Neuwagen verlieren im ersten Jahr die Hälfte des Werts

Forennutzer berichten von rascher Wertminderung bei Neuwagen, während Gebrauchtwagenpreise explodieren. Diskussion über den Kauf eines neuen Autos.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Neuwagen verlieren im ersten Jahr die Hälfte des Werts
„Neuwagen verlieren im ersten Jahr die Hälfte ihres Wertes“, sagt ein Forennutzer

Für einen Forenteilnehmer ist der Kauf eines Neuwagens der schnellste Weg, 20.000 Euro in 10.000 zu verwandeln. Er behauptet, dass die Wertminderung im ersten Jahr bei etwa 50 % liegt, obwohl er zugibt, dass dies von Marke, Modell und Ausstattung abhängt. Darauf basiert ein Argument, das unwiderlegbar klingt: Wenn ein Auto nach einem Jahr denselben Dienst leistet wie nach zehn Jahren, ist es Geldverschwendung, für den Neuzustand zu zahlen.

So viel zur Theorie. Das Problem tritt auf, wenn man diese Logik auf den realen Markt Ende 2017 anwendet, wo, laut mehreren Teilnehmern, Gebrauchtwagen nicht mehr die Standard-Billigoption sind. Sie behaupten, die Preise für Gebrauchtwagen seien enorm gestiegen, was den Vorteil, der das Argument rechtfertigte, weitgehend zunichtegemacht hat.

Warum sind Gebrauchtwagen so teuer geworden?

Weil, so verschiedene Forennutzer, der Gebrauchtwagenmarkt so teuer geworden ist, dass er die traditionelle Sparlogik bricht. Manche beschreiben das Phänomen unverblümt: Sie sagen, der spanische Gebrauchtwagenmarkt sei überhitzt. Sie berichten, dass Autos mit 50.000 Kilometern nur um 2.000 Euro günstiger angeboten werden als beim Händler, und Fahrzeuge mit über 200.000 Kilometern zu einem Drittel des Neupreises erscheinen.

Die Folge, so argumentieren sie, ist das Verschwinden des Mittelwegs: Es gibt kein Auto mehr zur halben Lebenszeit zum halben Preis. Ein Nutzer nennt sein eigenes Beispiel: Ein Fahrzeug, neu mit 23.000 Euro bewertet, kaufte er für 17.500 Euro; fünf Jahre später wurde es auf 11.000 Euro geschätzt. Die Kosten für die Nutzung in dieser Zeit, berechnet er: etwa 1.300 Euro pro Jahr. Wer dieses Auto erbt und bis zu zehn Jahren behält, zahlt laut seiner Berechnung kaum weniger.

Wertverlust variiert je nach Marke

Laut einem Teilnehmer wird ein Premium-Auto nach vier Jahren Laufleistung auf dem Markt mit 70 % weniger gehandelt als es kostete. Für einen anderen gibt es keine einheitliche Formel: Der Verlust hängt von Marke, Modell und Ausstattung ab. Was viele übereinstimmend feststellen, ist, dass sich die Kurve auf die ersten drei oder vier Jahre konzentriert und dann abflacht. Ein 20.000-Euro-Auto, beharrt ein Nutzer, verkauft sich nach 15 Jahren nicht für 5.000 Euro, nicht einmal im Traum.

Was ist teurer: Neu oder gebraucht?

Aufgeteilt nach Nutzungsjahren vertreten einige die Ansicht, dass die Differenz geringer ist, als der Listenpreis suggeriert. Eine Berechnung eines Nutzers beziffert den Unterschied zwischen Neukauf und Gebrauchtkauf auf etwa 500 Euro jährlich, sofern der Neuwagen zehn Jahre behalten wird. Für ihn ist die eigentliche Hürde nicht die Gesamtkosten, sondern die Anzahlung: Der Neukauf erfordert, sofort mehr Kapital zu binden.

Versicherung ist der andere große Unterscheidungsfaktor. Neubesitzer übernehmen in den ersten Jahren eine Vollkasko-Police; ein Nutzer schätzt dies auf über 2.000 Euro in vier Jahren. Ein anderer berichtet, dass er beim Kauf eines dreijährigen Autos mit 175 Euro Jahresprämie ab Tag eins begann. Es gibt auch Fälle von Vollkasko mit 200 Euro Selbstbehalt für 210 Euro im Jahr und Versicherungen, die im ersten Jahr 300 Euro kosten, nur 100 Euro mehr als Haftpflicht. Garantie ist auch nicht gratis: Sie steckt im Aufpreis.

Garantie schützt nicht vor Pannen

Neu kaufen bietet keinen Schutz, so ein Nutzer. Er schildert Defekte an Neuwagen: Bruch eines Getrieberads nach 2.000 Kilometern oder Verbrauch eines Liters Öl alle 2.000-3.000 Kilometer, Fälle, die als normal abgetan werden. Die Kehrseite: Wer ohne Garantie gebraucht kauft, übernimmt das Risiko einer unbekannten Wartungshistorie.

Lohnt sich die Reparatur eines alten Autos?

Das hängt vom Wert und Schaden ab. Bei einem Auto unter 1.000 Euro ist ein springendes Getriebe fast ein Todesurteil, sagt ein Nutzer: Der Wechsel des Öls ist der günstigste Test, und wenn das nicht reicht, muss man ein Getriebe vom Schrottplatz suchen oder sich verabschieden. Andere halten diese Maschinen jahrelang am Laufen: Ein 20 Jahre alter Volvo V70 Benziner mit 193 PS, gekauft für 1.900 Euro mit 219.000 Kilometern, fuhr weitere 55.000 Kilometer mit Öl, Reifen und Benzin als einzigen Ausgaben.

Was, wenn ich viele Kilometer pro Jahr fahre?

Dies ist das Szenario, in dem sich der Neukauf am besten rechtfertigen lässt. Über 25.000 Kilometern jährlich, besonders wenn das Auto bis zum Ende behalten statt weiterverkauft wird, argumentieren einige, dass der Neukauf gewinnt. Die Gegenposition kauft gebrauchte Autos mit niedriger Laufleistung, hält sie 15 Jahre und verschrottet sie mit über 350.000 Kilometern auf dem Tacho. In 38 Jahren und mehreren Autos, behauptet diese Gruppe, war keines ein Reinfall.

Eine Frage bleibt in der Debatte offen: Wenn Gebrauchtwagen so teuer sind und Neuwagen so schnell an Wert verlieren, warum zahlen Menschen weiterhin solche Summen für ein Fahrzeug mit der Hälfte seines Lebens vor sich?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (111 Antworten).

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