Amazon lädt Elektrotransporter mit Dieselgeneratoren

Ein Tweet zeigt Amazons Elektrotransporter, die mit einem Dieselgenerator geladen werden. Der Fall offenbart Lücken im Ladenetz und hinterfragt das Null-Emissionen-Image.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Amazon lädt Elektrotransporter mit Dieselgeneratoren
Elektrofahrzeuge werden von Dieselgeneratoren gestützt

Ein Dieselgenerator, der Amazons Liefertransporter auflädt. Das Bild, als Beweis für den Widerspruch des „Null-Emissions“-Verkehrs verbreitet, fasst den Stand der Dinge zusammen: Die Elektrifizierung der Flotten schreitet schneller voran als das Netz, das sie tragen sollte. Der Amazon-Fall ist keine isolierte Ausnahme: In Madrid werden die elektrischen Mietwagen von Voltio nachts mit einem Transporter aufgeladen, der mit einem dieselbetriebenen Stromaggregat ausgestattet ist, wie Augenzeugen berichten. Das Muster wiederholt sich im städtischen Carsharing.

Die Paradoxie liegt nicht im Generator, sondern in der Erzählung. Was als ökologischer Übergang verkauft wird, ist in der Praxis ein logistisches Provisorium, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn die Infrastruktur fehlt. Manche behaupten, der Strom, der diese Fahrzeuge bewegt, stammt weder zu 10 % aus Solaranlagen noch aus Windkraftanlagen, sondern aus der Verbrennung von Uran, Kohle, Gas oder Diesel. Wasserkraft bleibt ihrer Meinung nach die einzige erneuerbare Energiequelle, die ohne Abhängigkeit vom Wetter zuverlässig funktioniert.

Wie viel Diesel gibt es noch und warum werden Autos in Städten verboten?

Die Diskussion wandte sich schnell dem Angebot zu. Einige argumentieren, dass Diesel seit dem Fördermaximum von 2018 knapp wird und kommunale Verbote darauf abzielen, die Nachfrage zu senken, um das schrumpfende Angebot zu entlasten. Als Beleg wird eine Meldung aus Januar angeführt: Brüssel koppelt die fünfte Auszahlung der NextGen-Fonds daran, dass die spanische Regierung die hohe Dieselsteuer verabschiedet. Das Verbot, alte Dieselfahrzeuge in fast allen europäischen Städten – auch in Palma de Mallorca, wo Hunderte von Autos verschrottet wurden, weil ihre Besitzer sich keinen Neukauf leisten konnten – fahren zu lassen, passt zu dieser These.

Dagegen steht das skeptische Argument: Rauchen auf Terrassen ist ebenfalls verboten, aber Tabak geht nicht aus. Ein Verbot beweist keine Knappheit, sondern politischen Willen. Der Schlagabtausch ließ eine unbequeme Tatsache für beide Seiten zurück: Wenn Diesel reichlich vorhanden wäre, gäbe es keinen Grund, seine Ersetzung mit an Bedingungen geknüpften EU-Geldern zu subventionieren.

Das eigentliche Problem: Die Ladeleistung einer gesamten Flotte

Der technische Engpass zeigt sich bei der Berechnung der Leistung, die erforderlich ist, um eine Transporterflotte gleichzeitig aufzuladen. Diese Berechnung ergibt im Fall eines Logistik-Hubs Werte, die jedes Verteilernetz belasten würden, und erklärt, warum mobile Generatoren statt fester Anschlüsse genutzt werden. Die Elektrotechnik ist nicht veraltet, aber die benötigte Infrastruktur kommt zu spät.

Manche verteidigen den zentralen Generator als effizienter und sauberer als sechs Dieselmotoren in sechs Transportern. Andere kontern, dies sei Selbstbetrug: Die Effizienzgewinne beim stationären Motor gehen durch elektrische Umwandlungen und Ladeverluste verloren. Offene Frage bleibt, welche Abgasnorm dieser Generator erfüllt: Hat er einen Partikelfilter, Harnstoff (AdBlue) oder ein SCR-System? Wenn solche Behelfslösungen erfunden werden müssen, ist das Elektrofahrzeug für diese Aufgabe ungeeignet.

Das Elektroauto als Nischenfahrzeug

Der breitest getragene Konsens der Analyse deutet auf dasselbe hin: Elektroautos funktionieren gut in der Stadt, für kleine Pkw und kurze Strecken, die den Tag über durchhalten und nachts problemlos geladen werden können. Für den interurbanen Güterverkehr bleiben Diesel oder Erdgas praktischer und energieeffizienter. Einige ironisieren, der Plug-in-Diesel-Hybrid sei einfach der „Plug-in-Diesel von früher“.

Eine andere Alternative wird von Anhängern des Degrowth-Ansatzes vorgeschlagen: weniger Fahrzeuge im Umlauf und weniger gefahrene Kilometer. Vor den Autos hatten die Leute ihr Motorrad. Und wenn die Zukunft drängt, kann man immer noch einen Transporter zum Wohnmobil umbauen und darin leben. Alles hat sein Gutes.

Biomasse als nächstes Provisorium

Die nächste Notlösung, die ins Spiel gebracht wird, ist Biomasse: der Holzkohlevergaser der Nachkriegszeit, angepasst. Ein Kraftstoff, der bereits verwendet wurde, als nichts anderes verfügbar war, und der zurückkehrt, wenn die Versorgung angespannt ist. Die Warnung eines bekannten Analysten, der oft vor Ressourcenknappheit gewarnt hat – und jetzt auf die mögliche Abschwächung des Golfstroms hinweist –, wird als Bestätigung dafür angeführt, dass das Problem nicht nur die Autos betrifft.

Inzwischen fährt die Elektroflotte weiter. Und der Generator auch.

Wie lange kann eine ökologische Erzählung auf einer Infrastruktur stehen, die nicht existiert?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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