Andalusische Sozialisten werfen Spaniens König vor, auf den Extremisten-Zug aufzuspringen

Der andalusische PSOE (Sozialisten) fordert König Felipe VI. auf, Mohamed VI. anzurufen, und wirft ihm vor, sich für die Verteidigung Ceutas an die Seite der Extremisten zu stellen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Andalusische Sozialisten werfen dem König vor, wegen Ceuta "auf den Extremisten-Zug aufzuspringen"

Zu behaupten, der König sei für die Verteidigung Ceutas auf den Extremisten-Zug aufgesprungen, klingt nach einer Umkehrung der Rollen, doch es ist die offizielle These des andalusischen PSOE (Sozialistische Partei). Mario Jiménez, Secretary für Statutsentwicklung und Regionalabgeordneter, griff Felipe VI. scharf an, nachdem dieser seine "Sorge und Empörung" über die massenhafte Einreise von Menschen aus Marokko zum Ausdruck gebracht hatte. Auf seinem X-Konto fordert Jiménez den Monarchen auf, seinen "lieben Bruder Mohamed VI." anzurufen, um ihn "für das Desaster an Leben und Zusammenleben, das er in seinem Land verursacht hat", zur Rechenschaft zu ziehen. Wenn der König über seine Erklärung nicht hinausgehe, "stehe er im Weg". Das bedeute in seiner Sprache, "auf den Extremisten-Zug aufzuspringen".

Die Südgrenze und der 'Extremismus', die Souveränität zu verteidigen

Die Ceuta-Krise, bei der manche die Zahlen auf 60.000 Menschen an einem einzigen Tag beziffern, hat den Blick erneut auf die Fragilität der Südgrenze Spaniens gerichtet. Während der König Sicherheit für die autonomen Städte fordert, hätte der andalusische PSOE lieber, dass das Staatsoberhaupt als diplomatischer Telefonist mit Rabat fungiert. Und als ob das nicht genug wäre, greift er die andalusische Regierung von Juanma Moreno an, weil sie Marokko "den roten Teppich ausrolle", indem sie Pedro Sánchez angreift. So betrachtet ist der Extremisten-Zug ziemlich voll. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: In der öffentlichen Debatte herrscht Fassungslosigkeit vor — sich gegen eine Invasion auszusprechen ist kein Extremismus. Und manche erinnern daran, dass der andalusische PSOE in der Region noch immer einen von vier Stimmen auf sich vereint, was den Vorfall zu einem Repräsentationsproblem macht.

Der Schachzug kann Wahlkosten haben, doch die Wähler haben ein kurzes Gedächtnis. Manches aber wird nicht so leicht verziehen: als Extremist bezeichnet zu werden, weil man sein Land verteidigt. Besteht die Partei darauf, trägt sie der Extremisten-Zug am Ende vielleicht selbst davon. Oder auch nicht: Die Politik hat ihre Tricks, und die Erzählung setzt sich oft durch. Doch diesmal hat der König zumindest gesagt, was viele dachten.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (11 Antworten).

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