Anwalt in Oviedo schwer verletzt während Drogenprozess

Ein 69-jähriger Anwalt wurde in seiner Kanzlei in Oviedo schwer verletzt. Der Prozess gegen eine brasilianische Angeklagte im großen Drogenverfahren ging ohne sie weiter.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Anwalt in Oviedo schwer verletzt während Drogenprozess
Schwer verletzter Anwalt in Oviedo während laufenden Großprozesses

Kann sich ein Anwalt zweimal selbst in den Brustkorb stechen und das überleben? Diese Frage stellen sich Kritiker der Selbstverletzungshypothese im Fall des 69-jährigen Juristen aus Oviedo, der eine brasilianische Angeklagte in einem großen Verfahren wegen Drogenhandels vertritt. Der Anwalt wurde mit Stichverletzungen in seinem eigenen Büro aufgefunden. Er erlitt einen Pneumothorax und starke Blutungen, die von Rettungskräften vor Ort gestoppt werden mussten, bevor er intubiert und ins HUCA-Krankenhaus gebracht wurde, wo er sich laut Berichten auf der Intensivstation in kritischem Zustand befindet. Das Verfahren läuft weiter: Wie eine Teilnehmerin berichtete, ersetzte der Dekan den Anwalt, sodass der Prozess ohne den Teil fortgesetzt wurde, der seine Mandantin betrifft.

Die Version der Selbstverletzung – dass sich der Anwalt selbst zweimal mit einer Waffe in die Brust stach – überzeugt unter denen, die den Fall kennen, am wenigsten, so dieselbe Quelle. Der Kontext deutet in eine andere Richtung: Die Rädelsführer der kriminellen Gruppe sitzen seit vier Jahren in Untersuchungshaft ohne Verurteilung und hätten Interesse daran, die Bearbeitung zu verzögern, um ihre Freilassung zu erzwingen. Den Anwalt einer der Angeklagten aus dem Weg zu räumen, sei eine effektive Methode, dies zu erreichen, heißt es.

Was ist über die Messerattacke auf den Anwalt in Oviedo bekannt?

Die Fakten zeichnen ein Szenario, das selbst für Strafgerichte ungewöhnlich ist. Der noch nicht pensionierte 69-Jährige wurde in seinem eigenen Büro angegriffen. Nahestehende Quellen sprachen von starkem Blutverlust und einem Pneumothorax, was eine Stabilisierung vor Ort vor dem Krankenhaustransport erforderlich machte. Im Krankenhaus blieb er auf der Intensivstation.

Die Ermittlungen haben keine Hypothese ausgeschlossen, aber die Theorie eines Vergeltungsschlags im Zusammenhang mit dem Großprozess gewinnt bei Fachleuten an Gewicht, wie die Teilnehmerin berichtet. Die Brasilianerin, die er vertritt, ist zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern angeklagt; die Haupttäter sitzen seit vier Jahren ohne Urteil in U-Haft. Dieser Zeitraum ist prozessual entscheidend: Ohne Verurteilung hat die Untersuchungshaft eine zeitliche Obergrenze.

Prozess geht ohne Teil zur brasilianischen Angeklagten weiter

Die Justizmaschine stoppte nicht. Laut der Teilnehmerin ersetzte der Dekan der Anwaltskammer den verletzten Juristen, und die Verhandlung ging weiter, jedoch ohne Berücksichtigung des Anklagepunktes, der die Mandantin des attackierten Anwalts betraf. Der Prozess schreitet also voran, hinkt aber auf einem Bein. Für die Angeklagte bedeutet dies, dass ihre Verteidigung faktisch in den Händen eines Ersatzanwalts liegt, der den Fall nicht vorbereitet hat.

Manche argumentieren, genau dies sei das beabsichtigte Ergebnis. Eine Verzögerung der Verfahrensdauer dehnt nicht nur den Prozess aus, sondern schwächt auch die Position der Angeklagten, die auf solide technische Verteidigung angewiesen sind. Zudem offenbart es ein strukturelles Problem, das Strafverteidiger seit Jahren erfolglos ansprechen: Der Anwalt ist das einzige Glied im System, das direkt mit der gefährlichsten Klientel konfrontiert ist, ohne Eskorte, ohne Identifikationsnummer und ohne Schutz.

Pflichtverteidiger: Hungerlöhne und maximale Gefährdung

Der Fall hat die Debatte über die Bedingungen der Pflichtverteidigung neu entfacht. Anwälte, die diese Fälle übernehmen, erhalten Beträge, die sie als lächerlich bezeichnen, und müssen Monate auf die Zahlung warten, während sie persönliche Risiken eingehen, wenn sie mit kriminellen Gruppen arbeiten, wie im Diskurs kritisiert wird. Der spanische Gesamtverband der Rechtsanwälte (Consejo General de la Abogacía Española) hat sich hingegen für eine Masseneinbürgerung von Migranten in vulnerabler Lage ausgesprochen – eine Haltung, die einige Fachleute schwer mit der Situation der eigenen Berufsgruppe vereinbaren können.

Der Vergleich ist unbequem: Ein Beamter kann sich mit einer Nummer identifizieren, ein geschützter Zeuge kann anonym aussagen, aber der Verteidiger gibt seinen Namen, sein Büro und seine körperliche Unversehrtheit im Aktenzeichen preis. Wenn der Anwalt einer Angeklagten in einem großen Drogenprozess in seinem Büro erstochen werden kann, lautet die Frage nicht, wer die Brasilianerin verteidigt. Die Frage ist, wer es überhaupt tun will.



Die richterliche Laufbahn hat ihre Protokolle, Eskorten und gepanzerten Türen. Der Pflichtverteidiger hat eine Robe, ein Handy und die im Kammerverzeichnis veröffentlichte Adresse seines Büros. Mit diesen Mitteln klingt die Selbstverletzungshypothese wie ein bürokratischer Trost.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).

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