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Angst vor Hausbesetzern dämpft Mietsteigerungen in Spanien
Die Angst vor Besetzern macht sichere 900 Euro zum besseren Geschäft als 1.200 mit Risiko. Die kuriose Wirkung von Hausbesetzungen auf den Mietmarkt.
Hausbesetzungen erreichen möglicherweise, was keine Wohnungspolitik geschafft hat: Mieter an das Objekt binden. Das Argument klingt wie Häresie, hat aber Logik: Ein Vermieter mit einem guten Mieter, der 900 Euro im Monat zahlt, riskiert lieber nicht, ihn gegen jemanden einzutauschen, der 1.200 bietet. Die Angst vor Besetzern wirkt wie ein Anker.
Die Rechnung mit den sicheren 900 Euro
Das Besetzungsrisiko führt eine Prämie der Vorsicht ein. Wenn eine besetzte Wohnung monatelange Räumungsverfahren bedeutet, schätzt der rationale Vermieter die Sicherheit, Miete zu bekommen, höher als das Herauspressen von 300 zusätzlichen Euro. Diese erzwungene Treue reduziert die Fluktuation und die Versuchung, die Preise anzuheben. Der Haken: Dieselbe Unsicherheit nimmt das Angebot vom Markt und verteuert das Mieten. Am Ende zahlen die ehrlichen Mieter die Zeche.
Der seltsame Fall der 2-Euro-Wohnungen
Illustriert wird die Debatte mit einem historischen Beispiel: Wohnungen des Real Patronato de Casas Baratas (einer spanischen staatlichen Stiftung für sozialen Wohnungsbau), gebaut 1960, mit 300 Euro Anzahlung und einer Monatsmiete von 2 Euro bis zum Eigentumsübergang. Sozialer Wohnungsbau, der nicht verkauft werden durfte. Jahrzehnte später werden diese 35-Quadratmeter-Wohnungen an ausländische Studenten und Arbeitnehmer vermietet. Wenn man damals für 2 Euro im Monat eine Wohnung bekam, wie haben wir es normalisiert, 1.000 zu zahlen?
Die Angst vor Hausbesetzungen löst das eigentliche Problem nicht, deckt aber ein Paradox auf: Der ängstlichste Vermieter ist der, der die Miete am wenigsten erhöht. Wie viel ist Ruhe wert? Die Antwort ist nicht eindeutig, aber der Markt berechnet sie bereits.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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