Am 6. des Monats: Wie viel für Essen und Sprit übrig bleibt
Der 6. Tag des Monats. Das Gehalt ist bereits auf Hypothek, Strom, Wasser und Telefon verteilt, und jetzt steht die Rechnung an, die niemand machen will: Wie viel bleibt für Essen und Tanken? Eine Person rechnet damit, mit 165,36 Euro über die Runden kommen zu müssen. Eine andere mit 180. Ein Dritter mit 92, davon 24 für Transport, bleiben 68 für Freizeit, also 17 pro Woche. Diese Übung in Haushaltsbuchführung, immer wieder wiederholt, zeichnet eine Karte alltäglicher prekärer Verhältnisse, die in den offiziellen Statistiken nicht immer auftaucht.
Der Ausgangspunkt der Rechnung ist trügerisch, und die Beteiligten wissen das. Die Zahl von 165 Euro enthält nicht das bereits Gezahlte: Hypothek, Nebenkosten und andere Fixkosten. Nur Essen und Sprit. Und da beginnt das Problem, denn Essen ist die fixeste Ausgabe von allen, wie jemand spöttisch erinnert: „Wenn es im Leben etwas Fixes gibt, dann das Essen; fast alles andere ist nebensächlich." Für einen Dreipersonenhaushalt liegen die monatlichen Ausgaben für Essen bei rund 350 Euro, und da kommt keiner dran vorbei.
Was man monatlich für Essen braucht: je nach Haushalt 75 bis 350 Euro
Die Zahlen, die in der Diskussion genannt werden, reichen von sparsam bis komfortabel. Manche geben an, allein lebend und mit Diät 110 Euro im Monat für Essen auszugeben. Ein anderer kommt auf 75 oder 80 Euro und sagt das „völlig ernst": notfalls mit Hunger. Am anderen Ende rechnet eine dreiköpfige Familie mit durchschnittlich 350 Euro. Die Spanne ist kein Zufall: Sie hängt davon ab, wie viele Münder am Tisch sitzen und wie weit man den Einkaufswagen streckt.
Die Ersparnisse kommen in diesen Fällen nicht aus dem Nichts. Sie kommen vom Kürzen, wo es geht. Handytarif unter 15 Euro, ein Fitnessstudio für 200 Euro im Jahr zwei Straßen weiter, um dort zu duschen und Warmwasser zu sparen, Licht aus, Internet gekündigt. Die Litanei des extremen Sparens, dieser Kunst, jeden Euro zu strecken, wiederholt sich in Varianten: Der eine prahlt damit, zwei Tüten Obst und Gemüse für 14 Euro gefüllt zu haben und Melone als Snack zu essen; der andere näht seine Kleidung selbst, statt sie zu kaufen; ein Dritter sucht auf dem Flohmarkt nach Stoffen.
Das Ersparen, mit dem man prahlt, und das, das man verschweigt
Nicht alle kommen knapp hin. In derselben Diskussion tauchen Leute auf, denen nach allen Abzügen 1.500 Euro im Monat übrig bleiben, oder im Schnitt 1.200, oder 950, oder 500 frei. Eine Person mit Einkünften von 2.500 nennt 400 Hypothek, 80 Eigentümergemeinschaft und 120 Essen. Eine andere mit 1.500 zahlt 300 Miete inklusive Nebenkosten und 150 für Essen und behält 930. Der Abstand zwischen beiden Gruppen ist gewaltig, und er erklärt sich nicht immer über das Gehalt.
Manche vermuten, dass in diesen komfortablen Rechnungen stillschweigend das Gehalt des Partners steckt. „Manche vergessen, wenn sie sagen, sie hätten 50.000 gespart, zu erwähnen, dass die Hälfte von ihrer Frau stammt", merkt jemand spitz an. Der Einwand ist nicht gering zu schätzen: Die Ersparnisse des Haushalts werden nicht immer mit demselben Maß angegeben, und der Vergleich einzelner Fälle kann täuschen.
Der Monat, der aus dem Ruder läuft: Hypothek, Steuern und Geschenke
Der September gilt für mehr als einen als der schlechteste Monat des Jahres. Ein Teilnehmer mit 714 Euro zur Verfügung steht vor einer Sonderzahlung von 800 Euro ans spanische Finanzamt, die seinen Liquiditätsplan sprengt, obwohl seine übliche Sparquote bei rund 1.200 liegt. Ein anderer hat drei Monate Extraausgaben vor sich: Familienbesuche, zwei Hochzeiten von Neffen, Geschenke und Feiern. Trotzdem rechnet er, dass er das Jahr mit 6.000 oder 8.000 Euro zwischen Sparen und Anlagen abschließen wird.
Die Diskussion zeichnet auch ein Bild derjenigen, die nichts beziehen. „Von dem, was ich letzten Monat verdient habe, nämlich 0, bleiben mir also 0", fasst jemand zusammen, der von seinen Ersparnissen lebt. Die eigentliche Frage, in die Runde geworfen: Gibt es in einem solchen Forum überhaupt einen Arbeitslosen ohne Leistungen? Eine Antwort, abgesehen von Scherzen, kommt nicht. Denn Arbeitslosigkeit ohne Auffangnetz ist der Teil der Karte, der am seltensten fotografiert wird.
Die Falle, den Monat vom 1. bis zum 30. zu zählen
Ein Einwand zieht sich durch das Ende der Diskussion: „Was ist der Unterschied, ob man vom 1. bis zum 30. lebt oder vom 10. bis zum 9. des Folgemonats?" Der Gehaltskalender deckt sich nicht mit dem Ausgabenkalender, und wer Anfang des Monats bezahlt wird, kann nicht so tun, als begänne der Monat mit dem Gehaltseingang. Die Kneipenrechnung bleibt am Ende immer dieselbe: Was reinkommt, minus was rausgeht, und was zum Essen übrig bleibt.
Mit 165 Euro und zwölf Tagen vor sich lässt die Rechnung wenig Freude zu. Die Frage, die im Raum steht: Wie viele dieser Kalkulationen hielten einer unerwarteten Ausgabe stand? Wahrscheinlich keine. Und genau dort, am Rand von null Euro, liegt das wahre Bild des Monats.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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