Iberdrola knackt die 14-Euro-Marke und erreicht neue Rekordhöchststände

Die Iberdrola-Aktie steigt über 14 Euro und erreicht historische Höchststände, während Anleger zwischen Euphorie und Zweifeln über das weitere Potenzial schwanken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Iberdrola knackt die 14-Euro-Marke und erreicht neue Rekordhöchststände
Iberdrola knackt die 14-Euro-Marke und erreicht neue Rekordhöchststände

In den Diskussionen gibt es Anleger, die behaupten, Iberdrola für etwas mehr als 4 Euro gekauft zu haben, solche, die von einer Wertsteigerung von über 1.000 % berichten, und jene, die mit Verkäufen bei 10,98 Euro einen Gewinn von 80 % realisiert haben. Zwischen denjenigen, die halten, und denen, die umschichten, spiegelt sich die aktuelle Dynamik des Energiekonzerns wider: Ob dieser Rallye der Auftakt zu etwas Großem ist oder das letzte Aufbäumen einer Aktie, die jahrelang stagnierte.

Im Folgenden finden Sie die Details dieser Dynamik: die Kurse, die Argumente und die Zahlen, die sich während des Anstiegs auf historische Höchststände überschnitten haben.

Warum steigt Iberdrola? Rechenzentren und Fokus auf AAA-Staaten

Das am häufigsten genannte Argument hat nichts mit den Stromrechnungen der Haushalte zu tun, sondern mit Rechenzentren. Die Digitalisierung der Wirtschaft hat den Bedarf an diesen Anlagen und damit den Stromverbrauch massiv erhöht. Die von einem Teilnehmer zitierten Prognosen sind beeindruckend: Die Nachfrage nach Rechenzentren in Spanien soll bis 2030 auf 80 TWh] ansteigen, verglichen mit den für 2026 geschätzten 40 TWh. Im Jahr 2030 würde diese Zahl etwa ein Viertel des gesamten nationalen Verbrauchs ausmachen.

Derselbe Diskurs besagt, dass Spanien die Voraussetzungen erfüllt, um ein europischer Hub zu werden: Die Seekabel von drei Kontinenten laufen hier zusammen, und das Land verfügt über erneuerbare Energien zur Versorgung. Hinzu kommt die Expansion in Länder mit höchster Bonität und ein Rückzug aus Mexiko, was laut einem anderen Beitrag im Thread bei den Anlegern gut ankam. Die Kernhypothese der Befürworter: Ein Unternehmen mit Wachstum und steigenden Dividenden.

Das offene Konto: Fünfzehn Jahre ohne Überschreiten der Höchststände von 2008

Dem Enthusiasmus steht ein unbequemes Argument gegenüber, das von einem Teilnehmer vorgebracht wird: Iberdrola habe in fünfzehn Jahren nichts bewegt und die Höchststände vor der Krise von 2008 noch immer nicht erreicht. Die Schlussfolgerung des Vertreters ist pragmatisch — wenn die Aktie es ermöglicht hat, nicht mehr „rudern“ zu müssen, ist sie bereits ein Schnäppchen —, doch es verdeutlicht die jahrelange Seitwärtsbewegung des Wertes.

Dass die Positionen so gespalten sind, liegt daran, dass in derselben Diskussion Befürworter eines gut geführten Unternehmens auf jene treffen, die kein weiteres Potenzial mehr sehen und ihre Gewichtung im IBEX (dem spanischen Leitindex) sowie im Elektrosektor reduziert haben.

Die diskutierten Kurse: Von 10,98 bis 15 Euro

In den Prognosen tauchen konkrete Niveaus auf: 10,98 Euro, der Preis, zu dem ein Teilnehmer ein Paket mit 80 % Gewinn verkauft hat; die 11-Euro-Marke, die diskutiert wird; über 13 Euro, laut einem Expertenbericht; über 15 in der optimistischsten Version; und die 14 Euro, die Marke, die der Kurs letztlich durchbrochen hat. Wer zu früh verkauft, setzt sich nicht nur dem Spott anderer aus, sondern auch dem Finanzamt. Das Argument derer, die halten, ist, dass der Staat laut ihrer Berechnung 20 % der Kapitalertragssteuer einbehält und die steigende Dividende das Warten entschädigt.

Auch die Geopolitik hat Spuren hinterlassen. Die Eskalation im Nahen Osten — die Raketen aus dem Iran — wirkte sich negativ auf den Wert aus, da man befürchtete, dass knappes Rohöl dem Unternehmen nicht nützt. Im Kalender ist zudem die Hauptversammlung am Freitag, den 28., als wichtiger Termin vermerkt.

Vom Spott zum Rekord: Wie sich der Ton gewandelt hat

Der Beginn der Rallye wurde mit Sarkasmus aufgenommen. Es gab Leute, die den Anstieg als sinnlos abtaten, und solche, die sich fragten, ob wir das Maximum vom Januar 2021 wiedersehen würden oder ob die Rezession das Ende des Wertes bedeuten würde. Die Zeit hat das Pendel geschwenkt: Es folgten Glückwünsche, neue Rekorde und das Gefühl, dass diejenigen, die außen vor blieben, sich geirrt haben.

Nicht alle teilen diese Euphorie. Die Warnung, die überall mitschwingt, ist die altbekannte: Irgendwann muss man Gewinne mitnehmen, und wer es zu spät tut, zahlt die Steuerrechnung.

Politisches Rauschen: Die Regierung als Sündenbock für Hindernisse

Es geht nicht nur um Multiplikatoren und Dividenden. Ein Teil der Kommentatoren behauptet, die Bremse für den Wert liege an den Hürden der Regierung, die scharf kritisiert wird; andere sprechen vom Sektor als einem „Chiringuito“ (einem kleinen, informellen Netzwerk) von vier Freunden, das unfähig sei, den Preis zu halten, wenn es regiert; und wieder andere fügen hinzu, dass die Medien durch staatliche Werbung und „Drehtüreffekte“ (der Wechsel von Politik in die Wirtschaft) beeinflusst würden. Dies sind Interpretationen, die stark kursieren, aber keine geprüften Daten sind.

Das Steuerstempel, das mit der Steuerbeschwerde kollidiert

Iberdrola erhielt das Fair Tax Mark, eine Auszeichnung für Unternehmen, die weltweit verantwortungsvoll Steuern zahlen, initiiert von der Fair Tax Foundation, einer gemeinnützigen Organisation für Steuergerechtigkeit und Transparenz. Der Kontrast zur Steuerbeschwerde in der Diskussion ist schwer zu ignorieren: Dasselbe Unternehmen, das mit seinem Steuer-Label wirbt, ist jenes, das laut der Berechnung eines Teilnehmers dem Aktionär 20 % seines Gewinns durch das Finanzamt abnimmt.

Der widersprüchliche Fakt

Auf dem Höhepunkt der Begeisterung — Rekord aller Zeiten, die 14-Euro-Marke durchbrochen — existierte parallel dazu das Argument eines Teilnehmers, dass der Wert die Höchststände vor 2008 noch nicht wiedererlangt habe. Euphorie über den Rekord und das Gefühl eines verlorenen Jahrzehnts existierten gleichzeitig. Niemand hat diesen Widerspruch bisher vollständig aufgelöst.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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