Andorra erhebt 0 % Steuern auf Kapitalgewinne und Dividenden

Während Andorra 0 % auf Aktien und Dividenden erhebt, fallen in Spanien 25 % Körperschaftsteuer sowie bis zu 26 % bei Ausschüttungen an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Andorra erhebt 0 % Steuern auf Kapitalgewinne und Dividenden
Andorra wendet einen Steuersatz von 0 % auf Aktien und Dividenden an

Ein Jahr Wohnsitz in Andorra reicht aus, um zu bestätigen, was Rechner bereits vermuten: Wer seinen steuerlichen Wohnsitz dorthin verlegt und an der Börse handelt, zahlt 0 % Steuern auf Aktienverkäufe und Dividenden. Keine Quellensteuer, keine regionalen Staffeln, keine Solidaritätszuschläge. Null. Dies berichtet ein Investor, der seit einem Jahr im Fürstentum ansässig ist und es als „Schachmatt“ bezeichnet hat. Es handelt sich um den Bericht eines Anwohners, nicht um eine offizielle Quelle, und der Umzug ist an Bedingungen geknüpft, die in Schlagzeilen selten erwähnt werden.

Wie viel kostet es tatsächlich, in Andorra in die Börse zu investieren?

Wie der Investor detailliert beschreibt, liegt die andorranische Körperschaftsteuer bei 10 % und die IGI — das Äquivalent zur Mehrwertsteuer — bei 4,5 %. Alles, was keine Aktien oder Dividenden sind, wird mit diesem Höchstsatz von 10 % besteuert. Kapitalgewinne aus dem Handel mit Wertpapieren und Dividenden hingegen fallen nicht unter die Steuerpflicht.

Spanien nutzt eine andere Mathematik. Die Körperschaftsteuer (Impuesto de Sociedades) nimmt 25 % des Gewinns, und wenn dieser Gewinn als Dividende ausgeschüttet wird, fällt erneut die Einkommensteuer auf Ersparnisse (IRPF del ahorro) an, die zwischen 19 % und 26 % liegt. Zwei Schichten auf demselben Geld. Das Argument für den Umzug liegt genau hier: Der maximale Satz der spanischen Einkommensteuer liegt bei etwa 50 %, und wer davon lebt, Dienstleistungen weltweit zu verkaufen, sieht keinen Grund zu bleiben.

Andorras Anforderungen für die Residenz: 15.000 € oder 350.000 €

Es gibt zwei Wege. Die aktive Residenz erfordert die Gründung einer Gesellschaft, die Hinterlegung von 15.000 € nicht verzinstem Kapital bei der Finanzbehörde und einen Aufenthalt von mindestens sechs Monaten pro Jahr im Land. Die passive Residenz erfordert keine Gesellschaft, aber eine Einzahlung von etwa 50.000 € und eine Investition von 350.000 € im Territorium — in Immobilien, andorranische Unternehmen oder andere Vermögenswerte — bei einem Mindestaufenthalt von drei Monaten jährlich.

Über beiden liegt dieselbe Grenze: man darf sich nicht länger als sechs Monate in Spanien aufhalten. Der häufigste Rat lautet, diesen Spielraum nicht auszureizen. Zudem gibt es eine Anforderung, die weniger glamourös ist als die Einlagen: die bancarización (Banken-Nachverfolgbarkeit). Als neuer Resident muss man eine saubere Herkunft der Gelder nachweisen, und die Dienstleistungen, die den Prozess begleiten, werden als Teil des Pakets verkauft.

Die Mauer der Steuerbehörde: wenn der Umzug nichts nützt

Das Packen der Koffer reicht nicht aus. Ein Bericht beschreibt das klassische Muster: außerhalb der EU arbeiten, eine Wohnung in Spanien behalten, Vermögen und Familie dort haben, mit zwei Besuchen pro Jahr. Die spanische Steuerbehörde (Hacienda) entschied, dass der Lebensmittelpunkt weiterhin in Spanien liege, und forderte die spanische Steuererklärung. Ein Wohnsitz im Ausland rettet nicht vor diesem Hindernis: Das entscheidende Kriterium ist, wo sich der Kern des wirtschaftlichen und familiären Lebens befindet.

Daraus ergibt sich eine praktische Regel: Wer über eine spanische Firma abrechnet oder seine Haupteinnahmequelle in Spanien hat, hat es schwer. Content Creator mit globalem Publikum bewegen sich in einer Grauzone, da der Ursprung ihrer Abrechnungen diffus ist und schwer einer konkreten Gerichtsbarkeit zugeordnet werden kann.

Der Preis des Paradieses: ein teures, enges Land ohne Flughafen

Andorra ist nicht billig. Die häufigste Kritik ist, dass sich der Umzug ohne hohes Einkommen nicht lohnt: Wohnkosten und Lebenshaltungskosten fressen einen Großteil der Steuerersparnis auf. Hinzu kommt die Geografie. Ein schmales Land, verbesserungswürdige Verbindungen, kein eigener Flughafen: Flugzeuge landen in Seu d'Urgell, etwa 20 Kilometer entfernt in Katalonien, und der öffentliche Nahverkehr nach Barcelona ist unzuverlässig. Die Frage, wie viel man braucht, um dort mit 3.000 € netto im Monat zu leben, blieb offen.

Steuerparadies oder Steuerhölle jenseits der Grenze?

Hier ist die Debatte gespalten. Eine Strömung behauptet, Andorra sei kein Steuerparadies, sondern Spanien sei ein Steuerhölle, und das Fürstentum sei lediglich normal. Eine andere zeichnet eine Landkarte der Halbinsel, auf der Madrid als „normales“ Regime gilt, Aragon und Andalusien als Hölle, und das Baskenland, Navarra, die Kanarischen Inseln, Ceuta, Melilla und Andorra auf der Liste der Paradiese stehen — eine These, die nicht alle akzeptieren, da manche sagen, die Unterschiede zwischen den Regionen lägen nur im Zehntelprozentbereich, nicht in unterschiedlichen Modellen.

Die härteste Kritik kommt von der anderen Seite: Einige beschreiben Andorra abfällig als ein Dorf, das davon lebt, fremdes Kapital zu hüten, und ohne dieses Geschäft nicht überleben würde. Es gibt auch eine Antwort darauf: Ein kleines Land nimmt viel weniger ein, als Spanien oder Frankreich bei gleicher Tätigkeit einnehmen würden, aber da die Skala minimal ist, ist das Modell rentabel; eine Replikation in einer mittelgroßen Wirtschaft würde Kürzungen bei Dienstleistungen und Infrastruktur erzwingen, die niemand akzeptieren würde.

Die Analyse bleibt genau dort stecken. Niemand hat beziffert, wie viel von diesen 350.000 € Investitionen oder den Einlagen bei der Finanzbehörde tatsächlich das andorranische System stützt, noch wie viele Umzüge einer Prüfung des Lebensmittelpunkts standhalten würden. Ohne diese Rechnung bleibt die 0 % eine unschlagbare Schlagzeile und eine offene Frage.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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