Anonymes Manifest nennt Menschen "Metastase" und fordert Auslöschung

Ein anonymer Text, der in Forenen kursiert, bezeichnet den Menschen als "Metastase" des Planeten und fordert die kollektive Auslöschung. Wir erklären, was hinter solchen Botschaften steckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein anonymer Manifest, der im Internet kursiert, bezeichnet die Menschheit als "widerwärtige Metastase" des Planeten und befürwortet eine "verpflichtende und kollektive Euthanasie". Es ist ein menschenfeindlicher Text ohne wissenschaftliche oder politische Unterstützung.

Der Text präsentiert sich als "Nandisches Manifest der absoluten Dissidenz" und ist von jemandem unterzeichnet, der sich selbst "Mondkind" nennt. Darin werden Menschen als "die widerwärtigste Metastase, die diesen blauen Planeten parasitiert" beschrieben, und es wird behauptet, ihre Existenz sei "ein biologischer Rechenfehler". Es gibt keinen Hinweis auf einen bekannten Verfasser oder eine Verbindung zu einer organisierten Gruppe.

## Drei Stadien einer "ontologischen Dissidenz"

Das Manifest gliedert seinen Vorschlag in drei Schritte. Der erste ist die "Durchtrennung der biologischen Nabelschnur", beschrieben als die Ablehnung von Eltern, die es "elend" nennt, weil sie Kinder in die Welt gesetzt haben. Der zweite ist die "Entmystifizierung der Materie": die Leugnung, dass das Universum Schönheit birgt, und die Reduzierung auf "Chaos, Entropie und Hässlichkeit".

Das dritte Stadium ist der "Abschluss des Zyklus", den der Text als Imperativ definiert, die menschliche Präsenz auszulöschen. Die Formulierung ist explizit: Angesichts dessen, was er als "Terminaldiagnose" betrachtet, schlägt er die "verpflichtende und kollektive Euthanasie" als "einzigen ethischen Ausweg" vor. Das heißt, es geht nicht um individuelle Entscheidungen, sondern darum, den Tod der gesamten Spezies aufzuzwingen.

## Ein Ton, der eine medizinische Diagnose imitiert

Der Wortschatz des Manifests entlehnt Begriffe aus der Onkologie: Metastase, Krebsgewebe, Terminaldiagnose. Mit dieser Sprache beschreibt er den Alltag und menschliche Gespräche als "Krebsgewebe, das den Glukoseverbrauch optimiert". Es ist eine Metapher, kein klinischer Befund, und man sollte sie als das lesen, was sie ist: Rhetorik.

Der radikale Menschenhass hat intellektuelle Vorläufer, vom philosophischen Antinatalismus bis zu Strömungen, die den Wert des Bewusstseins in Frage stellen. Keine dieser Traditionen befürwortet, die Auslöschung mit Gewalt aufzuzwingen. Der Sprung von "keine weiteren Wesen in die Welt setzen" zu "verpflichtender Euthanasie" ist enorm, und das Manifest vollzieht ihn, ohne ihn zu begründen.

## Warum man solche Texte nicht verstärken sollte

Solche Texte wollen provozieren und nebenbei darüber geredet werden. Sie kursieren meist in Foren und sozialen Netzwerken ohne überprüfbare Urheberschaft, und ihre tatsächliche Wirkung ist gering. Das Risiko liegt darin, sie als Strömung des Denkens zu behandeln, obwohl sie fast immer nur eine Übung im provokanten Stil sind.

Wenn jemand aus dem Umfeld solche Ideen mit echter Angst teilt, sollte man zuhören und, falls es Anzeichen von Leid gibt, eine Fachkraft für psychische Gesundheit aufsuchen. Ein Manifest ist keine Diagnose, und ein Mensch ist keine Statistik.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4 Antworten).

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