frage ist, ob dieser Ruf bei einem Nachmittag mit Plakaten bleibt oder zum Wahlprogramm wird. Bislang ist die einzige Gewissheit, dass der Begriff auf die öffentliche Agenda gesetzt wurde. Und weder Daten noch Widersprüche scheinen dies bisher gestoppt zu haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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