Anwältin verurteilt: Tochter zu falschen Missbrauchsvorwürfen gezwungen

Granada Anwältin zu Haftstrafe verurteilt, weil sie ihre Tochter zwang, den Vater fälschlich des sexuellen Missbrauchs zu beschuldigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Anwältin verurteilt: Tochter zu falschen Missbrauchsvorwürfen gezwungen
Anwältin aus Granada wegen zwölf falscher Anschuldigungen verurteilt

Mitten im Wahlkampf für die Wahlen am 23. Juli rückte Granada nicht nur durch eine Wahlveranstaltung, sondern auch durch ein juristisches Urteil in den Fokus. Das Urteil ist brisant: Eine Anwältin der Stadt wurde zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie ihren Ex-Partner zwölfmal bei Gerichten und Krankenhäusern falsch beschuldigt hatte. Zudem zwang sie ihre sechsjährige Tochter, Ärzten gegenüber zu behaupten, ihr Vater habe sie sens missbraucht. Das Urteil wird als ungewöhnlich bezeichnet, aufgrund der Wiederholung der Taten, des Schadens an dem Kind und der Höhe der Strafe. Die festgelegte Entschädigung für das Mädchen beträgt 20.000 Euro.

Welche Fakten enthält das Urteil?

Der ermittelnde Richter listet die Anzeigen der Mutter auf — bis zu acht innerhalb von zwei Jahren — sowie die ärztlichen Untersuchungen des Kindes, bei denen diese angab, dass «ihr Vater sie angefasst habe». Als Hinweis auf Vorsatz wies der Richter darauf hin, dass in den Anzeigen ein wichtiger Fakt verschwiegen wurde: Das Mädchen war Jahre zuvor mit einer Vulvovaginitis diagnostiziert worden, und die Symptome, die als Folgen möglicher Übergriffe dargestellt wurden, könnten auf diese Vorerkrankung zurückzuführen sein.

Auf dieser Grundlage weicht das Urteil vom üblichen Muster ab. Zwölf Anzeigen, ein Kind als Instrument und eine Beschuldigung, die den Vater ins Gefängnis gebracht hätte. In der öffentlichen Debatte wird oft argumentiert: Ein Laie kann sich irren, aber eine Juristin weiß genau, was sie unterschreibt. Dieser Umstand erhöht die Schwere des Falls erheblich.

Wie hoch ist die Strafe genau? Widersprüchliche Zahlen

Hier beginnt die Verwirrung. Laut Berichten von El Mundo lautet das Urteil drei Jahre und zwei Monate Haft plus 20.000 Euro für die Tochter. Eine andere Quelle, Confilegal, nennt zwei Jahre und fünf Monate Haft und fügt hinzu, dass der Vater ebenfalls 20.000 Euro erhält. Ein dritter Bericht spricht von fünf Jahren Haft, zehn Jahren Verlust der elterlichen Sorge (patria potestad), 40.000 Euro für das Kind und weitere 40.000 Euro für den Vater. Drei Versionen desselben Urteils am selben Tag.

Diese Differenzen sind keine Kleinigkeiten. Ob die Haftstrafe über zwei Jahre liegt, entscheidet im spanischen Recht über die tatsächliche Einweisung ins Gefängnis. Ob der Vater entschädigt wird, bestimmt, ob das Opfer der Falschaussage etwas erhält. Manche erklären die Unterschiede durch die Summierung von Einzelstrafen, andere führen es auf ungenaue Justizberichterstattung zurück. Niemand in der Diskussion hat das vollständige Urteil gesehen.

Entschädigung für den fälschlich beschuldigten Vater

Dies ist der problematischste Punkt. Wenn das Urteil nur 20.000 Euro für die Tochter vorsieht und diese Summe unter der Verwaltung der Person steht, die das Sorgerecht innehat, bleibt das Geld quasi in der Familie: eine Art Selbstentschädigung. Die Versionen, die eine Zahlung an den Vater vorsehen — je nach Quelle 20.000 oder 40.000 Euro — widerlegen diesen Einwand.

Die tiefgreifendere Kritik betrifft die Quantifizierung des Schadens. Der Mann, der zwei Jahre lang seine Unschuld verteidigte, forensische Untersuchungen über sich ergehen lassen musste und unter dem Verdacht stand, taucht selten so prominent in Schlagzeilen auf wie die Verurteilte. Was ist mit dem Vater? ist die Frage, die den gesamten Fall durchzieht.

Sorgerecht und elterliche Sorge: Die offene Frage

Keine der veröffentlichten Versionen klärt, was mit dem Sorgerecht für das Minderjährige geschieht oder ob der Verurteilten die elterliche Sorge entzogen wird. Manche leiten daraus ab, dass eine Haftstrafe von über zwei Jahren bedeutet, dass sie das Geld des Kindes nicht verwalten oder das Sorgerecht behalten kann. Andere erinnern daran, dass das Kind während des langen Prozesses möglicherweise bereits jahrelang vom Vater getrennt war.

Der Vorschlag mit dem größten Konsens ist der offensichtlichste: Entzug des Sorgerechts und der elterlichen Sorge sowie Berufsverbot als Anwältin. In dieser Lesart sind die 20.000 Euro eher ein Taschengeld.

Warum werden falsche Anschuldigungen kaum verfolgt?

Die Debatte lenkt auf strukturelle Probleme. Es wird behauptet, dass Richter im Bereich der sogenannten geschlechtsspezifischen Gewalt angewiesen seien, keine Ermittlungen einzuleiten, wenn nur die Möglichkeit einer falschen Anzeige besteht. Bei anderen Delikten ist ein Richter verpflichtet, gegen den Anzeigenden vorzugehen, wenn klare Hinweise auf böswillige Beschuldigungen vorliegen. Das offizielle Argument dagegen ist, dass die Verfolgung solcher Handlungen echte Opfer davon abhalten könnte, Anzeige zu erstatten.

Daraus ergibt sich ein fragwürdiges Anreizsystem: Eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt im Scheidungsfall ist billig, schnell und oft wirksam, während das Risiko einer Lüge gering ist. Auch Berichte über koordinierte Doppelanzeigen (eine zivilrechtliche und eine strafrechtliche) kursieren, wobei die zweite dazu dient, die erste zu stützen. Der wahre Schaden lässt sich nicht in Euro messen, sondern in verlorenen Lebensjahren.

Der Kontext: Ein Urteil mitten im Wahlkampf

Die Nachricht kam mitten im Wahlkampf für den 23. Juli in derselben Stadt, in der Veranstaltungen stattfanden, die vor einer «reaktionären Welle» warnten. Dieser Kontrast — ein ungewöhnliches Urteil in einer konkreten Provinz neben politischen Rhetoriken über Rechte — erklärt, warum der Fall politisch gedeutet wird. Einige sehen darin ein Beispiel dafür, wie weit ein System geht, das Männer und Frauen unterschiedlich behandelt. Dagegen steht das Argument, dass ein einzelner Extremfall keine Schlüsse auf das Gesamtsystem zulässt.

Mit diesen Elementen stagniert die Diskussion dort, wo sie begann. Es gibt keine einheitliche Version des Urteils, es ist unklar, ob der Vater entschädigt wird, und es fehlt die Bestätigung, dass das Sorgerecht entzogen wurde. Zwölf Anzeigen, ein sechsjähriges Mädchen und eine unbeantwortete Frage: Was kostet es, jemanden mit Hilfe des Strafgesetzbuches zu zerstören?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (183 Antworten).

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