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Anonymer Guru prognostiziert IBEX-Tiefpunkt bei 6.200 Punkten
Ein anonymer Analyst sagte im Mai voraus, dass der IBEX unter 6.000 Punkte fallen würde. Wochen später stieg der Index um 3.000 Punkte.
Der Börsenguru, der den IBEX-Boden bei 6.200 Punkten ankündigte
Am 13. Mai hinterließ ein Konto ohne Namen oder öffentliches Profil vier Zahlen und zwei Daten. Der IBEX würde vor dem 31. August 2012 unter 6.000 Punkte fallen; die Marke von 5.000 Punkten nicht durchbrechen; BBVA unter 4 Euro sinken; und die 3-Euro-Marke nicht erreichen. Wenige Wochen später legte der Index fast 3.000 Punkte zu. Die Glaskugel funktionierte vorerst.
Dieser Ausblick, veröffentlicht als eine Art Nostradamus-Herausforderung, machte seinen Autor zur Referenz für viele Privatanleger. Skeptiker waren ebenso schnell: Für manche war es nur Bluff, ein Troll mit Cartoon-Avatar. Die eigentliche Frage war nie, wer recht hatte, sondern ob vier richtige Vorhersagen in Folge etwas bedeuten.
Die Trefferquote der Prognosen
Der Autor behauptete, er habe bei 6.200 Punkten gekauft und sein Konto nicht riskiert. Seine These: Die Erholung käme vor dem Sommer, sei aber nicht endgültig. Ein Jahr zuvor, Anfang 2011, notierte der IBEX zwischen 9.500 und 10.500 Punkten, und die Medien hielten die Krise für überwunden. In wenigen Monaten fiel er auf 7.000, der Sommer schien das Ende, dann stieg er wieder. Schock: Nochmal runter.
Die vollständige Aufschlüsselung der vier ursprünglichen Zahlen mit Einstiegskursen und Fristen bleibt im Originaltext wörtlich erhalten. Dort zeigt sich, dass der Autor sich nicht versteckte: Er gibt zu, dass die Erholung nicht endgültig war, und warnt vor einem Fall vor dem Sommer.
Der Streit um die technische Analyse
Die erklärte Methode war reine technische Analyse: Charts, Unterstützungs- und Widerstandslinien. Kauf- und Verkaufssignale, so argumentierte er, prognostizieren die Vergangenheit: Sie geben Signale erst, wenn die Bewegung bereits stattgefunden hat. Er kaufte bei 6.200; die Indikatoren schalteten auf Kauf, als der IBEX bereits um 7.000 notierte.
Gegen diese These verteidigt die andere Strömung, dass technische Analyse genauso effektiv sei wie zufälliges Ein- und Aussteigen. Es werden Handbücher zitiert, die japanische Kerzenchart-Analyse und Diamantmuster entkräften, und daran erinnert, dass der einzige vertretbare Einsatz im sehr kurzen Horizont und bei hochliquiden Assets liegt. Manche berichten von drei aufeinanderfolgenden Gewinnen mit 50% des Kapitals und 10:1 Hebel, bevor alles schiefging.
Warum glaubt der Guru, dass die Börse die Realwirtschaft ignoriert?
Weil die präsentierten Zahlen nicht zum Narrativ passen. Die USA schuldeten 2007 13 bis 14 Billionen Dollar, während der S&P 500 bei 1.500 stand; 2009 betrug die Schuld 14 bis 15 Billionen, mit dem S&P bei 700; und 2013 lag sie bei 16,4 Billionen, während der Index Höchststände erreichte. Mehr Schulden bedeuteten nicht weniger Aktienmarkt.
Das Argument lautet, dass die Börse Massenpsychologie misst – Euphorie und Panik –, nicht die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Und seit Jahren wird sie von Maschinen bewegt, die nach Regeln operieren, ohne Gefühle, nur mit Daten.
Die 16.000 Punkte: Wo der Konsens bricht
Die Top-Prognose war die Rückeroberung der 16.000 Punkte beim IBEX, und dort spaltete sich die Meinung. Eine Verdopplung der Marktkapitalisierung klang für die meisten nach Science-Fiction, die einen Horizont von fünf oder zehn Jahren andeuteten, wenn überhaupt. Andere akzeptierten das mittelfristige Szenario, lehnten jedoch den Gipfel kategorisch ab.
Das Muster, das sich wiederholt: Wenn die Presse nicht alarmistisch ist, fällt der Markt; und steigt abrupt, wenn theoretisch kein Grund dafür besteht.
Die Spur erkaltet
Als der IBEX von 8.724 auf 8.207 Punkte fiel und danach einen Sprung von 310 Punkten machte, änderte sich die Frage. Es ging nicht mehr darum, ob er die 16.000 Punkte treffen würde, sondern ob der Fall unter 6.000 Punkte noch gültig war. Der Autor tauchte nicht mehr auf. Wer auch immer dieses Konto führte, ob berechtigt oder nicht, hatte einige Prognosen abgegeben und war verschwunden, bevor sie vollständig eintraten.
Was bleibt, ist der unbequeme Teil: Niemand hat bisher bewiesen, ob dies Methode, Glück oder einfache Münzwurf-Arithmetik war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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