Marokko erhebt Anspruch auf Ceuta und Melilla – Spanien zerstritten

Mohamed VI fordert die „Befreiung der besetzten Städte“ und in Spanien wird darüber gestritten, Ceuta und Melilla abzutreten oder zu verteidigen. Die wirtschaftlichen Kosten stehen im Mittelpunkt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mohamed VI fordert „Befreiung“ von Ceuta und Melilla und weckt Spaniens alten Zwiespalt

Die von Mohamed VI geleitete religiöse Zeremonie hat den marokkanischen Anspruch auf die „besetzten Städte“ erneut öffentlich gemacht. Der beim Akt laut verlesene Satz hat in Spanien eine Debatte neu entfacht, die nie ganz abgeschlossen war: Was soll mit Ceuta und Melilla geschehen? Diesmal schwanken die Positionen zwischen Resignation und militärischer Antwort.

Die These der Abtretung: ein Klotz am Bein, der keinen Krieg wert ist

Manche behaupten, der heutige Akt sei Teil eines Drehbuchs, um die spanische Öffentlichkeit auf eine mögliche Übergabe der Gebiete vorzubereiten. Das wirtschaftliche Argument ist einfach: Die Städte sind eine enorme Last, die die Kosten ihres Unterhalts nicht rechtfertigt, und kein Krieg mit Marokko ist durch zwei Städte zu rechtfertigen, die – so heißt es – ohnehin irgendwann abgetreten werden. Der nächste Schritt, so warnen einige, wären die Kanarischen Inseln.

Die Gegenposition: Marokko setzt eine Figur, um seine Probleme zu überdecken

Demgegenüber hält ein anderer Teil die Forderung für eine Ablenkungsmanöver. Marokko nutze Ceuta und Melilla, um von seinen eigenen Ungleichgewichten abzulenken – auf einem Schachbrett, auf dem Spanien mit einer schwachen, dem alawitischen Regime unterworfenen Regierung zum idealen Partner für dieses Spiel wird. Die Erinnerung an offizielle Erklärungen über die Verlässlichkeit Marokkos als Verbündeter wird im Licht dieser Zeremonie zu einer Übung in Ironie.

Das Echo des Krieges, fünfzig Jahre danach

Zwischen beiden Polen schwingt eine generationale Angst mit. Wer die Erzählung der großen Kriege des 20. Jahrhunderts miterlebt hat, weiß: Die Toten sind immer jung, und die Reden halten alte Generäle. Die unbequeme Frage liegt in der Luft: Ist Spanien bereit, seine Kinder für zwei afrikanische Gebiete an die Front zu schicken? Die militärische Lösung, die ebenfalls Anhänger hat, stößt mit diesem historischen Gedächtnis zusammen.

Die Analyse bleibt an der alten Stelle stecken: Es gibt keine öffentlichen Zahlen, die die tatsächlichen Kosten des Unterhalts von Ceuta und Melilla beziffern. Unterdessen werden die Worte der heutigen Zeremonie weiter nachklingen – als ein Test der spanisch-marokkanischen Beziehungen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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